Berichte

superNews - Magazin für das evangelische Niederösterreich

SuperNews 2_2017: Politisches Erwachen!

Thema:
       MUT ZUR PROVOKATION
Focus: MICHAEL BÜNKER: BISCHOF ALS REVOLUZZER?
Am Schauplatz:
       PROVOKATION IN DER KUNST
BEKENNER IM PORTÄT:
       DIE SALZBURGER GRUPPE

       Zur neuesten Ausgabe
       Adresse: http://www.noe-evang.at/dokumente/supernews/superNews%202017/SuperNews%202_2017.pdf

       Übersicht: Ausgaben von superNews
       Adresse: http://www.noe-evang.at/dokumente/supernews

(nach oben)

500 Jahre Reformation"

1. KAMINGESPRÄCH

Eines war klar, das erste Kamingespräch am 24.2.2017 zum Thema Sakrale Bauten im öffentlichen Raum konnte nur im Atrium des neugestalteten Pfarrzentrums in St. Pölten stattfinden!

Superintendentialkuratorin Drin Gisela Malekpour, Pfrin Dr. Maria K. Moser, Wien, als Moderatorin des Abends, die Leiterin des Predigerseminars Pfrin Mag. Johanna Uljas-Lutz und Arch. DI Wolfgang Pfoser (von 1999-2015 Baudirektor der r.k. Diözese St. Pölten) kamen zum Gespräch miteinander und mit den Besuchern zusammen. Ursprünglich war außerdem Prof. Efthymios Warlamis vorgesehen, der aber leider inzwischen verstorben war. Dombaumeister DI Wolfgang Zehetner musste aus Termingründen überraschend absagen.


Zum Einstieg in das Thema richtete Moser die Frage "was ist wichtig bei der Planung einer Kirche?" an das Podium. DI Pfoser stellte das Motiv "Gemeinschaft" voran. Ein sakraler Raum muss vielschichtig erlebt werden können, als Einzelner, als kleinere Gruppe zu besonderen Anlässen und als feiernde Gemeinde. Als Beispiel dafür nannte er die Millenniumskirche in St. Pölten/Stattersdorf, wo eine klare Formensprache, das Quadrat und die Ellipse einem spirituellen Weg und Ziel eine Form geben.

Johanna Uljas-Lutz stellte dem die Eindrücke des "Kirchenbenutzers" gegenüber. Die gebürtige Finnin fasste ihre Erfahrungen in Österreich so zusammen: "In Österreich ist in der evangelischen Kirche eben alles sehr bescheiden!"

Evangelische Kirchen zeichnen sich nach DI Pfoser gegenüber katholischen Kirchenbauten durch einfache, reduzierte Gestaltung aus. Die Außenwirkung sakraler Bauten ist nicht ausschließlich "religiös" zu sehen. Kirchen sind Rufzeichen im Stadt-/Dorfbild. Gebauter Ausdruck ihrer Zeit, ihrer Entstehungsgeschichte und ihrer Gesellschaft. Die Außenwirkung wird auch emotional verstanden, etwa durch persönliche Erinnerungen an besondere Ereignisse des Lebens ("hier bin ich getauft, habe ich geheiratet ..."). Natürlich nehmen evangelische Kirchen, vor allem in der Großstadt, weniger prominente Positionen im Stadtbild ein, führte Uljas-Lutz aus. Nicht die Größe allein bestimmt die Außenwirkung, sondern Symbole, Fenster, ein Glockenturm oder Farben tragen eine Botschaft. Gerade im Wettstreit der Selbstdarstellung profaner Gebäude kann eine betont schlichte Form Neugier und Lust auf das Innen wecken, so etwa bei der Kirche auf der Donauplatte in Wien.

"Selbstdarstellung" war dabei für Frau Moser ein Reizwort. Wie wichtig sind sie für sakrale Bauten? Führen sie mitunter auch zur Provokation?

Beim Gedankenaustausch mit dem Publikum kamen die gesellschaftlichen Veränderungen zur Sprache. Uljas-Lutz verwies auf offenere Gottesdienstformen, welche einladende Räume beanspruchen. Superintendent Müller-Marienburg bedauerte, dass evangelische Kirchen in der Regel außerhalb der Gottesdienstzeiten geschlossen sind.

Was könnten nächste Entwicklungen sein? Pfarrerin Uljas-Lutz berichtete von einer neuen Kapelle in Turku, die von allen Konfessionen gemeinsam errichtet wurde. DI Pfoser erinnerte an überkonfessionelle oder interreligiöse Initiativen in Krankenhauskapellen, Andachtsräumen auf Flughäfen etc. So wird etwa auch die Bürgerspitalskirche in Waidhofen/Ybbs von katholischen und evangelischen Christinnen und Christen gemeinsam genutzt.

Frau Malekpour dankte dem "Podium" mit der Überreichung der Dokumentation "Evangelisch, im Himmel und auf Erden" sowie dem Publikum für Interesse und rege Beteiligung. Bei einem Glas Wein konnte die aus 30 Personen bestehende Schar das interessante erste Kamingespräch im Austausch von Gedanken ausklingen lassen.


Man darf gespannt sein auf die nächsten Kamingespräche im Stift Herzogenburg am 7.4., auf der Schallaburg am 23.6. und im Stift Zwettl am 13.10.2017!
       Rudolf Leitner (gekürzt)

       Link zum ganzen Artikel:
       Kamingespräch GJ, ganzer Artikel als PDF

(nach oben)

St. Pölten wird "Reformationsstadt Europas"

Stadler, Müller-Marienburg und Malekpour erinnern an evangelische Geschichte

St. Pölten (epdÖ) - 2017 feiern die Evangelischen Kirchen weltweit 500 Jahre Reformation. Mit der Ernennung zur "Reformationsstadt Europas" wird auch in St. Pölten darauf aufmerksam gemacht, wie die Reformation die Geschichte der Stadt wesentlich geprägt hat.


Der Titel "Reformationsstadt Europas" sei ein "klares Bekenntnis zur evangelischen Geschichte", sagte Bürgermeister Matthias Stadler bei einem Pressegespräch am Donnerstag, 24. November, im Rathaus St. Pölten. Offiziell verliehen wird der Titel am 24. Jänner 2017. Die Reformationsstädte Europas sind ein Projekt der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE), das diese gemeinsam mit europäischen Städten und Kirchen anlässlich des 500. Jubiläums der Reformation durchführt. Europaweit beteiligen sich 75 Städte, in Österreich tragen neben St. Pölten Graz, Villach, Klagenfurt, Steyr, Waidhofen an der Ybbs und Wien das Prädikat "Reformationsstadt Europas".

Zahlreiche Veranstaltungen werden 2017 in St. Pölten die evangelische Vergangenheit in den Mittelpunkt rücken, die die Stadt entscheidend geprägt habe und ohne die "unsere Geschichte um vieles ärmer wäre", so Stadler. Dabei will der Bürgermeister und Historiker auch selbst als Stadtführer unterwegs sein. Die erste Führung, die evangelische Schauplätze beleuchtet, ist für Anfang Februar geplant. Die Evangelische Kirche bringe sich heute nicht nur kulturell und im Bildungsbereich ein, sondern leiste einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Leben, unterstrich Stadler. In der "besonderen Flüchtlingssituation" hätten evangelische Einrichtungen "federführend und musterhaft" geholfen.

Dass die Reformation nicht nur ein historisches und religiöses Ereignis sei, sondern breite gesellschaftliche Relevanz aufweise, betonte Superintendent Lars Müller-Marienburg. So habe in der Reformation Bildung besondere Bedeutung erhalten: "Die Bibel wurde nicht nur übersetzt, die Menschen sollten sie auch lesen können." Das Prädikat "Reformationsstadt Europas", das die politischen Gemeinden beantragen können, sieht der Superintendent als "reizvolle Chance, sich über die lokale Reformationsgeschichte Gedanken zu machen und gemeinsam mit dem politischen Partner auf Entdeckungsreise zu gehen".

Dankbar "für den Raum, den uns die Stadt gibt", zeigte sich Superintendentialkuratorin Gisela Malekpour, die höchste weltliche Repräsentantin der evangelischen Diözese Niederösterreich. Evangelisch sein bedeute mehr, "als in die Geschichte zurückzuschauen". So werde das Reformationsjubiläum, das in Österreich die drei Evangelischen Kirchen - die Lutherische, die Reformierte und die Methodistische - gemeinsam feiern, "keine Nabelschau" sein, sondern das Motto "Freiheit und Verantwortung" herausstreichen. Ein Schwerpunkt sei dabei der interreligiöse Dialog, der auch Stadler ein wichtiges Anliegen ist. Neben Diskussionsveranstaltungen, Ausstellungen und vielen weiteren kulturellen Angeboten wird es 2017 auch eine eigene Sondermarke geben. Ein Sujet zeigt dabei die historische Luther-Bibel aus Mitterbach, kündigte Malekpour an.

Am 31. Oktober 1517 hatte Martin Luther (1483-1546) seine 95 Thesen gegen die Missstände der Kirche seiner Zeit veröffentlicht. Der legendäre Thesenanschlag gilt als Ausgangspunkt der weltweiten Reformation. In St. Pölten verbreitete sich die Reformation ab 1522. "Man nimmt an, dass im 16. Jahrhundert 90 Prozent der Bevölkerung in St. Pölten evangelisch waren", erklärte Stadler. Prägend für diese Zeit sei etwa das Rathaus mit dem markanten Turm. Die erste weltliche Schule der Stadt war vermutlich eine protestantische Gründung. 1576 setzte die Gegenreformation ein, in deren Folge der Druck auf Evangelische massiv verstärkt wurde. Schulen mussten geschlossen werden, wer nicht katholisch wurde, musste die Stadt verlassen. 1624 war die Gegenreformation so gut wie abgeschlossen. Rund 250 Jahre später konnte sich dann die evangelische Pfarrgemeinde in St. Pölten konstituieren. Heute leben in Niederösterreich rund 40.000 Evangelische in 28 Pfarrgemeinden.
       ISSN 2222-2464
       Artikel auf der Evang.at Seite
(nach oben)

Martin-Luther-Kirche in Hainburg an der Donau ausgezeichnet

Bau erhielt "Maecenas Anerkennungspreis"

Wien/Hainburg a.d. Donau (epdÖ) - Mit einem besonderen Preis wurde die Martin-Luther-Kirche in Hainburg an der Donau ausgezeichnet. Der Kirchenbau des renommierten Architekten Wolf Dieter Prix von Coop Himmelb(l)au erhielt den "Maecenas Anerkennungspreis" in der Kategorie "Ö1-Publikumspreis". Die Auszeichnung bei der Maecenas-Gala in Wien am 23. November nahm Niederösterreichs Superintendent Lars Müller-Marienburg entgegen. "Ich freue mich über den Preis, weil er zeigt, dass es ein guter Weg ist, wenn man architektonisch ambitioniert baut, auch wenn man nur wenig Raum zur Verfügung hat und wir nur wenige Leute sind", so Superintendent Müller-Marienburg.


"Spirituelle Kraft wird von eigenwilliger Architektur vermittelt: Die Martin-Luther-Kirche in Hainburg spielt gekonnt mit atmosphärisch spürbarer Geometrie und raffinierter Beleuchtung. Die Dachkonstruktion aus Stahl fußt auf vier Säulen, die an einen Tisch erinnern. Auch die Form des Gottesdienstraumes leitet sich davon ab, symbolisiert die zum Abendmahl versammelte Gemeinde. Die evangelische Kirche entstand 2011 nach den Plänen des renommierten Architekten Wolf Dieter Prix von Coop Himmelb(l)au. Das Land Niederösterreich hat sie als ,vorbildlichen Bau' ausgezeichnet, EMPORIA zu den zehn beeindruckendsten modernen Kirchen der Welt gekürt. Ohne Kultursponsoring wäre das Bauvorhaben nicht realisiert worden", heißt es in der offiziellen Projektbeschreibung.

Das unabhängige Wirtschaftskomitee "Initiativen Wirtschaft für Kunst" vergab heuer den Österreichischen Kunstsponsoringpreis Maecenas bereits zum 28. Mal gemeinsam mit dem ORF an Unternehmer und Unternehmen für die Förderung von Kunstprojekten, die ohne diese Unterstützung nicht hätten verwirklicht werden können. Die Prämierung erfolgte nach den Kriterien der Kreativität, Qualität und Innovationskraft, unabhängig von Betriebsgröße und finanziellem Aufwand. Die vergebenen Preise haben rein ideellen Charakter und sind mit keiner finanziellen Dotierung verbunden.
       ISSN 2222-2464
       Artikel auf der Evang.at Seite
(nach oben)

Waidhofen an der Ybbs ist "Reformationsstadt Europas"

Bischof Bünker überreichte Urkunde an Bürgermeister

Waidhofen/Wien (epdÖ) - Die niederösterreichische Stadt Waidhofen an der Ybbs darf sich ab sofort "Reformationsstadt Europas" nennen. Die Reformationsstädte Europas sind ein Projekt der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE), das diese gemeinsam mit europäischen Kirchen und Städten anlässlich des 500. Jubiläums der Reformation durchführt. Am Sonntag, 13. November, überreichte Bischof Michael Bünker, Generalsekretär der GEKE, im Rahmen eines Festgottesdienstes Bürgermeister Werner Krammer die Urkunde, die Waidhofen an der Ybbs als Reformationsstadt ausweist.


Waidhofen war durch den Eisenhandel und weitreichende Handelsbeziehungen wohlhabend geworden. Mit den Luxusgütern kamen aber auch neue Ideen in Form der neuen Lehre Luthers in die Stadt. Schnell verbreitete sich das protestantische Gedankengut und machte aus Waidhofen um 1540 eine protestantische Stadt, berichtet Kuratorin Inge Janda. Die damit verbundene Opposition gegen den Grundherrn, den Bischof von Freising, führte schließlich 1587 zum gemeinsamen Eingreifen einer kaiserlich-bischöflichen Kommission. Der evangelische Stadtrat wurde abgesetzt und die Rekatholisierung mit teils harten Maßnahmen durchgesetzt.

Heute gibt es in Waidhofen wieder eine evangelische Pfarrgemeinde, deren ökumenische Arbeit darin zum Ausdruck kommt, dass Katholische und Evangelische in der Bürgerspitalkirche ihre Gottesdienste feiern. Diese Kirche war im 16. Jahrhundert evangelisch.
       ISSN 2222-2464
       Artikel auf der Evang.at Seite
(nach oben)

Lars Müller-Marienburg ist neuer Superintendent in NÖ

Für eine Kirche, in der Freude erlebbar ist!

St. Pölten, 18. Juni 2016 (epdÖ) - Die evangelische Diözese A.B. Niederösterreich hat einen neuen Superintendenten: Der Innsbrucker Pfarrer Lars Müller-Marienburg (39) wurde bei der Superintendentialversammlung in St. Pölten im 5. Wahlgang mit 47 von 70 Stimmen ins Leitungsamt gewählt. Die Wahl war notwendig, da bei der ersten Wahl zum Superintendenten/zur Superintendentin am 23. Jänner kein Kandidat/keine Kandidatin die erforderliche Zweidrittelmehrheit der Stimmen erhalten hat. Gewählt wurde der neue Superintendent von den Delegierten der niederösterreichischen evangelischen Pfarrgemeinden. An der Wahlsitzung, die Superintendentialkuratorin Gisela Malekpour leitete, nahm auch Bischof Michael Bünker teil.


Der neue Superintendent folgt auf Paul Weiland, der im August des Vorjahres plötzlich verstorben ist. Neben Müller-Marienburg kandidierten auch der Wiener Pfarrer Matthias Eikenberg und der Mödlinger Pfarrer Markus Lintner. Sein Amt wird der neue Superintendent am 1. September antreten. Die Amtseinführung ist für 15. Oktober in Wiener Neustadt geplant.

Kraftvoll, theologisch und sachlich fundiert möchte sich der neue Superintendent in Kirche und Gesellschaft einbringen und dazu beitragen, "dass die Evangelische Kirche als Teil einer religiösen Vielfalt eine Rolle spielt". Innerhalb der Diözese möchte Müller-Marienburg eine Kirche mitgestalten, in der Menschen Freude erleben: "Die Evangelische Kirche ist ein Ort zum Leben und zur Freude im Hier und Jetzt.". Gleichzeitig gelte es jenen eine Stimme zu leihen, "die Hilfe von uns brauchen". Die "Botschaft von Gottes Liebe" will der bisherige Innsbrucker Pfarrer "ins Heute übersetzen". Seinen Führungsstil orientiert er an jenem des Vorgängers: "Paul Weiland ist es auf besondere Weise gelungen, zu kommunizieren und Vertrauen aufzubauen." Müller-Marienburg will sich in der Breite der niederösterreichischen Pfarrgemeinden für Vielfalt in einem guten Miteinander einsetzen. "Man nimmt Vielfalt nicht ernst, wenn man meint, es gibt nur Fromme und Liberale", sagte Müller-Marienburg und meinte: "Es wäre wichtig, wenn wir mit weniger Zuschreibungen auskämen und uns gegenseitig mehr zutrauen."

Der römisch-katholische Bischof der Diözese St. Pölten, Klaus Küng, hat dem designierten Superintendenten zu dessen Wahl gratuliert; "Ich wünsche ihm für sein Wirken alles Gute und freue mich auf die weitere gute und bewährte ökumenische Zusammenarbeit", so Küng am Samstag. Armin Haiderer, Präsident der Katholischen Aktion der Diözese St. Pölten, unterstrich in einer Aussendung: "Wir haben bisher hervorragend mit unserer Schwesternkirche zusammen gearbeitet." Er sei sehr zuversichtlich, dass es weiterhin ein gegenseitig bereicherndes Miteinander geben werde.

Lars Müller-Marienburg wurde 1977 in Ansbach (Deutschland) geboren und studierte Evangelische Theologie in München. Nach seinem Vikariat in Linz und seiner Pfarramtskandidatenzeit in Pöttelsdorf wurde er 2010 Pfarrer der evangelischen Pfarrgemeinde Innsbruck-Auferstehungskirche. Müller-Marienburg ist Mitglied der Synode A.B. und der Generalsynode, Mitglied der Diözesanen Jugendleitung sowie Mitglied der Liturgischen Konferenz der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Als Senior der Diözese Salzburg-Tirol ist er Stellvertreter des Superintendenten.

Zu den Aufgaben des neuen Superintendenten gehört die geistliche Führung der Diözese. Er hat die Aufsicht über die kirchlichen Ordnungen und über die schriftgemäße Verkündigung. Zu den bischöflichen Rechten gehören Ordination und Visitation. Die Stellung entspricht der des Diözesanbischofs in der Römisch-katholischen Kirche. Die evangelische Diözese Niederösterreich hat rund 40.000 Mitglieder in 28 Gemeinden.


Bilder zur Wahl finden Sie auf        foto.evang.at
ISSN 2222-2464
(nach oben)

superNews - Magazin für das evangelische Niederösterreich

Supernews 2_2016: Hände falten, Gosch'n halten!

Thema:
       Thomas Schimmel: Naturwissenschaft und Glaube - ein Gegensatz?
Focus: Philipp Melanchthon
Am Schauplatz:
       Bibelgesellschaft: Die Bibel für alle Zugänglich machen
Supervision:
       Rudolf Taschner: Rechnen mit Gott und Der Welt

       Zur neuesten Ausgabe
       Adresse: http://www.noe-evang.at/dokumente/supernews/superNews%202016/Supernews%202_2016%20Ansicht.pdf

       Übersicht: Ausgaben von superNews
       Adresse: http://www.noe-evang.at/dokumente/supernews

(nach oben)

Niederösterreichische Superintendentenwahl wird wiederholt

Patt bei Wahl in St. Pölten

St. Pölten, 27. Jänner 2016 (epdÖ) Die Superintendentialversammlung der evangelischen Diözese Niederösterreich wird die Wahl einer Superintendentin/eines Superintendenten wiederholen.
Bei der Wahl am 23. Jänner in St. Pölten ist im 5. und letzten Wahlgang zwischen dem Kärntner Pfarrer Martin Müller (Waiern) und der Rektorin des Diakoniewerks in Gallneukirchen, Pfarrerin Christa Schrauf, keine Entscheidung gefallen. Müller und Schrauf erhielten jeweils 35 Stimmen von den Delegierten aus allen evangelischen Pfarrgemeinden Niederösterreichs.
Die Wahlordnung zur Superintendentenwahl sieht vor, dass die Wahl neu durchzuführen ist, wenn bei zwei Kandidaten keiner der beiden in fünf Wahlgängen eine Zweidrittelmehrheit der abgegebenen Stimmen erreicht. Nun werden die Pfarrgemeinden erneut Kandidatinnen und Kandidaten nominieren.
Bilder zur Wahl finden Sie unter evang.at/themen/fotos/
(nach oben)

Paul Weiland zu Grabe getragen (Fotos,Video)

Link zur Fotoserie:
http://www.tips.at/news/st-poelten/land-leute/323566-paul-weiland-zu-grabe-getragen-fotos-video

Link zum Kurzvideo_1:
http://youtu.be/PiBSYnGE-vs

Link zum Kurzvideo_2:
https://www.youtube.com/watch?v=lrlAcajMfZ4&feature=youtu.be

Familiengottesdienst in der GARTEN TULLN


Bischof Bünker: Großer, schmerzhafter Verlust weit über Kirche hinaus

Superintendent Paul Weiland ist am 16. August im 66. Lebensjahr verstorben (Bild: epd/Uschmann)

Superintendent Paul Weiland ist am 16. August im 66. Lebensjahr verstorben (Bild: epd/Uschmann)

St. Pölten (epdÖ) - Plötzlich und völlig unerwartet ist am Sonntag, 16. August, der Superintendent der Evangelischen Kirche in Niederösterreich, Paul Weiland, verstorben. Weiland, der im September seinen 66. Geburtstag gefeiert hätte, erlag am späten Nachmittag im Krankenhaus in St. Pölten einem akuten Herzversagen. "Der Tod von Paul Weiland ist ein riesiger Verlust für die Evangelische Kirche in Niederösterreich, für die Gesamtkirche und weit darüber hinaus", sagt Bischof Michael Bünker in einer ersten Stellungnahme gegenüber dem Evangelischen Pressedienst. Durch seine Stellung in der Ökumene und in der Öffentlichkeit habe Weiland als Vertreter einer Minderheitskirche "beispielhaft die gesamtgesellschaftliche Bedeutung des Evangeliums glaubwürdig vorgelebt". Das Eintreten für die Schwachen in der Gesellschaft und das diakonische Engagement der Kirche waren ihm, so Bünker, ein besonderes Anliegen, was sich auch in Weilands Stellungnahmen in der Öffentlichkeit widerspiegle. Dass Niederösterreich die evangelische Diözese mit den meisten Kirchenneubauten ist, hänge auch mit Weilands Wirken zusammen. Weilands Tod sei "ein großer, schmerzhafter Verlust. Unsere Anteilnahme gilt allen, die um ihn trauern, insbesondere seiner Frau Marianne", erklärt der Bischof.

Mag. Paul Weiland war seit 1. September 1998 Superintendent der Diözese Niederösterreich. Weiland wurde am 14. September 1949 in Rottenmann in der Steiermark geboren und wuchs im burgenländischen Stadtschlaining auf. Von 1979 bis 1998 wirkte er als Pressepfarrer der Evangelischen Kirche A.u.H.B. in Österreich und als Geschäftsführer des Evangelischen Presseverbandes. Als Chefredakteur verantwortete er in dieser Zeit die Herausgabe der gesamtösterreichischen evangelischen Kirchenzeitung "SAAT". Als Superintendent gehörte Weiland der Synode A.B. und der Generalsynode der Evangelischen Kirche in Österreich an. Weiland war bis zuletzt Obmann des Evangelischen Presseverbandes und des Evangelischen Bundes in Österreich, Präsident der Österreichischen Bibelgesellschaft, Mitglied in zahlreichen kirchlichen Gremien und Einrichtungen, darunter in der Gemischten Evangelisch/Katholischen Kommission und im Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich. Weiland beriet auch den Lutherischen Weltbund in Genf in Kommunikationsfragen.

2012 wurde Superintendent Paul Weiland mit dem Großen Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet, 2009 hatte er das Silberne Komturkreuz mit dem Stern für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich erhalten.

Eine Bildergalerie zu Superintendent Paul Weiland finden Sie auf foto.evang.at

(nach oben)

Interessante Angebote, viele Begegnungen und gute Gemeinschaft

Evangelischer Kirchentag 2015 in der GARTEN TULLN

Familiengottesdienst in der GARTEN TULLN
Vom Familiengottesdienst bis zu Kutschenfahrten, von Bibeltexten zum Thema Garten mit Jazz-Musik bis zu Stadtbesichtigungen mit dem Tulli-Express, von Kurzandachten mit Harfenbegleitung im Liebesgarten bis zu Informationen über die Ghanaische Kirche - die fast 600 Teilnehmer des niederösterreichischen Kirchentags am 4. Juni 2015 in der Garten Tulln hatten die - durchaus angenehme - Qual der Wahl beim Programmangebot.

Pfarrer Seth Adzokatse aus Ghana Bei strahlendem Sonnenschein war die in voller Blütenpracht stehende Garten Tulln selbst schon Programm. Kein Wunder, dass die unter der fachkundigen Führung des Direktors der Garten Tulln, Franz Gruber, angebotenen Führungen besonderen Zulauf hatten. Aber auch die Informationen des Diakonie Flüchtlingsdienstes und das Frühlingskonzert des Evangelischen Chores Niederösterreich fanden ebenso reges Interesse wie die Präsentation des Buches "St. Johann in der Wüste" von Peter Herzog (Kral-Verlag), das in Romanform die Geschichte der Evangelischen Holzknechte darstellt, die im 18. Jahrhundert als Geheimprotestanten das Ötschergebiet besiedelt und kultiviert haben.

Die Buchstabenkinder lernen mit Hilfe der Wortbiene Wörter bilden Eingeleitet wurde der Kirchentag mit einem Familiengottesdienst zum Thema des Tages "Im Glauben wachsen". Die über 50 anwesenden Kinder verwandelten sich dabei in Buchstaben, die - angeleitet von einer "Wortbiene" und einer Eule - lernten, Wörter und schließlich auch Sätze zu bilden. Dabei lernten sie: Gemeinschaft macht stärker. Am Ende gaben sie das Motto vor: "Auf Gott vertrauen - im Glauben wachsen."

Superintendent Paul Weiland Menschen brauchen wie Bäume feste Wurzeln und einen festen Stand auf der Erde, betonte Superintendent Paul Weiland in der Predigt. Auf Gott vertrauen, das heiße zu wissen, was Grund und Ziel unseres Lebens ist. Im Glauben wachsen, das heiße, so tief erfüllt zu sein, von der Liebe und Zuwendung Gottes, dass Liebe und Zuwendung Grund und Ziel unseres Lebens werden und bleiben, sagte der Superintendent. Christen seien deshalb Menschen, die offen auf andere Menschen unabhängig von Ihrer Nationalität und Herkunft zugehen und ihnen helfen.


Die Teilnehmer waren gut beschirmt - diesmal vor der Sonne Teilgenommen am Kirchentag haben u.a. der Bürgermeister der Stadt Tulln, Mag. Peter Eisenschenk, Synodenpräsident Dr. Peter Krömer, der Kommendator des Johanniter-ordens in Österreich, Hans Joachim Guilini und Pfarrer Dr. Martin Mautner, Vorsitzender des Gustav Adolf-Werkes der deutschen Landeskirche Baden.

Die Schauküche der Landwirtschaftlichen Schule Tulln verwöhnte kulinarisch Besonders beliebt: Kutschenfahrt durch die Tullner Au Sybille von Both: Dank für 10 Jahre Diözesankantorin Im Rahmen des Kirchentags wurde auch auf die zehnjährige Tätigkeit von Mag. Sybille von Both hingewiesen und der Diözesankantorin für Ihre Arbeit und ihren Einsatz gedankt. Sie habe durch ihre Kompetenz und durch ihren offenen Umgang mit den Menschen viel zur positiven musikalischen Entwicklung in den Gemeinden beigetragen. Die Schauküche der Landwirtschaftlichen Fachschule Tulln mit Direktor Josef Meisl verwöhnte die Kirchentagsteilnehmer kulinarisch.

Idealer Ort für das Kinderprogramm Ein eigenes Programm hatten die Kinder, die schon die Nacht davor gemeinsam verbrachten. Dann gab es am Gelände der Garten Tulln u. a. eine Rätselrallye, Kreativstationen sowie "Coole Rhythmen und Wilde Tänze". Schon mit einem eigenen Gottesdienst startete das Jugendprogramm, das neben Erlebnis- und Naturworkshops auch Kanufahren in der Au, Waldgeländespiele und einen POI-Workshop anbot.

Vertreterinnen der Frauenarbeit bei der Schlussandacht Moderiert hat das gesamte Programm auf der Hauptbühne der Radio Journalist Rudolf Schwarz. Perfekt organisiert und begleitet war der Kirchentag vom Team der Pfarrgemeinde Tulln unter der Leitung von Pfarrerin Mag. Ulrike Nindler und Dipl. Päd. Eva Tiefenbacher.

Die Pfarrgemeinde Bruck an der Leitha-Hainburg an der Donau übernimmt die Gustav Adolf-Fahne Der nächste Evangelische Kirchentag wird am Donnerstag, 26. Mai 2016, mit der Pfarrgemeinde Bruck an der Leitha-Hainburg an der Donau als Gastgeber im Archäologiepark Carnuntum stattfinden. Die Pfarrgemeinde Tulln hat Vertretern der Pfarrgemeinde Bruck an der Leitha-Hainburg an der Donau die Gustav-Adolf-Fahne übergeben. Abgeschlossen wurde der Kirchentag mit der Abendandacht der Evangelischen Frauenarbeit Niederösterreich.
(nach oben)

Evangelische Station "GLAUBENsREICH" der Niederösterreichischen Landesausstellung in Mitterbach

Holzknechte - Geheimprotestanten - Reformer. Ausstellung zeigt Geschichte der Protestanten in der Ötscherregion

Von li: Superintendent Paul Weiland, Pfarrerin Birgit Lusche, Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka, Bürgermeistere Alfred Hinterecker Der evangelischen Geschichte rund um die Ötscherregion ist eine Station der diesjährigen niederösterreichischen Landesausstellung "Ötscher:Reich - Die Alpen und wir" gewidmet. Am 29. April wurde die Station "GLAUBENsREICH", die eine Ausstellung in der ehemaligen evangelischen Schule von Mitterbach umfasst, mit einem Festakt feierlich eröffnet. Zahlreiche Vertreter aus Kirche, Politik und Gesellschaft konnten in der evangelischen Kirche begrüßt werden, der einzigen Toleranzgemeinde Niederösterreichs.
Die Familienmusik Größbacher Voll besetzte Kirche. In der ersten Reihe von li: Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka, Superintendent Paul Weiland, Pfarrerin Birgit Lusche, ECO-Plus Geschäftsführer Helmut Miernicki, NÖ Kultur Chef Hermann Dikowitsch, Leiter der NÖ Landesausstellung Kurt Farasin
In ihrer Eröffnungsansprache ging die Mitterbacher Pfarrerin Birgit Lusche auf die Geschichte der Pfarrgemeinde ein, die Mitte des 18. Jahrhunderts mit eingewanderten Holzknechten ihren Anfang nahm. Um das Jahr 1747 kamen aus dem Salzkammergut protestantische Holzknechte und ihre Familien in die damals noch kaum berührten Urwälder der Ostalpen. Ihren Glauben konnten sie zunächst nur im Verborgenen ausüben. "Die Holzknechte lebten als Geheimprotestanten in den Wäldern des Ötschers. Das stärkte den Zusammenhalt zwischen den Gemeindemitgliedern. Dieser Zusammenhalt, diese feste Verwurzelung im evangelischen Glauben, ist auch heute noch prägend für die Gemeinde", so Lusche. Erst im Zuge des Toleranzpatents konnte 1781 in Mitterbach die erste evangelische Pfarrgemeinde in Niederösterreich entstehen.

Besichtigung der Ausstellung. Von li: Kultur-Chef Hermann Dikowitsch, LH-Stellvertreter Wolfgang Sobotka, Bürgermeisterin Petra Zeh, Superintendent Weiland, Bürgermeister Hinterecker, Pfarrerin Lusche "Sie erleben in Mitterbach ein Stück niederösterreichischer Geschichte, das Sie nur hier erleben können", betonte Superintendent Paul Weiland bei der Eröffnung. Die Ausstellung gebe einen tiefen Einblick in die Geschichte der Region sowie die Entwicklung und Grundlagen von Toleranz. Weiland erinnerte daran, dass nur wenige Protestanten in Niederösterreich ihren Glauben bewahren konnten. "Sehr viele Evangelische aus Niederösterreich sind ausgewandert, etwa nach Franken. Als es 1781 möglich war, sich als evangelisch zu bekennen, taten dies nicht einmal 500 Personen, davon 400 in der Ötscherregion." Weiland unterstrich, dass das Thema Toleranz und Religion auch heute noch von Bedeutung sei, etwa beim Bau von Moscheen in Österreich oder bei der Debatte um Kreuze in Klassenzimmern. Die Geschichte dieser Region zeige auch, wie Menschen trotz belastender Geschichte zu einer tragfähigen Zukunft finden können.

Von einer großen Herausforderung, zugleich aber auch einer großen Chance sprach Bürgermeister Alfred Hinterecker. Die Ausstellung sei wichtig für Mitterbach und die ganze Region. Wolfgang Sobotka, Landeshauptmannstellvertreter von Niederösterreich, betonte die besondere Verpflichtung, die aus der Geschichte erwachse: "Die Geschichte zeigt uns, dass das, was wir heute als selbstverständlich begreifen, nicht immer konfliktfrei war."

Ausklang mit Holzknechtsessen am Kirchenplatz In seinem Festvortrag hob Militärsuperintendent Karl-Reinhart Trauner hervor, dass das Toleranzpatent Josephs II. von 1781 für die Protestanten ein Grund zur Freude gewesen sei. Das Wort "Toleranz" sei von seiner lateinischen Bedeutung her im Sinne von "erdulden" und "erleiden" zu verstehen. Dies habe sich auch beim Toleranzpatent gezeigt. Zwar wurden die Protestanten erstmals anerkannt, allerdings durften sie ihre Religion nicht öffentlich ausüben. Evangelische durften keine Kirchen bauen, sondern lediglich Bethäuser, die beispielsweise keinen Turm, keine Glocken, keine runden Fenster und auch keinen Eingang Festvortragender DDr. Karl-Reinhart Trauner straßenseitig haben durften. "Was wir heute unter Toleranz verstehen, meint eher Akzeptanz", erklärte Trauner. Bezugnehmend auf die heutige Situation sagte Trauner: "Ohne Toleranz ist eine Gesellschaft heute nicht mehr denkbar. Aber Toleranz kann nicht gegenüber allen Ansichten geübt werden!" Toleranz könne dazu verpflichten, intolerant zu werden, etwa wenn menschliches Leben in Gefahr sei oder Ungerechtigkeit zur Gerechtigkeit erklärt werde. Letztlich handle es sich um eine Frage der Werte, hier spielten Religionen eine wichtige Rolle. "Werte und religiöse Haltungen prägen das Handeln der Menschen in der Gesellschaft, und wir sind stolz darauf, dass Werte das Handeln prägen", so der Militärsuperintendent.

Moderatorin Birgit Zeiss-Brammer Durch den Eröffnungsabend führte ORF Moderatorin Birgit Zeiss-Brammer. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von der Familienmusik Größbacher, Diözesankantorin Sybille von Both und dem Musikverein Mitterbach.

Ausstellungskonzept und -gestaltung stammen von Gerhard Proksch, selbst auch Kurator der Landesausstellung ÖTSCHER:REICH, und Matthias Koch von der Firma RANDLOS media & kultur werkstatt.

Die Ausstellung "GLAUBENsREICH" kann Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr oder gegen Voranmeldung (Pfarramt Mitterbach,T: +43/699/18877313, E-Mail: evang.pfarremitterbach@ready2web.net) besucht werden. Obwohl die Landesausstellung bereits am 1. November 2015 zu Ende geht, wird die Ausstellung in Mitterbach bis 2017, dem Reformationsjubiläumsjahr, zu sehen sein.(Text: epd; Fotos: www.Mariazellerland-Blog.at)
(nach oben)

Kirche und Christen müssen Profil zeigen

Evangelische feierten den Kirchentag 2014 in Baden

Gottesdienst im Casino-Festsaal Um ihrer selbst willen braucht unsere Gesellschaft Orte der Werte- und Gewissensbildung und sichtbare Gelegenheiten der Gewissensüberprüfung. Das betonte der bayrische Landesbischof i. R. Dr. Johannes Friedrich am 19. Juni 2014 beim Evangelischen Kirchentag unter dem Motto "Setz auf Gott" in Baden. Dabei gehe es nicht darum, Werte zu stiften, sondern mithilfe der biblischen Botschaft die kritische Funktion auszuüben der Interpretation und der Prüfung dessen, was eine pluralistische Gesellschaft als ihre Werte anssehe und politisch für richtig halte, sagte Friedrich vor den ruund 350 Teilnehmern im Casino Baden. An vielen Stellen sei es nicht die Institution Kirche, die gefragt ist, sondern sind es die Christen, die Profil zeigen sollen, um auf Missstände in unserer Gesellschaft hinzuweisen.

Ein reichhaltiges Programm und die gute Organisation prägten das Treffen der Evangelischen in der niederösterreichischen Kurstadt. Ei ngeleitet wurde der Kirchentag mit einer Begegnung mit den Teilnehmern der Fonleichnamsprozession der Pfarre Baden St. Stephan. Dabei bezeichnete Superintendent Paul Weiland es als besonderen Akzent, wenn Teilnehmer des Kirchentags und der Fronleichnamsprozession gemeinsam Gottes Wort hören und gemeinsam beten.

Das Kuchenbuffet fand guten Zuspruch Beim Gottesdienst im Festsaal des Casinos wirkten musikalisch ein aus 50 Sängerinnen und Sängern bestehender Chor aus verschiedenen evangelischen Gemeinden und das Bläserensemble Brassissimo mit. Neben dem Festvortrag konnten die Besucher wählen zwischen einer Geschminkt beim Kinder-Kirchentag Führung durch das Rosarium, bei der auch die Lutherrose eine besondere Rolle spielte, und der Stadtführung "Kaiserliches Baden". Und so manche Erwachsene erfreuten sich auch am abwechslungsreichen Kinder- und Jugendprogramm.

In der Kirche boten junge Künstler unter dem Titel "Gemischter Satz" ein schgwungvolles und abwechslungsreiches Konzert. Begegnungen, Gespräche und eine Tombola rundeten das Angebot des Kirchentags ab, der mit einer Andacht der Frauenarbeit endete.

Der nächste Kirchentag wird schon geplant: Donnerstag, 4. Juni 2015, in der Garten Tulln.
(nach oben)

Schön, dass es den Konfi-Tag gibt

Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind...

…und dann auch noch in SEINEM Namen, da ist ER mitten unter ihnen. Bereits zum dritten Mal fand am 17. Mai 2014 der Konfi-Tag SÜD in Wr. Neustadt statt. Fast 200 Konfirmandinnen und Konfirmanden aus den Gemeinden der Region Süd kamen zusammen, um sich kennen zu lernen, den Blick über die Gemeindegrenzen hinaus zu wagen und vor allem einen Nachmittag lang gemeinsam viel Spaß zu haben. Konfis und Mitarbeitende aus Perchtoldsdorf, Mödling, Traiskirchen, Bad Vöslau, Berndorf, Ternitz, Neunkirchen, Gloggnitz und Nasswald reisten nach Wr. Neustadt an. Wetterbedingt musste ein Teil des Programmes kurzfristig verändert bzw. teilweise nach drinnen verlegt werden, was der guten Stimmung jedoch keinen Abbruch tat.

Geschicklichkeitsspiele im Garten Kennenlernen und Besinnung in der Kirche

Das Bogenshießen ist sehr begehrt Pfarrerin Angelika Petritsch und Pfarrer Karl-Jürgen Romanowski Nach einer bewegten und bewegenden Aufwärmphase in der Großgruppe verteilten sich die Jugendlichen auf mehr als zehn Workshop-Stationen. Diese reichten von A wie Abseilen vom Kirchturm, B wie Bogenschießen, C wie Chaosspiel, D wie Der Kampf der Geschlechter über K wie Kurzfilme, M wie Malen, S wie Singen bis zu W wie Werwolf. Und auch fast alle anderen Buchstaben waren an diesem Tag irgendwie vertreten. J zum Beispiel durch den Jugendgottesdienst oder zum Abschluss - schon im leichten Nieselregen - ein zweites Mal das W wie Würstelgrillen.

Der Konfi-Tag Süd hat sich in der Zeit seines kurzen Bestehens zu einem Fixpunkt in der Konfi-Arbeit im Süden Niederösterreichs entwickelt und so gibt es bereits Vorarbeiten für einen Konfi-Tag OST-WEST im Jahr 2015.
(nach oben)

Gustav Adolf-Verein NÖ: Sybille Roszner neue Obfrau

Obfrau Sybille Roszner, M.Ed. Obfrau-Stellv. Pfr. i. R. Univ. Prof. Mag. D. Ernst Hofhansl Einen Wechsel hat es in der Leitung des Gustav Adolf-Vereins Niederösterreich gegeben. Der Vorstand wählte in seiner Sitzung Ende Mai 2014 Sybille Roszner, M.Ed., Kuratorin der Pfarrgemeinde Mödling, zur neuen Obfrau. Roszner folgt in dieser Funktion Pfarrer i. R. Univ. Prof. Mag. D. Ernst Hofhansl nach, der 16 Jahre Obmann des niederösterreichischen Gustav Adolf Vereins war. Hofhansl wurde zum stellvertretenden Obmann mit Schwerpunkt Auslandskontakte gewählt.

Dem Vortsnad des nö Gustav Adolf-Vereins gehören neben Roszner und Hofhansl ferner an: Senior Mag. Christian Brost, FI Dipl. Päd. Paul Niederwimmer, Senior Mag. Karl-Jürgen Romanowski, Dipl. Päd. Eva Tiefenbacher und Superintendent Paul Weiland.
(nach oben)

Abschlussfeier zum Diakoniejahr 2013 in St. Pölten

Weiland:"Wir sind authentisch, wenn wir diakonisch sind"

Im Vordergrund: KonfirmandInnen mit dem Diakoniebild.  Dahinter von links: Militärkommandant Rudolf Striedinger, Synodenpräsident Peter Krömer, Nationalratsabg. Friedrich Ofenauer, Vizebürgermeister Franz Gunacker, Nationalratsabg. Otto Pendl, Pfarrerin Angelika Petritsch, Pfarrer Mag. Andreas Hankemeier, Superintendentialkuratorin Gisela Malekpour, Superintendent Paul Weiland,  Karin Gruber, Leiterin der Justizanstalt Göllersdorf, sowie Johannes Schrems und Christian Heissenberger von der Hypo NOE
Mit einer großen Feier fand das Diakoniejahr der Evangelischen Kirche in St. Pölten seinen Abschluss. Vertreterinnen und Vertreter aus den niederösterreichischen Pfarrgemeinden wie aus diakonischen und karitativen Einrichtungen trafen sich am 18. Jänner in der Landeshauptstadt, um das vergangene Schwerpunktjahr Revue passieren zu lassen und sich noch einmal an die vielen diakonischen Aktivitäten der vergangenen zwölf Monate zu erinnern.

Superintendentialkuratorin Gisela Malekpour und Superintendent Paul Weiland "Das Diakoniejahr ist zu Ende, aber natürlich hört die diakonische Arbeit in unseren Pfarrgemeinden nicht auf", erklärte Niederösterreichs Superintendent Paul Weiland. Diakonie sei Teil der Kirche, Diakonie gehöre zum Christsein dazu, so Weiland, der sich bei den vielen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für das Gelingen des Diakoniejahres bedankte. "Wir sind dann authentisch, wenn wir diakonisch sind!"

Von einem bemerkenswerten Jahr sprach auch Niederösterreichs Superintendentialkuratorin Gisela Malekpour. "In diesem Jahr ist unglaublich viel passiert. Speziell auch am Diakoniesonntag hatten wir tolle Erfolge und haben wichtige Erfahrungen gemacht."

Blick in den Festsaal der Hypo NOE Oberkirchenrat Karl Schiefermair, zuständig für die Diakonie, bezeichnete das Diakoniejahr 2013 als einen österreichweiten Erfolg. "Diakonie ist der Arm des Glaubens, der in der Liebe tätig wird". Schiefermair rief die Pfarrgemeinden aber auch dazu auf, weiterhin karitativ tätig zu sein: "Eine Zahl ist bei mir in den letzten Tagen hängengeblieben. Sechs Prozent der Bevölkerung in Österreich leben in Armut. Das heißt, auch sechs Prozent der Menschen in unseren Pfarrgemeinden leben in Armut. Kennen wir die? Tun wir etwas für sie?", fragte Schiefermair.

Die Leiterin der Justizanstalt Göllersdorf, Karin Gruber, und Pfarrer Markus Fellinger Symbol des Diakoniejahres 2013 waren "Diakonie-Kerzen", die das ganze Jahr hindurch in den evangelischen Kirchen Niederösterreichs brannten. Hergestellt wurden diese in der Justizanstalt Göllersdorf, in der geistig abnorme Rechtsbrecher untergebracht sind. "Die Idee kam von Gefängnispfarrer Markus Fellinger", erklärte Karin Gruber, Leiterin der Justizanstalt."Die Patienten waren ganz erstaunt und erfreut, dass sie mitmachen durften." Das Gefühl gebraucht zu werden sei ganz wichtig, betonte Gefängnispfarrer Markus Fellinger. "Jede Bedeutung, die man einem Menschen gibt, trägt zum Selbstwert und zur Gesundung bei." Das Projekt sei aber auch für die Pfarrgemeinden wichtig gewesen, so Fellinger weiter. "Diese Menschen in der Haftanstalt geraten zu schnell in Vergessenheit. Durch diese Kerzen werden sie wahrgenommen."

Hannelore Böck und Pfarrerin Roswitha Petz (rechts) übernehmen vom Evangelischen Bildungswerk den Diakoniepreis 2013 für die Pfarrgemeinde Krems Bei der Abschlussfeier im Festsaal der Hypo NÖ wurde auch der Diakoniepreis des Niederösterreichischen Evangelischen Bildungswerks vergeben. Insgesamt waren acht Projekte eingereicht worden. Den mit 2000 Euro dotierten Preis erhielt die evangelische Pfarrgemeinde Krems, die seit mehreren Monaten eine iranische Flüchtlingsfamilie intensiv begleitet und betreut.

Die KonfirmandInnen freuen sich über das Ergebnis der Versteigerung
Bei der Versteigerung eines Diakonie-Bildes, gezeichnet von niederösterreichischen KonfirmandInnen beim Konfitag 2013 in Wiener Neustadt, wurden ebenfalls 2000 Euro erzielt. Das Geld kommt jungen Asylwerbern zu Gute, die damit ihren Pflichtschulabschluss nachholen können.


Der Käufer, Johannes Schrems von der HYPO NÖ, überreicht den Scheck Mit dem Erlös finanzieren junge Asylwerber ihre Ausbildung








KonfirmandInnen, Asylwerber, PfarrerInnen, der Käufer und die Moderatorin nach der Versteigerung Musikalisch gestaltet wurde die Feier vom Gospelchor der Evangelischen Kirche in Niederösterreich unter der Leitung von Diözesankantorin Sybille von Both. Durch den Abend führte ORF-Journalistin Birgit Zeiss-Brammer.

Der Gospelchor mit Diözesankantorin Sybille von Both Die Hypo NÖ bot nicht nur eine interessante Führung durch das neue Haus an und stellte für die Feier den Festsaal zur Verfügung, sie ersteigerte auch das Bild der KonfirmandInnen und lud alle Teilnehmer zum Abendessen ein.

(nach oben)

Original Adventkranz für Landeshauptmann Erwin Pröll

Evangelische Kirche und Diakonie überbringen den Adventkranz mit 24 Kerzen

Superintendnetialkuratorin Gisela Malekpour, Superintendent Paul Weiland, Landeshauptmann Erwin Pröll, Rektor Michael Bubik Kerstin Karlinger und Diözesankantorin Sybille von Both

Einen dem Original nachgebauten Adventkranz hat Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll im Advent 2013 in seinem Büro. Überreicht wurde der Kranz mit den 24 Kerzen am 19. November von Superintendent Paul Weiland, Superintendentialkuratorin Gisela Malekpour und dem Rektor der Diakonie Eine Welt, Michael Bubik. Der Kranz hat einen Durchmesser von einem Meter.

Um zu unterstreichen, dass der Kranz in der hektischen Adventzeit daran erinnert, kurz einmal innezuhalten, gaben Diözesankantorin Sybille von Both und Kerstin Karlinger für den Landeshauptmann ein vorgezogenes Adventständchen.

Von einzelnen niederösterreichischen Pfarrgemeinden haben auch Bürgermeister und Bezirkshauptleute einen Original-Adventkranz erhalten.

Entstanden ist der Adventkranz vor über 170 Jahren. Der evangelische Theologe und Pädagoge Johann Hinrich Wichern hat ihn im Jahr 1839 in einem Haus für verwahrloste Kinder eingeführt. Um diesen Kindern aus ärmsten Verhältnissen im Advent die Zeit bis Weihnachten zu verkürzen, und um ihnen ein Zeit- und Geschichtsbewusstsein zu vermitteln, entzündete man im Haus der Diakonie jeden Abend eine Kerze an einem großen Wagenrad. Aus dieser Idee entstand der uns heute bekannte Adventkranz. Der ursprüngliche Adventkranz hatte immer genau so viele Kerzen, wie der Advent Tage zählte. Im Jahr 2013 sind das 24 Kerzen, vier große weiße Kerzen für die Adventsonntage und 20 kleine rote für die Wochentage.
(nach oben)

Michael Simmer neuer Jugendpfarrer in Niederösterreich

Mag. Michael Simmer wurde am 15. September 2013 von Superintendent Paul Weiland in der Evangelischen Kirche in Mödling zum Pfarrer der Evangelischen Kirche A. B. in Österreich ordiniert und anschließend in das Amt des Jugendpfarrers der Evangelischen Superintendenz A. B. NÖ eingeführt. Assistenten waren bei der Ordination die Pfarrer Mag. Siegfried Kolck-Thudt und Mag. Jürgen Öllinger, bei der Amtseinführung zusätzlich Pfarrerin Mag. Ulrike Nindler und der Wiener Jugendreferent Sepp Fessler.

Michael Simmer ist derzeit der einzige Jugendpfarrer in Österreich. Seine Schwerpunkte liegen vor allem im Aufbau und in der Begleitung der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen auf Gemeindeebene, der Organisation von diözesanen Veranstaltungen und der Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Einstimmig zum neuen Jugendpfarrer der Diözese Niederösterreich gewählt wurde Simmer vom Jugenrat der Evangelischen Jugend in Niederösterreich. Bei der Sitzung am 8. Juni 2013 in Neunkirchen unter dem Vorsitz von Kristina Frömmer erhielt Simmer die Stimmen aller anwesenden Gemeinden. Er war breits als Pfarramtskandidat in der Jugendarbeit in Niederösterreich aktiv. Davor war er Lehrvikar in Amstetten-Waidhofen/Ybbs.
(nach oben)

Kirchentag in Korneuburg: Mit Scheibtruhen zum Gottesdienst

Vielfältige Veranstaltungen zum Thema "Gott baut auf" - Gute Stimmung trotz schlechtem Wetter

Stilgerechter Altar: Gott baut auf
Als lebendige Bausteine mit der Scheibtruhe zum Kindergottesdienst An die 400 Personen besuchten am 30. Mai 2013 den Kirchentag der Evangelischen Niederösterreichs in Korneuburg. Er stand unter dem Motto "Gott baut auf". Die Veranstaltung startete im Korneuburger Stadtsaal mit einem Festgottesdienst, den Pfarrerin Anneliese Peterson, unterstützt von Vikarin Anne-Sofie Neumann und Pfarrer im Ehrenamt Univ. Prof. Markus Öhler leitete. Jugendpfarrer Michael Simmer lud die jungen Besucher zu Kinder- und Jugendgottesdienst. Die Kleinsten wurden - ganz im Sinne des Mottos "Bauen" - in Scheibtruhen zum Ort des Geschehens chauffiert.

Der neue Martin Luther-Platz in Korneuburg Nach der liturgischen Feier ging es vom Hauptplatz zu Fuß zur Dreieinigkeitskirche in die Kielmannseggasse. Dieser Festzug sollte an die feierliche Einweihung der 1963 neu errichteten evangelischen Kirche erinnern. Der Bau des von Architekt Alfred Bastl konzipierten Gotteshauses feiert heuer das 50-Jahr-Bestandsjubiläum.

Stadtsaal statt freies Gelände. Die Jugend beim Bau der Kugelbahn Im Kreuzungsbereich nahe der Kirche wurde der Martin-Luther-Platz im Beisein von Superintendent Paul Weiland und Bürgermeister Christian Gepp in einer aufgrund des inzwischen eingesetzten strömenden Regens nur kurz gehaltenen Feier seiner Bestimmung übergeben.

Experiment Kugelbahn gelungen Der Superintendent dankte der Stadt für das nachhaltige Zeichen in Erinnerung an das Kirchenjubiläum und im Blick auf das Jahr 2017.

Nachmittags gab Univ. Prof. Rudolf Leeb Einblick in die Theologie des lutherischen Kirchenbaus des 20 Jahrhunderts und der Gegenwart. Der Langenzersdorfer Schauspieler Gerhard Karzel las aus dem Werk von Wolfgang Teuschl "Da Jesus und seine Hawara". Bischof Michael Bünker hielt einen Vortrag über "Bauen mit lebendigen Steinen" und die bekannte Liedermacherin und Theologin Claudia Mitscha-Eibl ("Mirjiam, Mirjiam schlug auf die Pauke") lud zum Mitsingen ein. Franz Kaupe vom Museumsverein wiederum vermittelte Wissen über die "Rattenfängerstadt" Korneuburg. Für die Kinder und Jugendlichen gab es ein je eigenes Programm, das trotz Schlechtwetter und Alternativprogramm die zahlreich anwesenden jungen Menschen begeisterte.

Die Liedermacherin Claudia Mitscha-Eibl Die Kinder waren mit Begeisterung dabei Auch der Aspekt der Ökumene zwischen der römisch-katholischen Kirche und der evangelischen Kirche in Korneuburg kam nicht zu kurz. So besuchte sowohl seitens der Evangelischen eine Abordnung die Fronleichnamsprozession der Katholiken am Hauptplatz als auch der römisch-katholische Stadtpfarrer Stefan Koller die evangelische Feier.

Korneuburg übergibt die Gustav Adolf-Fahne an Baden Die ABC-Abwehrschule des österreichischen Bundesheeres in der Dabsch-Kaserne Korneuburg unterstützte die Veranstaltung mit Zelten und einer Gulaschkanone. Die zahlreichen Ehrenamtlichen der evangelischen Pfarrgemeinde sorgten für eine Vielfalt an kleinen Schmankerl. Pfarrerin Anneliese Peterson und Kurator Franz Errath überreichten die Gustav Adolf-Fahne an Pfarrer Gerhard Seifert und Kurator Ernst Pokorny von der Evangelischen Pfarrgemeinde Baden bei Wien, wo am 19. Juni 2014 das nächste Gustav Adolf-Fest gefeiert wird.
(nach oben)

Bundespräsident Dr, Heinz Fischer besuchte Martin Luther-Kirche in Hainburg an der Donau

In der Martin Luther-Kirche in Hainburg zu Gast war im Rahmen seines Besuches der Stadt Hainburg an der Donau am 24. Mai 2013 Bundespräsident Dr. Heinz Fischer mit seiner Gattin Margit. Superintendent Paul Weiland und Pfarrer László László informierten den Bundespräsidenten über Entstehung, Bedeutung und Symbolik dieses weltweit bemerkenswerten Kirchenbaus des 21. Jahrhunderts. Der Bundespräsident war ein aufmerksamer Zuhörer und gratulierte in seiner Eintragung im Gästebuch zu dieser Kirche. (Fotos Hanus)
(nach oben)

Tolle Stimmung, gutes Miteinander, viele Aktivitäten

Erfolgreicher Zweiter Konfi-Tag in Wiener Neustadt

Pfarrerin Angelika Petritsch und die Pfarrer Michael Lattinger und Karl-Jürgen Romanowski (von rechts) KonfirmandInnen in der Wiener Neustädter Kirche Tolle Stimmung, gutes Miteinander sowie zahlreiche unterhaltsame, kreative und lehrreiche Aktivitäten kennzeichneten den Zweiten-Konfi-Tag der evangelischen Gemeinden der Region NÖ-Süd am 27. April 2013 in Wiener Neustadt. 180 Konfirmandinnen und Konfirmanden und rund 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter freuten sich über die optimalen Bedingungen im Wiener Neustädter Gemeindezentrum und genossen bei angenehmem Wetter das fröhliche Miteinander und das vielfältige Angebot.

Interessante Einblicke in die Arbeit der Feuerwehr Das Bogenschießen erfreute sich großer Beliebtheit Auf die Zusammenarbeit kommt es anKreativität beim Malen

Die "Malschule" brachte unter fachkundiger Leitung wieder eine ganze Reihe von Kunstwerken zustande. Aber auch bei der Wr. Neustädter Feuerwehr war einiges an Praxis zu lernen. Die Abseilübungen im Turm, mit professioneller Hilfe von Spezialisten des Österreichischen Alpenvereins Wr. Neustadt, verlangten schon etwas Mut. Gleich daneben war auch im Gruselstollen mit einer wahrhaft überzeugend geschminkten (jugendlichen) "Ahnfrau" für Herzklopfen gesorgt. Die Jugendlichen konnten sich Gipsmasken verpassen lassen, beim Bogenschießen ihr Talent erproben, mit den "Werwölfen" praktische Psychologie erfahren, auf einem Geschicklichkeitsparcours in "Teamarbeit" erfolgreich sein - und, und, und …

Hochbetrieb beim Grillen Den Jugendlichen und den Erwachsenen hat es geschmeckt

Großartig war auch die Leistung des "Catering-Teams", das etwa 240 Menschen mit köstlicher Bratwurst, "Quietschkäse", Fladenbrot, Obst und Getränke innerhalb von 25 Minuten versorgt hat.

Beratungen beim Chaos-Spiel Diakonie-Bild: Beitrag der KonfirmandInnen zum Jahr der Diakonie Ein Bild, das die KonfirmandInnen aus Anlass des Jahres der Diakonie mit dem Wort "Diakonie" gemalt und der Superintendentur geschenkt haben, wird versteigert und mit dem Erlös ein diakonisches Projekt der Konfirmanden des Jahres 2013 unterstützt.
(nach oben)

Kremser Heilandskirche wieder mit Turmkreuz

Renovierungsarbeiten der 1913 errichteten Kirche gehen gut voran

Das Turmkreuz der Heilandskirche in Krems Jetzt ist es wieder auf der Kirchturmspitze, das Turmkreuz der Heilandskirche in Krems, und ein markantes Zeichen über den Dächern der Stadt Krems. Die Kirche ist eine der drei von dem deutschen Architekten Otto Bartning in Österreich entworfenen Kirchen. Der 1913 fertig gestellte Zentralbau mit Dachreiter wirkte in jener Zeit des vorwiegend neugotischen Kirchenbaues geradezu revolutionär.

Pfarrerin Mag. Roswitha Petz füllt die Zeitkpasel Das Turmkreuz wurde am 17. April 2013 nach einer feierlichen Zeremonie in der Kirche wieder auf die Kirchturmspitze gesetzt. In die enthaltene "Zeitkapsel" wurden ein aktueller Satz Euro- und Cent-Münzen, die Kirchenzeitung "Unterwegs" über die Generalsanierung, eine Urkunde mit den Namen für die Restaurierung verantwortlichen Personen sowie der Restaurierungsbericht über die Kreuzrestaurierung deponiert. Die derzeitigen großen Renovierungsarbeiten gehen gut voran und werden rechtzeitig zum 100 Jahr Jubiläum Anfang Oktober abgeschlossen sein.
(nach oben)

Gemeinden sind Orte der Diakonie

Auftakt zum Jahr der Diakonie mit Entzünden der Diakoniekerzen in Niederösterreich

Die Vertreter der Gemeinden mit den Diakoniekerzen in den Laternen (Fotos Pointner)
Die in der Justizanstalt Göllersdorf hergestellte Diakoniekerze Vertreter der niederösterreichischen evangelischen Gemeinden waren am ersten schönen Abend dieses Jahres in die Landeshauptstadt gekommen, um am 13. April 2013 mit Repräsentanten der Öffentlichkeit und anderer karitativer Organisationen das Jahr der Diakonie 2013 zu starten.

Bischof Dr. Michael Bünker bezeichnete dabei die diakonische Arbeit in den Pfarrgemeinden als einen unverzichtbaren Beitrag zum Zusammenhalt der Gemeinschaft. Dieser Einsatz sei auch im hohen Maß sinnvermittelnd und sinnschenkend. Wir leben immer in "Nachbarschaft", die nur funktioniere, wenn Ausgleich zwischen den einzelnen stattfinde, betonte der Bischof.

Moderatorin Birgit Zeiss-Brammer, Bischof Michael Bünker, Diakoniedirektor Michael Chalupka, 2. Landtagspräsident Johann Heuras und Bürgermeister Matthias Stadler (von links) Diakoniedirektor Mag. Michael Chalupka wies darauf hin, dass die Kluft zwischen Armen und Reichen nicht kleiner geworden sei. Ein Ziel der Diakonie und der Kirche sei, diese Kluft zu verringern. Der Wunsch Chalupkas an die politisch Verantwortlichen ist, dass diese einmal die Position wechseln und die Anliegen mit den Augen der Betroffenen wahrnehmen. Für den 2. Präsidenten des niederösterreichischen Landtags, Mag. Johann Heuras, der Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll vertreten hat, bedeutet diakonische Arbeit, Brücken zu bauen, damit zum Beispiel die Flüchtlinge an dieser Gesellschaft andocken können. "Wir müssen Parallelgesellschaften verhindern", sagte Heuras, der zur Arbeit der Diakonie feststellte: "Wir vertrauen auf die Diakonie".

Trotz Luther mit Regenschirm: Das Wetter war evangelisch Die gute Zusammenarbeit zwischen der Stadt St. Pölten und der Diakonie betonte auch Bürgermeister Mag. Matthias Stadler. "Mit dem heutigen Abend setzten wir auf diesem Platz ein wichtiges Zeichen für die Öffentlichkeit", sagte Stadler und nannte als Ziel der Stadt St. Pölten und der Diakonie, die Flüchtlinge in kleine Wohneinheiten mitten in die Stadt zu bringen. Das gelinge vorbildlich. Emmausgründer Mag. Karl Rothenschlager erklärte, dass neben den Haftentlassen und den Suchtkranken zunehmend psychisch Kranke zur Zielgruppe würden. Emmaus versuche, ihnen durch Wohnung und Arbeite eine faire Chance zu geben.

Die Pfarrgemeinde Amstetten-Waidhofen/T mit Laterne und Kerze Gefängnispfarrer Markus Fellinger nannte als Schwerpunkt seiner Arbeit, Begegnungen zu schaffen, die den Menschen wieder Würde geben, ein JA zu verkörpern, wo so viel NEIN zu spüren ist. Rektor Mag. Michael Bubik betonte die Wichtigkeit, vor allem auch vor Ort zu helfen, damit Menschen zu Hause bleiben können. Im Asylverfahren bräuchten Flüchtlinge und Beamte Unterstützung. Superintendentialkuratorin Dr. Gisela Malekpour plädierte dafür, Flüchtlinge als Gäste zu sehen, auf sie zuzugehen und voneinander zu lernen. In den von der ORF Redakteurin Mag. Birgit Zeiss-Brammer moderierten Interviewrunden kamen auch eine Bewohnerin des Frauenhauses und ein Flüchtling aus dem Iran zu Wort, die über ihre Wege der Integration berichteten. Übrigens, der junge Mann spricht nach zwei Jahren in Österreich fließend Deutsch und besucht erfolgreich die 7. Klasse Gymnasium.

Die Kerzen, die am Sonntag die Gemeinden bei ihren Aktivitäten begleiteten, wurden von der Heilpädagogischen und Ergotherapeutischen Gruppe der Justizanstalt Göllersdorf hergestellt. Diese diakonische Kerze soll in den Pfarrgemeinden die Menschen, die "nicht sichtbar" sind, in Erinnerung rufen. Das Projekt geht insofern weiter, als alle Pfarrgemeinden gebeten wurden, Kerzenreste zu sammeln, um nicht nur weitere Kerzen zu produzieren, sondern auch um einen symbolischen Kommunikationsfluss aufrecht zu erhalten.

Kohelet 3 mit Ewa und Bohdan Hanushevsky und Kurt Edlmair Die Spenden für die angebotenen Suppen wurden dem Projekt der Evangelischen Diözese NÖ gewidmet. Als Beispiel für die diakonische Verantwortung wird die nachhaltige Begleitung eines jugendlichen Asylwerbers bis zu seiner Integration übernommen. Mit 1500.- € wurde ein Grundstein dafür gelegt. Eingeleitet und begleitet wurde der Diakonieabend mit der Musik der Gruppe Kohelet 3. Ewa und Bohdan Hanushevsky und Kurt Edlmair begeisterten die Zuhörer mit ihrem Konzert und waren einfühlsame Begleiter des diakonischen Abends.Sehr positiv waren auch die Reaktionen aus den Gemeinden zu den Gottesdiensten und weiteren Aktivitäten am Diakoniesonntag in den Gemeinden und Regionen. Segensgottesdienste, Benefizessen, Bilderversteigerungenwie und Vorträge gaben viele diakonische Impulse und waren für viele ein "dichtes, schönes Erlebnis".

(nach oben)

"Glaubens.Bilder" in der Hainburg

Christa Hameseder stellt Bilder in der Martin-Luther-Kirche in Hainburg aus

Carl Aigner, Direktor des NÖ Landesmuseums, Bischof MIchael Bünker, Christa Hameseder, Superintendent Paul Weiland, Pfarrer Laszlo und Veronika Laszlo
Die gebürtige Waldviertlerin Christa Hameseder stellt ihr Bilder unter den Titel "Glaubens.Bilder". Sie glaube "an die Energie, die schöpferische Prozesse freisetzt und Mut zum Leben gibt", so die Künstlerin. Ihre Bilder leben von ganz konkreten Gefühlen und Empfindungen, die da Spektrum des menschlichen Daseins umfassen. Sie findet Inspiration in intensiven und positiven Erfahrungen im Hier und Jetzt, besonders in der Natur. In diesem schöpferischen Prozess spielt die intuitive Farbauswahl eine maßgebliche Rolle.

Bis Ende September ist die Ausstellung jeden Samstag von 14 bis 17 Uhr und jeden 2. und 4 Sonntag vor und nach dem Gottesdienst bis 12 Uhr geöffnet. Den Verkaufserlös widmet die Künstlerin der Martin-Luther-Kirche.
(nach oben)

Jahr der Diakonie - Reformationsjubiläum - Buchpräsentation

Kirche in Niederösterreich stellt in einer Pressekonferenz Aktivitäten zum Jahr der Diakonie 2013 vor

Rektor Michael Bubik, Superintendent Paul Weiland, Superintendentialkuratorin Gisela Malekpour und Bischof Michael Bünker (von links) mit Luther-Statue Auf die vielfältige diakonische Arbeit in den evangelischen Pfarrgemeinden Niederösterreichs und das österreichweite Diakonie-Schwerpunktjahr unter dem Leitgedanken "...dass es zu einem Ausgleich komme" machte die Evangelische Kirche in Niederösterreich bei einer Pressekonferenz am 24. Jänner in St. Pölten aufmerksam.

"Diakonie gehört als Lebensäußerung evangelischen Glaubens zu den wesentlichen Aufgaben der Kirche", erklärte Bischof Michael Bünker. Der Fokus sei im Schwerpunktjahr auf die diakonische Arbeit der Pfarrgemeinden gerichtet. Die Zahl der Armen nehme immer mehr zu, die Schere zwischen Arm und Reich gehe auseinander, die Zahl der Notleidenden steige dramatisch an. Dieser Entwicklung würden die evangelischen Pfarrgemeinden entgegenwirken. "Christliche Gemeinden bieten Anlaufstellen für Hilfesuchende, sie bieten Netze des Zusammenhaltes, sie bieten Räume der Begegnung im gegenseitigen Geben und Nehmen, in Respekt und Achtung voreinander", so Bünker.

Pfarrgemeinden sind Anlaufstellen für Hilfesuchende

Betreuung alter und demenzkranker Menschen, Hilfe für pflegende Angehörige, ehrenamtliche SeelsorgerInnen in der Gefängnisseelsorge, freiwillige Hilfe beim Flüchtlingsdienst, Sprachkurse für Asylwerberinnen und Asylwerber, Hilfe für Behinderte und vieles mehr würden die 28 evangelischen Pfarrgemeinden in Niederösterreich anbieten, berichtete Superintendentialkuratorin Gisela Malekpour. So verfüge jede Pfarrgemeinde, von Neunkirchen bis Waidhofen an der Thaya, über Diakonie-Beauftragte. "Wir helfen, wo Not ist. Und wir belassen es nicht nur beim Hinschauen, sondern wir packen tatsächlich an."

Um die wertvolle Arbeit der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer in den Pfarrgemeinden zu würdigen, werden nicht nur am Sonntag, 14. April, wie in allen anderen Diözesen auch, spezielle Diakonie-Gottesdienste in den Pfarrgemeinden gefeiert, sondern das ganze Wochenende der guten Sache gewidmet. Neben der Auftaktveranstaltung am 13. April am Rathausplatz in St. Pölten mit einem Konzert der Musikgruppe "Kohelet 3" wird es am Nachmittag des 14. Aprils zu einem gemeinsamen Austausch und Treffen zwischen den einzelnen Pfarrgemeinden einer Region kommen.

Das "Jahr der Diakonie" sei ein Schritt hin zum Jahr 2017, dem Jahr des Reformationsjubiläums, erklärte Niederösterreichs Superintendent Paul Weiland. Der Thesenanschlag von vor 500 Jahren soll nicht nur historisch bedacht werden, sondern für die Kirche und die Menschen heute aktualisiert werden. In Niederösterreich würden kirchliche Ehrenamtliche im Durchschnitt rund 20 Jahre freiwillig und unentgeltlich helfen. "Ohne diese Helferinnen und Helfer wäre unsere Gesellschaft ärmer." Hinter der freiwilligen Arbeit stecke oft ein großes Maß an Verbindlichkeit, die Ehrenamtlichen würden sich in dieser langen Zeit viel Fachwissen und Kompetenz aneignen, ist Weiland überzeugt. Mit den Feierlichkeiten wolle man nicht nur die Ehrenamtlichen "vor den Vorhang holen", sondern auch zur Vernetzung aller karitativ und sozial tätiger Menschen beitragen.

Bildungswerk vergíbt einen mit 2000.- Euro dotierten Diakonie-Preis

Die Evangelische Kirche in Niederösterreich werde heuer auch einen minderjährigen Flüchtling aufnehmen und ihm von der Ausbildung bis zur Job- und Wohnungssuche helfen, sagte Weiland. "Wir begleiten diesen Mann bis zu seiner Integration und übernehmen alles, was dazu notwendig ist." Weiland kündigte außerdem an, dass am Ende des Jahres vom Evangelischen Bildungswerk Niederösterreich ein mit 2.000 Euro dotierter Preis für ein Projekt, das Diakonie und Bildung verbindet, vergeben werde. Damit solle unterstrichen werden, wie stark Reformation mit Diakonie und Bildung verbunden ist.

Wie stark Kirche und Diakonie miteinander verbunden sind, zeige sich am Engagement der Institution Diakonie in Niederösterreich, so Michael Bubik, Rektor der Diakonie Eine Welt. Er erinnerte daran, dass der Flüchtlingsdienst in Niederösterreich entstanden sei, als 1998 die Evangelische Pfarrgemeinde in Traiskirchen ihre Kirche für Flüchtlinge geöffnet hat. Heute sei die Hilfsorganisation auf 200 MitarbeiterInnen, davon 63 Ehrenamtliche, angewachsen. Rund 17.000 Flüchtlinge hätten allein im vergangenen Jahr die Hilfe des Flüchtlingsdienstes beansprucht. Neben der Flüchtlingsarbeit gebe es aber auch andere Betätigungsfelder der Diakonie, etwa die mobile Palliativstation in Waidhofen an der Ybbs, die von den zur Diakonie gehörenden Johannitern betreut wird, sowie zwei Wohngemeinschaften für Jugendliche in Schwierigkeiten, die vom Diakoniezentrum Spattstraße getragen werden.
(nach oben)

Evangelisch. Im Himmel und auf Erden

Neues Buch über die Evangelischen Pfarrgemeinden in Niederösterreich


Mit dem soeben erschienenen Buch "Evangelisch. Im Himmel und auf Erden" stellen sich die 28 Evangelischen Pfarrgemeinden in Niederösterreich vor. Die lebendigen Gemeinden prägen das Gesicht des Bundeslandes entscheidend mit.

Fotograf Benjamin Zika, Verleger Robert Ivancich, Herausgeber Alfred Mejstrik (von links) Das Buch gibt auf 220 Seiten einen Überblick über die Geschichte und gegenwärtige Situation der Pfarrgemeinden. Beispielhaft werden an extra für diesen Band fotografierten Kirchen und Kapellen die evangelischen Gemeinden bildlich vorgestellt. Die architektonische Bandbreite ist dabei enorm. Sie reicht von Gotik über Jugendstil bis zur unmittelbaren Gegenwart, die durch die Kirchenbauten in Klosterneuburg, Waidhofen an der Thaya und Hainburg an der Donau dokumentiert wird.

Herausgeber ist die Evangelischen Kirche in Niederösterreich, erschienen ist das Buch im Kral Verlag, Format: 20,3 x 26 cm, 220 Seiten, ISBN: 978-3-99024-146-2, € 29,90.
(nach oben)

Original Adventkranz für Landeshauptmann Pröll

Einen Original Adventkranz haben die Evangelische Kirche und die Diakonie rechtzeitig vor dem ersten Adventsonntag an Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll überreicht. Der Adventkranz soll für besinnliche Zeiten sorgen, aber auch durch seine Herkunft auf die Verantwortung für junge Menschen erinnern.

Entstanden ist der Adventkranz im Jahr 1839 in einem Haus der Diakonie für verwahrloste Kinder. Um diesen Kindern aus ärmsten Verhältnissen im Advent die Zeit bis Weihnachten zu verkürzen, erfand der Leiter des Hauses, der evangelische Pfarrer Johann Hinrich Wichern, den Kranz mit Kerzen. Jeden Abend wurde eine Kerze entzündet. Der ursprüngliche Adventkranz hatte immer genau so viele Kerzen, wie der Advent Tage zählte. Im Jahr 2012 sind das 23 Kerzen.

Auf dem Foto von Rechts: Superintendentialkuratorin Dr. Gisela Malekpour, Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, Superintendent Mag. Paul Weiland, Diakonie Rektor Mag. Michael Bubik, Diakonie Geschäftsführer Heinz Wieser (Foto: wepe)
(nach oben)

Hohe Auszeichnung für Superintendent Weiland

Mit dem Großen Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ist am Dienstag, 6. November, der Superintendent der Evangelischen Kirche in Niederösterreich, Paul Weiland, ausgezeichnet worden. Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll, der das Ehrenzeichen bei einem Festakt im Landhaus überreichte, unterstrich dabei die gute Zusammenarbeit zwischen Kirchen und Land. Das Ehrenzeichen drücke die Anerkennung und den Respekt des Landes aus, sagte der Landeshauptmann in seiner Laudatio. Pröll sieht das Ehrenzeichen auch als Ausdruck der guten Ökumene in Niederösterreich. "Wir wissen, dass uns die Ökumene stark gemacht hat. Das Zusammenstehen der Kirchen ist eine unglaubliche Kraftquelle", so der Landeshauptmann bei dem Festakt, an dem neben Vertretern des Landes und der Evangelischen Kirche, darunter die gesamtösterreichische Kirchenleitung, auch Repräsentanten der anderen Kirchen teilnahmen.

Er verstehe diese Auszeichnung auch als Würdigung der Evangelischen Kirche in Niederösterreich, erklärte der Superintendent in seiner Dankesrede. Dass "Kirchen und Land gut miteinander leben und arbeiten", sei keine Selbstverständlichkeit. Religion und Glaube seien eben keine Privatsache. Wenn Religion aus dem öffentlichen Raum gedrängt werde, verarme die Gesellschaft, mahnte der Superintendent, der seit 1. September 1998 das Leitungsamt ausübt. Ausdrücklich betonte Weiland den Wert des Religionsunterrichts. Er leiste einen unverzichtbaren Beitrag für das Miteinander.
(nach oben)

PfarrerInnen-Dechanten-Begegnung in Hainburg an der Donau

Praktische Ökumene zum besseren gegenseitigen Verstehen und für gemeinsame Aktivitäten

Römisch-katholische Dechanten und evangelische Pfarrerinnen und Pfarrer in der Martin Luther-Kirche in Hainburg/Donau
Ein Beispiel der guten ökumenischen Zusammenarbeit ist die Begegnung der römisch-katholischen Dechanten und der evangelischen Pfarrerinnen und Pfarrer im Gebiet des Vikariats unter dem Wienerwald (Niederösterreich Süd). Die Begegnung am 25. Oktober 2012 in der Martin-Luther-Kirche in Hainburg hatte als Haupthemen den Kirchenbau heute am Beispiel der neuen Hainburger evangelischen Kirche und die Struktur-Entwicklung der römisch-katholischen Kirche am Beispiel des Seelsorgeraums Schwechat. Die Begegnungen finden einmal jährlich alternierend in evangelischen und römisch-katholischen Gemeinden statt.
(nach oben)

Niederösterreichs PfarrerInnen auf den Spuren der vertriebenen Vorfahren

Franken war das Ziel der AuslandspfarrerInnen-Konferenz 2012

Niederösterreichs Pfarrerinnenn und Pfarrer im fränkischen Stübach mit ihren Gastgebern
Auf die Spuren der in der Gegenreformation vertriebenen evangelischen Niederösterreicher, die in Franken eine neue Heimat gefunden haben, führte die PfarrerInnenkonferenz der Evangelischen Kirche in Niederösterreich vom 30. September bis 2. Oktober 2012.

Von Nürnberg aus besuchten die etwa 50 Pfarrerinnen und Pfarrer, zum Teil mit ihren Ehepartnern, die fränkischen Gemeinden Stübach bei Neustadt/Aisch und Leonrod bei Dietenhofen. In der Kirche in Stübach wird noch heute der vom niederösterreichischen Exulanten Tachlauer gestiftete Kelch verwendet. Die Geschichte der Vertreibung und die Ansiedlung der niederösterreichischen Exulanten ist noch heute stark präsent, wie Ortspfarrer Stubenrauch eindrucksvoll berichtete. Inhaltlich informierten uns Pfarrer i. R. Karl Heinz Keller und Pfarrer i. R. Eberhard Krauß von der Gesellschaft für Familienforschung in Franken, die intensive Studien über die Geschichte der Vertriebenen und ihre Nachkommen betreibt.

Weitere Höhepunkte der Konferenz waren u. a. ein Gespräch mit Regionalbischof Dr. Ark Nitsche über die Evangelische Kirche in Bayern, der Besuch des Memoriums der Nürnberger Prozesse, eine Altstadtführung und die Besichtigung des Dürer-Hauses.
(nach oben)

Neuer Pfarrer in Perchtoldsdorf

MMag. Andreas Fasching in sein Amt eingeführt

Superintendent Weiland führt Pfarrer Fasching in sein neues Amt ein. Dahinter die Assistenten Religionslehrerin Irene Miller und OKR Mag. Karl Schiefermair Pfarrer Fasching bei seiner Antrittspredigt In einem festlichen Gottesdienst am 16. September 2012 in der Burg Perchtoldsdorf wurde MMag. Andreas Fasching von Superintendent Mag. Paul Weiland in sein Amt als Pfarrer der Evangelischen Pfarrgemeinde Perchtoldsdorf eingeführt. Etwa 250 Menschen, darunter u. a. Bürgermeister und Landtagsabgeordneter Martin Schuster, Altlandeshauptmann Siegfried Ludwig, der römisch-katholische Pfarrer Monsignore Ernst Freiler und zahlreiche evangelische Pfarrerinnen und Pfarrer, waren gekommen, um den neuen Pfarrer zu begrüßen und ihm den Segen Gottes zuzusprechen. Andreas Fasching war zuvor Pfarrer in Wien-Liesing. Er ist der Nachfolger von Pfarrer Mag. D. Pál Fónyad, der mit 31. August in Pension gegangen ist.
(nach oben)

1. Konfi-Tag in Niederösterreich-Süd war ein großer Erfolg

Evangelisches Zentrum Wiener Neustadt bot beste Voraussetzung für die Begegnung der 160 KonfirmandInnen

Beim Jugendgottesdienst in der Auferstehungskirche in Wiener Neustadt
Nachdenklich im Labyrinth Ein großer Erfolg war der am 21. April 2012 erstmals abgehaltene Konfi-Tag der evangelischen Gemeinden der Region Süd der Kirche in Niederösterreich. 160 Konfirmandinnen und Konfirmanden und 40 Betreuerinnen und Betreuer waren nach Wiener Neustadt gekommen, wo Kirche, Gemeinderäume und Garten bei evangelischem Wetter ideale Voraussetzungen für die Begegnungen, die Workshops, die kreativen und die sportlichen Events und für die Gottesdienstfeier boten.

Das Essen schmeckte Unter dem Titel "Ich glaube, ich träume" konnten die Teilnehmer unter 12 Workshops wählen, vom Bogenschießen über Hugalele bis zum Abseilen vom Kirchturm. Höhepunkt war der Jugendgottesdienst in der Auferstehungskirche, in dem die Jugendlichen ihre Fürbitten per SMS vorbringen konnten.

Die Konfirmandinnen und Konfirmanden waren vom Programm und von den Begegnungen begeistert, die Betreuer waren sich einig: Nächstes Jahr wieder.

Kirche, Gemeinderäume, Garten: Ideal für einen Konfi-Tag
(nach oben)

Gisela Malekpour neue Superintendentialkuratorin der Diözese Niederösterreich

Konstituierende Diözesansynode wählte Leitungsgremium und Synodale

Superintendentialkuratorin Dr. Gisela Malekpour Dr. Gisela Malekpour wurde auf der Diözesansynode am 24. März 2012 in Schloss Haindorf in Langenlois zur neuen Superintendentialkuratorin der Evangelischen Kirche in Niederösterreich gewählt. Die 54jährige Ärztin aus der Pfarrgemeinde St. Aegyd-Traisen setzte sich bereits im ersten Wahlgang gegen ihren Mit-Kandidaten durch und erreichte die notwendige 2/3 Mehrheit. Die Superintendentialkuratorin ist die höchste weltliche Vertreterin einer evangelischen Diözese. Die bisherige Superintendentialkuratorin Erna Moder (Mödling) hat für das Amt nicht mehr kandidiert. Sie wurde von den Delegierten unter starkem Beifall zur Ehrensuperintendentialkuratorin gewählt.

Zu Stellvertretern des Superintendenten mit der Funktionsbezeichnung Senior wurden die Pfarrer Mag. Karl-Jürgen Romanowski (Bad Vöslau) und Mag. Birgit Schiller (Horn) wiedergewählt. Neu gewählt als Senior wurde Pfarrer Mag. Christian Brost (Stockerau).
Senior Mag. Karl-Jürgen Romanowski Seniorin Mag. Birgit Schiller Senior Mag. Christian Brost Ing. Franz Errath Hofrat Mag. Otto Kramer Dipl. Päd. Veronika Komuczky
In das Leitungsgremium der Diözese wurden als weltliche Vertreter wiedergewählt Hofrat Mag. Otto Kramer (Horn) und Dipl. Päd. Veronika Komuczky (Wiener Neustadt). Neu hinzugekommen ist Ing. Franz Errath (Korneuburg). In dieser Funktionsperiode wurde das diözesane Leitungsgremium von 6 auf 8 Personen vergrößert.Vorsitzender ist der Superintendent, von Amts wegen gehört auch die Superintendentialkuratorin dem Gremium an.

In der Synode vertreten die Diözese Niederösterreich künftig neben dem Superintendenten und der Superintendentialkuratorin Pfarrer Mag. Matthias Eikenberg (Ternitz), Pfarrerin Mag. Angelika Petritsch (Wiener Neustadt) und Pfarrerin Mag. Roswitha Petz (Krems) sowie als weltliche Delegierte Kuratorin Sybille Roszner, M.Ed. (Mödling), Hofrat Mag. Martin Hrabe (Perchtoldsdorf) und Kurator Dr. Alfred Mejstrik (Berndorf).

Für das Amt des Synodenpräsidenten wurde Dr. Peter Krömer (St. Pölten) nominiert. Darüber hinaus wurden auch Vorschläge für die Wahlen der weltlichen Oberkirchenräte gemacht.

Weiland: Deutlich evangelische Positionen nach außen transportieren

Superintendent Mag. Paul Weiland Im Blick auf das Reformationsjubiläum 2017 (500 Jahre Thesenanschlag) erinnerte Superintendent Paul Weiland vor den Delegierten an Luthers Anliegen. Seine Reform habe von Anfang an auf "die ganze westliche Kirche" gezielt, nie hätte er die Gründung einer "neuen Kirche" beabsichtigt. So gesehen sei die Evangelische Kirche jene, die in der Tradition der alten Kirche stehe und "die römisch-katholische Kirche die, die sich abgespalten hat". Das Reformationsjubiläum sieht Weiland als "gute Gelegenheit, nach dem Sinn und Auftrag als evangelische Kirche und der Bedeutung für das Christsein heute" zu fragen. Dabei müssten auch deutlich evangelische Positionen nach außen transportiert werden. Letztlich gehe es wie schon im 16. Jahrhundert um "Freiheit in einer Welt der Angst und Zwänge". Evangelische Kirche müsse auch Verantwortung übernehmen: "Wie Sparpakete geschnürt werden und wer die Rechnung bezahlt, das kann der Evangelischen Kirche und evangelischen Christen nicht gleichgültig sein", so der Superintendent.
(nach oben)

Ordinationen und Amtseinführungen in Niederösterreich

Alle Pfarrstellen in der Evangelischen Kirche in Niederösterreich sind besetzt

Ordinationen und Amtseinführungen gehören zu den besonderen Festen in einer Diözese. In Niederösterreich konnten im Herbst 2011 zwei Ordinationen und sechs Amtseinführungen
Pfarrerin Mag. Angelika Petritsch bei der Ordinationspredigt gefeiert werden. Geprägt waren die Feiern von liebevoller Vorbereitung und Durchführung sowie von einer großen Beteiligung der anderen PfarrerInnen und der Öffentlichkeit.

Erfreulich ist, dass junge Männer und Frauen bereit sind, den Dienst der öffentlichen Wortverkündigung und Sakramentsverwaltung zu ihrer Berufung zu machen. Erfreulich, dass Pfarrer neue Herausforderungen in neuen Gemeinden und kirchlichen Einrichtungen suchen. Und erfreulich gerade für unsere Diözese: alle Pfarrstellen in den Gemeinden und Einrichtungen in Niederösterreich sind mit 1. September 2011 besetzt.

Ordination und Amtseinführung von Pfarrerin Mag. Angelika Petritsch

Kurator Mag. Manfred Pfeiffer (Kanzel), Pfarrerin Mag. Angelika Petritsch, dahinter Pfarrerin Mag. Andrea Petritsch, die Mutter, Prof. Dr. Dr. Harald Zimmermnann, der Großvater, Superintendent Mag. Paul Weiland, Pfarrer Wolfgang Salzer Mag. Angelika Petritsch wurde am 4. Dezember 2011 in einem Festgottesdienst in der Evangelischen Auferstehungskirche in Wiener Neustadt zur Pfarrerin der Evangelischen Kirche A. B. in Österreich ordiniert und anschließend in das Amt der nicht mit der Amtsführung verbundenen Pfarrstelle der Evangelischen Pfarrgemeinde A.u.H.B. Wiener Neustadt eingeführt.

Ordination und Amtseinführung von Pfarrer Mag. Dietmar Weikl

Die Assistenten Pfarrerin Mag. Ulrike Nindler und Pfarrer Mag. Andreas Hochmeir mit Superintendent Weiland bei der Ordination von Mag. Dietmar Weikl Pfarrer Mag. Dietmar Weikl (rechts) mit Kurator Dieter Konrad, Katrin Winkler, Lektorin Manuela Wagner und Pfarrer Mag. Herbert Morgenbesser

In der Evangelischen Kirche in Traiskirchen wurde am 20. November 2011 Mag. Dietmar Weikl in einem Festgottesdienst zum Pfarrer der Evangelischen Kirche A. B. in Österreich ordiniert und anschließend in das Amt des Pfarrers der Evangelischen Pfarrgemeinde A.u.H.B. Traiskirchen eingeführt.

Amtseinführung von Gefängnispfarrer Markus Fellinger

Kirche zum guten Hirten in der Justizanstalt Stein
Hofrat Dr. Christian Timm, der Leiter der Justizanstalt Stein, spricht ein Segenswort für Pfarrer Markus Fellinger Superintendent Weiland begrüßt den neuen Gefängnispfarrer Fellinger in der Diözese

Am 7. November 2011 wurde in einem Festgottesdienst in der Kirche zum guten Hirten in der Justizanstalt Stein Pfarrer Markus Fellinger als Gefängnis- und Diasporapfarrer der Evangelischen Diözese A.B. Niederösterreich eingeführt. An der von der Gruppe Kohelet 3 musikalisch mitgestalteten Feier haben neben vielen Gästen von "draußen" auch zahlreiche Insassen der Justizanstalt Stein teilgenommen.

Amtseinführung von Pfarrer Mag. Hans Spiegl

Pfarrer Mag. Hans Spiegl bei seiner Predigt Pfarrer Spiegl wird für den Dienst in der Pfarrgemeinde Mistelbach gesegnet In der Evangelischen Elisabethkirche in Mistelbach wurde am 30. Oktober 2011 in einem Festgottesdienst Pfarrer Mag. Hans Spiegl als Pfarrer der Evangelischen Pfarrgemeinde A.u.H.B. Mistelbach eingeführt. Pfarrer Spiegl ist auch bekannt durch seinen täglichen Podcast. Was ihm jeden Tag so begegnet, hören rund 2200 Menschen in seinem Tagebuch: http://pfarrer.herzblut.fm.

Amtseinführung von Pfarrer Mag. Michael Lattinger

Amtseinführung von Pfarrer Mag. Michael Lattinger (2. von links) in Neunkirchen Mag. Michael Lattinger wurde am 2. Oktober 2011 in einem Festgottesdienst in der Evangelischen Kirche in Neunkirchen als Pfarrer der Evangelischen Pfarrgemeinde A.u.H.B. Neunkirchen eingeführt. An dem musikalisch ausgestalteten Festgottesdienst haben neben evangelischen und römisch-katholischen Pfarrerinnen und Pfarrern auch zwei Imame moslemischer Gemeinden in Neunkirchen teilgenommen.

Amtseinführung von Mag. David Zezula als Militärpfarrer

Pfarrer Mag. David Zezula wurde am 23. September 2011 in der Kapelle des Niederösterreichischen Landhauses in St. Pölten durch Militär-Superintendent Mag. Oskar Sakrausky in das Amt des Militärpfarrers des Miltärkommandos Niederösterreich eingeführt. Er ist für die Menschen in den 21 niederösterreichischen Kasernen zuständig, gemeinsam mit Vizeleutnant Johann Brunner, der zum Evangelischen Militärlektor eingeführt worden ist. Ordiniert wurde David Zezula Anfang September in seiner Heimatgemeinde Schladming.
(nach oben)

Kunst und Kirche - Evangelische tagen im Nitsch Museum

Superintendentialversammlung Niederösterreich tagte erstmals in Mistelbach - Manfred Wagner: Kirchen sind zentrale Träger der Kunst


Als die höchste Entwicklung des schöpferischen Potentials des Menschen bezeichnete Univ. Prof. Dr. Manfred Wagner die Kunst. Sie gehe in Richtung Optimum, das habe Kunst mit der Religion gemeinsam. Künstler seien meist religiös, aber nicht "kirchenreligiös", sagte der Kunstsachverständige von der Universität für angewandte Kunst in Wien vor den Delegierten der niederösterreichischen Diözesansynode. Sie tagte am 22. Oktober 2011 an einem besonderen Ort, im Hermann Nitsch Museum in Mistelbach.

Kirchen seien zentrale Träger der Kunst, sagte Wagner und forderte die Vertreter der evangelischen Gemeinden auf, diesem Anspruch nachzukommen. Kitsch und mittelmäßige Hobbykunst hätten in einer Kirche nichts verloren. "Die Spiritualität der Kirche muss durch die Spiritualität der Kunst widergespiegelt werden." Als gelungenes Beispiel moderner Kirchenarchitektur nannte Wagner die Martin-Luther-Kirche in Hainburg an der Donau.

Auf die große Bandbreite der diözesanen Arbeitsbereiche, den "schlanken" Apparat und die gute Einbindung in die Gemeinden, wies Bischof Dr. Michael Bünker in einem ersten Zwischenbericht von der im Oktober durchgeführten Visitation der Diözese Niederösterreich hin. Die mit 1. Jänner 2011 nach Niederösterreich gewechselte Pfarrgemeinde Mistelbach stellte sich den Delegierten vor.
(nach oben)

Land und Evangelische Kirche: Danke-Fest für Ehrenamtliche

Aus Anlass des Jahres des Ehrenamts in der Evangelischen Kirche wurden ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Evangelischen Gemeinden von Niederösterreich in das Festspielhaus in St. Pölten eingeladen. Mit dabei Bischof Dr. Michael Bünker, Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll und der Schauspieler Karl Markovics.

Das Festspielhaus in St. Pölten war der feierliche Rahmen des Festes

Danke sagen den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Evangelischen Kirche in Niederösterreich, das war der Anlass für das Fest am Sonntag, 18. September 2011, im Festspielhaus St. Pölten, zu dem Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll und Superintendent Paul Weiland eingeladen haben. Etwa 700 sind gekommen und haben die Lesung von Schauspieler Karl Markovics, das Kabarettprogramm von Jörg Martin Willnauer und die Darbietungen des Ghana Minstrel Choirs genossen.

Eine Freude singen zu sehen und zu hören: Der Ghana Minstrel Choir Er beeindruckte die Zuhörer: Karl Markovics

Gemeinsam mit Superintendentialkuratorin Erna Moder präsentierte der Superintendent das Ergebnis einer Umfrage, die in den vergangenen Monaten in den Pfarrgemeinden Niederösterreichs zum Thema Ehrenamt durchgeführt wurde. Den freiwilligen Helferinnen und Helfern ginge es in erster Linie um ein positives Gemeinschaftserlebnis, rund 24.600 Stunden pro Monat würden unentgeltlich für die Kirche geleistet, die Unterstützung ihrer Arbeit erlebten sie größtenteils als sehr zufriedenstellend, so das Fazit der Befragung. Dies sei "ein guter Grund, dankbar zu sein und danke zu sagen", bekräftigte Weiland.

Adolf Reichel und Daniel Prostrednik überreichen das Geschenk Auch Landeshauptmann Erwin Pröll bedankte sich für die geleistete Freiwilligenarbeit. Ehrenamtliche würden gegen den Trend der Zeit schwimmen, gerade im religiösen Bereich würden sie wichtige und zentrale Werte weitergeben. Denn "nicht ein Wandel der Werte, sondern ein Wandel mit Werten" sei gefragt, so Pröll. Von der Pfarrgemeinde Bruck an der Leitha-Hainburg an der Donau erhielt der Landeshauptmann ein Bild der neuen Martin Luther-Kirche.

Führte gekonnt und charmant durch das Programm: Birgit Zeiss-Brammer Bischof Michael Bünker ging in seiner Ansprache auf die Geschichte des Ehrenamts ein. Schon sehr früh hätten Evangelische begonnen, freiwillig tätig zu sein. Dies liege im Gedanken des "Priestertums aller Gläubigen" begründet. Evangelische seien davon überzeugt, dass es "niemanden gibt, der nicht eine besondere Gabe beziehungsweise ein besonderes Talent von Gott mitbekommen hat", sagte Bünker.

Mehr als zwanzigtausend Menschen sind freiwillig, über ihren Beruf und die Familie hinaus, in der Evangelischen Kirche in Österreich tätig, in Niederösterreich sind es knapp 2000. Viele Menschen sind aus religiösen Gründen freiwillig aktiv, Kirche und Ehrenamt gehören zusammen.

Jörg Martin Willnauer motiviert, Danke in verschiedenen Sprachen zu singen. Da geht sogar der Landeshauptmann in die Knie Ehrenamtliche in der Evangelischen Kirche betreuen Kinder und Jugendliche, sie besuchen Alte und Einsame, Kranke in den Krankenhäusern, Gefangene in den Justizanstalten, sie leiten Chöre und organisieren Bildungsveranstaltungen, sie kümmern sich um Menschen, die in Not geraten sind, um Migranten und Migrantinnen, vor allem um Asylsuchende, sie gestalten Gottesdienste und predigen, sie helfen mit im täglichen Leben der Gemeinden und bei besonderen Anlässen und vieles mehr.

Ein wichtiger Bereich des Ehrenamtes ist die aktive Mitgestaltung des Lebens in der Kirche. Im Oktober 2011 wird in der Evangelischen Kirche gewählt. In den Pfarrgemeinden, den Superintendenzen und der Gesamtkirche werden sich Ehrenamtliche bereit finden, für die kommenden sechs Jahre verantwortungsvolle Leitungsaufgaben zu übernehmen.

Im Himmel angekommen - Einweihung der Martin Luther-Kirche in Hainburg an der Donau

Wolf Prix: Kirche ist zu meinem wichtigsten Projekt geworden


Mit einem feierlichen Gottesdienst ist am 30. April 2011 die neue Martin-Luther-Kirche in Hainburg an der Donau eingeweiht worden. Nach nur neunmonatiger Bauzeit konnte das von Architekt Wolf D. Prix (COOP HIMMELB(L)AU) geplante Gebäude seiner Bestimmung übergeben werden.
Die "jüngste Kirche Europas" ist ein ganz besonderer Bau, betonte Superintendent Mag. Paul Weiland. In einer Zeit, in der Kirche, Christsein und Glaube nicht mehr selbstverständlich sind, helfen Kirchen wie diese mit, Menschen auf das Angebot der Lebensbegleitung hinzuweisen. Alle, die mitgeholfen haben, haben "Gottesdienst im Alltag geleistet und einen Raum geschaffen, der Himmel und Erde verbindet."

Die Kirche, so der Superintendent, sei mit ihren drei "trinitarischen Lichtöffnungen" ein einladender Ort der Stille, der zugleich "künstlerisch und architektonisch eindrucksvoll" sei. Ebenso verstehe er das Bauprojekt als "Wunder aus dem Glauben, dem alles möglich ist". Gemeinsam mit Bischof Dr. Michael Bünker, der im Festgottesdienst predigte, dankte Weiland allen, die mit ihrem hohen, oft ehrenamtlichen Engagement, zum Gelingen des Kirchenbaus beigetragen haben.

Bischof Bünker bei der Predigt "An dieser Kirche wird anschaulich, dass persönlicher Glaube an die Öffentlichkeit drängt",sagte Bischof Bünker in seiner Predigt. Die drei Öffnungen am Dach der Kirche symbolisierten, dass sich "der Glaube in der Welt als Kraft Gottes erweist". Bünker erinnerte an mehrere innovative Projekte des evangelischen Kirchenbaus, zuletzt die Warlamis-Kirche im niederösterreichischen Waidhofen an der Thaya. Evangelische Kirchen, so Bünker wörtlich, "sollen schön sein, weil Gottes Ja zu dir dich schön macht".

Auch wenn es unter den derzeitigen Projekten zwischen Dänemark und China mit 300 Quadratmetern sein kleinstes ist, ist es ihm zum "wichtigsten" geworden, sagte der aus Hainburg stammende Architekt Wolf D. Prix bei der Einweihung. "Besondere Motivation" sah er in der Herausforderung, "einen Ort der Ruhe und Konzentration für eine Gemeinschaft" zu bauen. Dass architektonische Elemente wie die drei Lichtöffnungen oder der Kirchenraum in Form eines Tisches theologisch interpretiert würden, versteht Prix als "bewusste Zufälle".

Großes Interesse an der Einweihungsfeier Als ein "Symbol für die Ökumene und das lebendige Christentum" beschrieb Landeshauptmann Erwin Pröll die neue Kirche. Die "wunderschöne und moderne Architektur" auf historischem Boden zeige, "dass wir in Niederösterreich in unserer Geschichte verwurzelt sind und dennoch weltoffen nach vorne gehen". In der "lauten Zeit" brauche es Orte der Stille und der Entschleunigung, an denen "Menschen sich selbst wieder spüren und Orientierung finden". Für Synodenpräsident Dr. Peter Krömer ist die neue Kirche ein "architektonisches Musterstück". Denn Kirche, so der Präsident, soll "eine Stätte sein, wo Menschen von Gott angerührt werden, hinausgehen und zum Segen für andere werden".

Verklärter Blick zum Turm: Superintendent Weiland, Landeshauptmann Erwin Pröll und Hainburgs Bürgermeister Karl Kindl "Die Kirche setzt Maßstäbe für den Kirchenbau der Zukunft", ist Adolf Reichel vom Verein "Freunde der evangelischen Kirche in Hainburg" überzeugt. Gemeinsam mit seiner Frau hatte Reichel das Projekt initiiert und federführend begleitet. Reichel dankte den vielen Unterstützern, darunter das Land Niederösterreich, mehrere Banken, der Gustav-Adolf-Verein, der Martin-Luther-Bund, und zahlreiche private Sponsoren. Insgesamt betrugen die Baukosten 1,4 Millionen Euro. Grußworte sprachen auch der evangelisch-lutherische Nachbarbischof Dr. Miloš Klátik aus der Slowakei, Johannes Grassmayr von der gleichnamigen Glockengießerei, der Obmann des Martin-Luther-Bundes Pfarrer Mag. Pál Fónyad und Pfarrer Mag. Ernst Hofhansl für den Gustav-Adolf-Verein.

(nach oben)

Hainburg: Dachgleiche der neuen evangelischen Kirche

Eine Dachgleiche der besonderen Art feierte die neue evangelische Kirche in Hainburg an der Donau wenige Tage vor Weihnachten.

Das knapp 30 Tonnen schwere Dach der neuen Martin-Luther-Kirche wurde am Mittwochvormittag, 15. Dezember 2010, mit einem Kran auf das Kirchengebäude gehoben. Das Stahldach ist neben dem Turm das Kennzeichen der von Architekt Wolf D. Prix von COOP HIMMELB(L)AU entworfenen Kirche. Mit drei überdimensionalen Lichteinlassöffnungen symbolisiert es die Trinität Gottes. Die neue Kirche, deren Rohbau in der Rekordzeit von nur sechs Monaten errichtet werden konnte, wird im April 2011 eingeweiht.

Dachgleiche in Hainburg
Der Kirchenbau besteht aus einem Zentralraum mit den drei großen Lichteinlassöffnungen, einem daran angeschlossenen Gemeindesaal und diversen Nebenräumen. Die einzelnen Gebäudeteile können miteinander verbunden werden. Die Gesamtkosten werden rund 1,4 Millionen Euro betragen.

Neben der NÖ-Landesausstellung in Carnuntum und Hainburg sei das Jahr 2011 auch für die Geschichte Europas von besonderer Bedeutung, betont der niederösterreichische Superintendent Paul Weiland im Gespräch mit epdÖ. Vor genau 1700 Jahren, am 30. April 311, wurde das erste Mal im Edikt von Nikomedia die Duldung der Christen im damaligen römischen Reich ausgesprochen. "Nicht unwesentliche Vorgespräche dafür dürfte es auch auf der so genannten Kaiserkonferenz in Carnuntum im Jahr 308 gegeben haben", vermutet Weiland.

Mit ihrem Namen "Martin-Luther-Kirche" erinnere die neue Kirche nicht nur an den Reformator, sondern auch an den bisher verwendeten evangelischen Kirchenraum in Hainburg. Der Vorname nimmt zugleich die Tradition der Martinskirche auf, die vom 13. bis zum 17. Jahrhundert auf dem Grundstück im Zentrum der Stadt Hainburg an der Donau gestanden ist. Die Kirche werde ein Wahrzeichen und ein Wahrheitszeichen sein, sagt Weiland, sie "symbolisiert Vergangenheit und Zukunft und bereichert so die Gegenwart".

(nach oben)

Superintendent Paul Weiland in sein Amt eingeführt

Mit einem feierlichen Gottesdienst in der Evangelischen Kirche in Wiener Neustadt ist am Samstag, 16. Oktober 2010, der niederösterreichische Superintendent Paul Weiland durch Bischof Michael Bünker in sein Amt eingeführt worden. Bereits im April hatten die Delegierten der niederösterreichischen evangelischen Pfarrgemeinden den Superintendenten nach Ablauf der ersten, zwölfjährigen Amtsperiode mit überwältigender Mehrheit in seinem Leitungsamt bestätigt. Weiland ist seit 1.9.1998 Superintendent der evangelischen Diözese Niederösterreich.

Die Arbeit und der Einsatz für den Menschen "kommt nie zu Ende, und trotzdem ist Pfarrer der Traumberuf für mich", sagte der Superintendent rückblickend auf seine Amtszeit. Es sei "schön für jemanden zu arbeiten, der befreit und einen wieder aufrecht gehen lässt, der Zukunft eröffnet und dabei die Niedergeschlagenen nicht übersieht".

Superintendentialkuratorin Erna Moder konnte zu der Amtseinführung, die am Ende der Tagung der Superintendentialversammlung stand, auch zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter des politischen Lebens und der Ökumene begrüßen.

Den Liturgie des Gottesdienstes gestalteten Wolfgang Salzer und Angelika Petritsch, als AssistentInnen wirkten Erna Moder, Birgit Schiller, Veronika Komuczky, Otto Kramer und Karl-Jürgen Romanowski. Für den musikalischen Rahmen sorgten Sybille von Both an der Orgel sowie der Gospelchor Ternitz und der Chor Neunkirchen.
(nach oben)

Freude an der Begegnung und gute Gespräche

Empfang zum Beginn des Arbeitsjahres in der Superintendentur in St. Pölten


Schon beim Eintreffen war bei den rund 200 Teilnehmern aus allen niederösterreichischen Gemeinden beim Empfang in der Superintendentur am 10. September 2010 Freude an der Begegnung und ein gutes Gesprächsklima zu spüren.
Das Wildfleisch-Grill-Team verwöhnte kulinarisch (Foto unten li), das Schulamt sorgte für die Getränke (Foto unten re). Fotos: Antonia Pointner

Aufmerksame Zuhörer (Foto unten) ber der Verabschiedung von FI RegR. Evelyn Martin (Foto oben li) und dem Willkommen von FI Dipl. Päd. Paul Niederwimmer (Foto oben mi) sowie beim Auftritt des Pfarrers auf Abwegen auf der Suche nach neuen Wundern (Pfarrer Mag. Manfred Witt, Foto oben re).

(nach oben)

Fröhlicher Spatenstich

Mit der Spatenstichfeier am 18. Juni 2010 begannen die Arbeiten für den Bau der neuen Evangelischen Kirche in Hainburg an der Donau.


Beim Spatenstich von links nach rechts: Kurator Ernst Jung, Mag. Wolfgang Riedl, DI Wilhelm Spirk, Bundesrätin a. D. Michaela Gansterer, Superintendent Paul Weiland, Dr. Miroslava Grubmüller von der Sparkasse Hainburg Privatstiftung, LH Dr. Erwin Pröll, LH-Stellvertreter von Bratislava Martin Berta, Generalbischof Milos Klatik, Architekt Prof. Wolf D. Prix, Adolf Reichel, Vizebürgermeister Josef Zeitelhofer.

Der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll bezeichnete die Kirche als "ein unglaubliches Geschenk für unser Heimatland Niederösterreich. Nicht nur architektonisch, sondern auch vom spirituellen, vom geistigen und geistlichen her." Für Superintendent Paul Weiland ist diese Kirche "ein Zeichen der Versöhnung, ein Zeichen des Miteinanders der Menschen, die sich für ein gerechtes und friedliches Leben aller einsetzen." Generalbischof Milos Klatik sieht in der neuen Martin Luther-Kirche "ein Bindeglied zwischen den evangelischen Gemeinden verschiedener Länder".

Architekt Prof. D. Wolf Prix Mit dem Kirchenneubau in der Alten Poststraße 28 im Zentrum von Hainburg erlebt die historische Stadt einen besonderen Akzent aktueller Kirchenarchitektur. Gewonnen werden konnte dafür mit Architekt Wolf D. Prix, einer der weltweit renommiertesten Architekten der Gegenwart. Das Modell des Kirchenbaus ist schon jetzt unter die 50 bedeutendsten Bauten der Welt aufgenommen und als solches, obwohl noch gar nicht gebaut, derzeit in Tokyo ausgestellt.

Der Kirchenbau besteht aus einem Zentralraum mit drei überdimensional großen Lichteinlassöffnungen, einem daran angeschlossenen Gemeindesaal und diversen Nebenräumen. Die einzelnen Gebäudeteile können miteinander verbunden werden. Die Gesamtkosten werden rund 1,4 Millionen € betragen.

Der Kirchenbau auf dem Boden der ehemaligen Hainburger Martinskirche, einer Kirche aus dem 13. Jahrhundert, die im 17. Jahrhundert zerstört worden ist, ersetzt den bisherigen in einer Villa befindlichen Kirchenraum der evangelischen Kirche. Hainburg ist Teil der Evangelischen Pfarrgemeinde "Bruck an der Leitha - Hainburg an der Donau". Für die Durchführung des Kirchenbaus wurde der Verein der Freunde der Evangelischen Kirche in Hainburg an der Donau gegründet. (Fotos: Susanne Müller)
(nach oben)

Kirchentag 2010 - Tolles Programm, viele Besucher, gute Stimmung - und Sonnenschein

Familiengottesdienst in der Kirche St. Othmar

Kirchentagsatmosphäre erlebten die rund 800 Teilnehmer des niederösterreichischen Gustav Adolf-Festes am 3. Juni in Mödling. Als Gustav Adolf-Meile präsentierte sich die Mödlinger Innenstadt von der römisch-katholischen Stadtpfarrkirche St. Othmar bis zur Evangelischen Kirche und Lichthaus in der Scheffergasse

Brücken bauen war das Thema des Tages und auch des Familiengottesdienstes, mit dem der evangelische Kirchentag in der römisch-katholischen Stadtpfarrkirche St. Othmar eröffnet worden ist.

Gefühle und Erfahrungen wie Hass, Zorn, Mobbing und Vorurteile errichten Mauer, wurde im Gottesdienst lebendig dargestellt. Mit Gottes Hilfe und eigenem Einsatz können Mauern zwischen Menschen überwunden und Brücken zueinander gebaut werden.

Symbolisch im Altarraum aufgebaute Mauer ... Ein weiterer Höhepunkt war die Ausstellung "Auferstehung" im Karner gegenüber der Stadtpfarrkirche mit Werken von Hermann Nitsch. Bei der Eröffnung bezeichnete der evangelische Unternehmer und Kunstsammler Karlheinz Essl Künstler als "Seismografen der Gesellschaft". Zeitgenössische Künstler hielten durch ihre oft provozierenden Werke der ... die zur Brücke werden kann Gesellschaft den Spiegel vor. Dadurch, so Essl, gelinge es, Themen menschlicher Existenz zur Sprache zu bringen. Wenn Betrachterinnen und Betrachter ihre Vorurteile überwinden, helfen die Arbeiten von Hermann Nitsch "zu erkennen, was Christus gemeint hat".

Essl appellierte an die Besucherinnen und Besucher des evangelischen Kirchentages, sich auf die Werke einzulassen: "Oft ist es der zweite und der dritte Blick, der den Horizont erweitert." Gemeinsam mit dem evangelisch-lutherischen Bischof Michael Bünker und dem niederösterreichischen Superintendenten Paul Weiland sprach sich Essl für einen intensivien Dialog zwischen Kirche und Kunst aus. Beide Bereiche dürften "nicht auseinanderdividiert" werden, sondern müssten "sich aufeinander ein- und einander zulassen", so der Kunstsammler.

Nitsch Bilder im Karner
Bischof Bünker, der mit Karlheinz Essl bei der Eröffnung der Ausstellung ein Gespräch über "Kunst und Kirche" führte, äußerte Verständnis, dass die Bilder von Hermann Nitsch oft "verstören" oder "Ekel auslösen". Dieses "befremdliche" Gefühl sei jedoch notwendig, um einen "Prozess der Reinigung" zu ermöglichen.

Eröffnung zwischén Stadtpfarrkirche und Karner Bischof Michael Bünker und Karlheinz Essl im Gespräch über Kunst









Zum reichhaltigen Programm des Kirchentags gehörten ein Trommelworkshop, Offenen Singen, der Workshop "Essen schafft Klima", die Uraufführung eines Musicals der 40 Banner informierten in der Mödlinger Innenstadt über Projekte des Gustav Adolf-Vereins "Ohrwürmer" und Stadtführungen durch das historische und das evangelische Mödling. Sehr informativ war der "Interreligiöse Dialog zum Thema "Wenn dein Kind dich morgen fragt". Unter der Moderation von OKR Karl Schiefermair diskutierten VertreterInnen der jüdischen und islamischen Glaubensgemeinschaften sowie der christlichen Kirchen über religiöse Kindererziehung.

Zum Gustav Adolf-Fest und niederösterreichischen Kirchentag 2011 lädt die Pfarrgemeinde St. Aegyd am Neuwalde - Traisen am 23. Juni 2011 nach Traisen ein.

Kirchenchor und Ohrwürmer unter der Leitung von Sabina Stiller
Der Gustav-Adolf-Verein arbeitet als ältester landesweiter Hilfsverein der Evangelischen Kirche in Österreich seit dem Jahr 1861. Das Protestantenpatent aus diesem Jahr ermöglichte den Evangelischen in Österreich erstmals, Vereine zu gründen.

Der Verein unterstützt jährlich kirchliche Projekte in Österreich in der Höhe von rund 300.000.- € und knüpft partnerschaftliche Beziehungen in Europa und alle Welt. Hauptziel des Vereins ist die Unterstützung evangelischer Christen, die in der Minderheit leben, vor allem beim Bau und der Sanierung von Kirchen und kirchlichen Gebäuden.

Der Name "Gustav Adolf-Verein" geht auf den Schwedenkönig Gustav II. Adolf zurück, der im 30jährigen Krieg den Evangelischen geholfen hat. Bedeutend war sein Sieg in der Schlacht bei Lützen/Leipzig (16.11.1632). Damit hat er Menschenrechte und Glaubensfreiheit für die damals unterdrückten Evangelischen in Teilen Europas erhalten. Er selbst wurde im Kampf getötet. (Fotos: Antonia Pointner)
(nach oben)

Superintendent Paul Weiland wiedergewählt

Superintendent Paul Weiland Superintendent Paul Weiland ist in seinem Leitungsamt bestätigt worden. Nach Ablauf der ersten Amtsperiode hatte sich der Superintendent am Samstag, 24. April 2010, in St. Pölten der Wahl durch die Superintendentialversammlung gestellt. Weiland erhielt 55 von 60 abgegebenen Stimmen, drei Stimmen waren ungültig.

Der Superintendent dankte für das Vertrauen, weiterhin gemeinsam für eine "glaubwürdige Kirche" unterwegs sein zu können. Dass das Amt des Superintendenten bzw. der Superintendentin nicht nur in Österreich wichtiger werde, unterstrich Bischof Michael Bünker vor den Delegierten in St. Pölten. Dem Superintendenten und den Delegierten gratulierte er zu der Wahl, die Bünker als "Bestätigung und Ermutigung für die gesamte Diözese" sieht.

Mag. Paul Weiland ist seit 1.9.1998 Superintendent der evangelischen Diözese Niederösterreich. Heute leben in Niederösterreich rund 45.000 Evangelische in 28 Pfarrgemeinden. In der Evangelischen Kirche ist die Amtszeit für alle Ämter, darunter auch das des Superintendenten/der Superintendentin und des Bischofs/der Bischöfin, mit 12 Jahren begrenzt. Nach Ablauf der Amtszeit können sich die AmtsinhaberInnen erneut einer Wahl stellen. Für die gültige Wahl ist eine Zweidrittelmehrheit erforderlich. Geleitet wurde die Wahl von Superintendentialkuratorin Erna Moder.
(nach oben)

"Evangelisches Kaffeehaus" bei der Gloria Messe











In ein "evangelisches Kaffeehaus" lud die Evangelische Kirche in Niederösterreich die Besucher der vom 8. bis 10. Oktober erstmals in St. Pölten abgehaltenen Kirchenmesse "Gloria". Am Tisch von links nach rechts: Der St. Pöltner Bürgermeister Mag. Matthias Stadler, Bischof Erkolano aus dem Südsudan, SI Paul Weiland,
Bischof DDr. Klaus Küng, Dkfm. Klaus Ulmer, Präsident der Messe Dornbirn. Neben Kaffee und Kuchen, die
regen Zuspruch fanden, waren auch evangelische Bücher und Zeitschriften ausgestellt. Im Bild links der südsudanesische Bischof Erkolano, der sich über die SAAT und superNews informiert. Bild rechts: Stärkung mit Kaffee nach einem Messerundgang. Zur Betreuung und für Gespräche mit den Besuchern während der drei Tage waren 12 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einsatz.
(nach oben)

Niederösterreichischer Maturantentag 2009

Über 30 MaturantInnen aus ganz Niederösterreich und ihre LehrerInnen nahmen am Mittwoch, 30. September 2009, am "Maturantentag" teil.

"Evangelische Identität" war das Thema des im Evangelischen Zentrum in Wien von FI Mag. Barbara Saile Leeb und Prof. Mag. Christine Gissinger durchgeführten Treffens. Gute Stimmung und engagierte Gruppenarbeiten bewiesen das Interesse der TeilnehmerInnen. Der Maturantentag endete mit einem köstlichen biblischen Buffet.










(nach oben)

Ein guter und schöner Beginn des Arbeitsjahres

Empfang im Garten der Superintendentur in St. Pölten











Beschirmt von Zelten - gewärmt von Gasöfen - verwöhnt mit köstlichen gegrillten Wildspzialitäten - begleitet von guter und nachdenklicher Musik von "Kohelet 3" - so verbrachten rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Evangelischen Kirche in Niederösterreich den Abend des 11. September 2009 im Garten der Superintendentur in St. Pölten. "Ein schöner und motivierender Beginn des Arbeitsjahres", war die übereinstimmende Meinung der Teilnehmer. (Fotos: A. Pointner)










(nach oben)

Der revolutionäre Traditionalist: Paul Weiland zum 60er

Paul Weiland: "ein verborgenes Wesen" - für alle sichtbar jedoch Superintendent mit vollem Einsatz. Der einzige Fehler, der ihm wirklich nachgesagt werden kann, ist sein Perfektionsanspruch an sich selbst, verbunden mit Vertrauen in die Kompetenz und das Engagement der anderen: von sich selbst fordert Paul jene Perfektion, die er anderen zutraut - er will nicht überfordern, aber er tut es, weil er davon ausgeht, dass die anderen so perfekt sind, wie er selbst sein möchte. Damit muss man lernen umzugehen, will man mit ihm umgehen.

Paul Weiland geht ganz in seiner Arbeit auf, der Beruf ist sein Hobby, er ist Superintendent durch und durch, so wie früher für die SAAT im Presseverband: Damals war Paul Weiland auch Gesprächspartner für die evangelische Kirche mit den Medien und hat überzeugt durch seine Offenheit, Gelassenheit und gleichzeitig unbeirrbar evangelische Haltung. Zu haben war er in Interviews oder Radiosendungen, die mit ihm gemeinsam gestaltet wurden, für alles. Aber alles hat er eisern protestantisch gemacht.

Paul Weiland hat die Fähigkeit zu säen und wachsen zu lassen: Als Superintendent in Niederösterreich hat er superNews aus der Taufe gehoben - ganz in seinem Stil: ein paar Leute übernehmen die Arbeit und er die Verantwortung. Das heißt: wem er die Arbeit übergibt, dem traut er zu, dass er's macht, dass er's gut macht. Er selbst steht zu dieser Arbeit, spielt weder den Aufpasser noch den Besserwisser und den Chef hängt er schon gar nicht heraus. Sein Chefsein konzentriert Paul Weiland auf Motivation, Rückendeckung, Ermutigung und Erreichbarkeit: Paul Weiland schottet sich nicht hinter Sekretariats-Schutzmauern ab - was seinen direkten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das Leben vielleicht manchmal schwer macht. Kommt auf dem Handy die Mailbox, dann ruft er mit Sicherheit zurück. Er zählt zu jenen Menschen, mit denen Konflikte hart ausgetragen, aber fair geführt werden können - in der Überzeugung, dass beide Seiten das Gute wollen und nur gemeinsam das Beste erreicht wird. Wenn's brennt, ist er da. Verlöscht die Begeisterung, bläst er in die Glut. Solange es köchelt, lässt er die Köche rühren ohne drein zu pfuschen. Das macht es so leicht, sich von ihm verführen zu lassen.

Paul Weiland ist kein Revoluzzer, sondern ein in der Tradition verwurzelter Christ, der aber weiß, dass Tradition nur in die Zukunft führt, wenn sie mit der Herausforderung der Gegenwart wächst. Ein Glücksfall: die evangelische Tradition lebt in Niederösterreich mit Paul Weiland in Selbstverantwortung der Gemeinden und ihrer Glieder. (Hubert Arnim-Ellissen)
(nach oben)

Grenzen überwinden ist ein Auftrag Gottes

Niederösterreichisches Gustav Adolf-Fest in Horn

Für die Überwindung von Abgrenzungen und Trennungen als Auftrag Gottes hat sich Seniorin Mag. Birgit Schiller in ihrer Predigt beim niederösterreichischen Gustav Adolf-Fest in Horn ausgesprochen. Über 400 Menschen aus ganz Niederösterreich waren am 11. Juni in der Waldviertler Bezirkshauptstadt zusammengekommen, um Spuren
der Trennungen und Wege zueinander nachzugehen.

Gott selbst, so Schiller, habe mit seinem Sohn Jesus Christus die Grenzen überwunden, damit niemand ohne Hoffnung in der Welt stehen müsse. Symbolisch wurde beim Familiengottesdienst der Gottesdienstraum mit einem Grenzzaun versehen, an dem Teilnehmer Gründe für Trennungen aufschreiben konnten. Im Gloriateil wurde der Zaun abgebrochen und verbrannt.

Sehr interessierte Zuhörer führte der Historiker Dr. Gustav Reingrabner in die Zeit von vor 400 Jahren, in der konfessionelle Gräben die evangelischen Adeligen motivierte, zur Durchsetzung ihrer Forderungen den "Horner Bund" zu gründen. Eine Ausstelllung in den Horner Stadtmuseen dokumentiert diese bewegende Geschichte. Grenzüberwindungen der anderen Art zeigt die Niederösterreichische Landesausstellung "Geteilt - Getrennt - Vereint", die an diesem Tag ein Teil des Gustav Adolf-Festes war.

Kulturelle Grenzen überwand an der Orgel virtuos Gabriele Kramer-Webinger in einem Konzert, in dem sie Werke von G. Czernohosky, J. S. Bach, J. Haydn, F. Mendelssohn und F. Schmidt aufführte. Ein Kindermusical für die jüngsten Besucher, die Sommernacht bereits am Vorabend und in der Nacht für die Jugend, Stadtführungen, Offenes









Singen und ein Raum der Stille vervollständigten das Angebot des Festes. (Fotos: D. Schewig)
(nach oben)

Die Lange Nacht der Kirchen in den Evangelische Gemeinden

Vielfältiges Angebot - zahlreiche Besucher - gute Stimmung

Vikar Mag. Stefan Grauwald mit mutigen Jugendlichen

Bürgerspitalkirche Waidhofen an der Ybbs: Abseilen vom Turm

"Ich häng an meiner Kirche" - war das übertragene und wörtliche Motto in der Bürgerspitalkirche in Waidhofen an der Ybbs. Unter kundiger Anleitung von Vikar und Erlebnispädagogen Mag. Stefan Grauwald konnten sich Kinder und Jugendliche an einem Seil vom Turm der Bürgerspitalkirche abseilen.

Fotos: cross-press






Kabarett in der Kirche der frohen Botschaft in Waidhofen an der Thaya



Volle Kirche und gute Stimmung beim Kirchenkabarett "Gott schuf die Ökumene - die Kirchen die Probleme" mit Altabt Dr. Joachim Angerer, Landessuperintendent i. R. Peter Karner, Superintendent Paul Weiland und Franz Wieczorek (Akkordeon). Fotos: Peter J. Hamberger








Pfarrgemeinde Tulln: Beten im 2 Stundentakt

Beten für die Menschen in der Gemeinde, für Arbeitsplätze, für die Schulen, für Menschen am Rand war das Motto der Langen Nacht in den evangelischen Kichen in Tulln und in St. Andrä-Wördern. Begonnen hat es mit einer ökumenischen Andacht in der Christuskirche in Tulln.









Für den SOMA Tulln beteten Frau Aschauer und Herr Burkert (linkes Foto mit Vikar Dietmar Weikl), für die Menschen in und um Tulln Frau Vizebürgermeisterin Zausinger und Herr Gober (Foto rechts)









Für die Wirtschaftstreibenden und Handwerker und für die Arbeit betete Stadtrat und Bundesinnungsmeister Harald Schinnerl (Foto links mit Kurator Helmuth Rieger). Für die Menschen in aller Welt, für die Bevölkerung der Marktgemeinde und für die Schülerinnen und Schüler beteten in Sankt Andrä Wördern: Ali Reza Göktas, HS-Dir. Johann Aulenbach, Pfarrerin Mag. Ulrike Wolf-Nindler, Bürgermeister Alfred Stachelberger (Foto rechts).









Monumentalbild in der Kirche in St. Pölten

Unter der künstlerischen Begleitung von Nicolina Graeser fertigten die Besucher der Langen Nacht in der Evangelischen Kirche in St. Pölten ein Monumentalbild zum Thema der Langen Nacht "Hingestellt hast du Sonne und Mond" an. Das Bild hängt jetzt im Altarraum der Kirche.


Auf Bibelstationen durch die Nacht in Bad Vöslau












Information, Verkündigung und Begegnung in Korneuburg









Pfarrerin Mag Anneliese Peterson und Kurator Ing. Franz Errath führten die Besucher räumlich (Unterkirche, Kirchenraum, Empore) und inhaltlich in der Evangelischen Kirche durch die Nacht.










Kunst von Häftlingen und Information über die Gefängnisseelsorge in Stein











Für Besucher öffnete die alte Kirche in der Justizanstalt Stein ihre Tore in der "Langen Nacht der Kirchen". Zu sehen waren Kunstwerke von Haftinsassen sowie Informationen über die Arbeit und Einrichtungen der Gefängnisseelsorge. Der Direktor der Justizanstalt Stein und die Gefängnisseelsorger standen für Gespräche zur Verfügung.











(nach oben)

Evangelische Kirche trauert um Pfarrer Uwe Hielscher

Pfarrer von Bruck an der Leitha nach schwerer Erkrankung
im 44. Lebensjahr verstorben

Pfarrer Uwe Hielscher 1965 - 2009 Die Pfarrgemeinde Bruck an der Leitha und die Evangelische Kirche in Niederösterreich trauern um Pfarrer Mag. Uwe Hielscher. Am Mittwochnachmittag, 20. Mai 2009, hat er den Kampf gegen seine schwere Krankheit verloren. Sein Tod löst Trauer und Betroffenheit aus. Aber auch Dankbarkeit für die Jahre, die der Pfarrgemeinde und der Diözese mit ihm geschenkt waren.

Uwe Hielscher hat am 1. November 2004 als Pfarrer die Leitung der Evangelischen Pfarrgemeinde Bruck an der Leitha übernommen. Pfarrer zu werden hat sich im Lauf seines Lebens als sein Traumberuf entwickelt. Mit großem Engagement und viel Liebe ist er an die Verwirklichung seines Lebenszieles herangegangen, in der Gestaltung der Gottesdienste, im Religionsunterricht, in der Organisation des pfarrgemeindlichen Lebens und vor allem in der Seelsorge. Die Begleitung von Menschen in schwierigen Lebenssituationen gehörte zu den großen Begabungen von Pfarrer Hielscher.

Sein besonderes Interesse galt von Anfang an den Plänen für den Neubau der Kirche in Hainburg. Als Pfarrer und als Obmann des Vereins der "Freunde der Errichtung der Evangelischen Kirche in Hainburg" hat er sich unermüdlich für dieses Ziel eingesetzt. Seine Liebe für dieses Projekt zeigt sich auch darin, dass er mit seinen Eltern besprochen hat, im Fall seines Todes auf Kränze und Blumen zu verzichten, aber dafür um Spenden für den Bau der evangelischen Kirche in Hainburg zu bitten.

Pfarrer Hielscher im Kreis der nö Polizeiseelsorger Auch in der Diözese und gesamtkirchlich hat sich Pfarrer Hielscher sehr gut eingebracht. So arbeitete er als Leiter am Aufbau der Polizeiseelsorge in Niederösterreich mit, war als Notfallseelsorger aktiv und betreute geistlich die Johanniter Unfallstation in Orth an der Donau. Auch als Referent war er wegen seiner theologischen und methodischen Kompetenzen weit über den Bereich seiner Gemeinde hinaus geschätzt.

Zu den besonderen Talenten von Uwe Hielscher gehörte die Musik. Er spielte nicht nur, sondern komponierte und textete auch. Gemeinsam mit dem katholischen Kaplan Mag. Vladek Marczynski hat der evangelische Pfarrer die ökumenische Band "Anjoly" ("Engel") in kurzer Zeit zu beachtlichen Erfolgen geführt. Eines seiner letzten Lieder "I love to live" wurde zu Beginn des Jahres in einem Tonstudio professionell aufgenommen.

Uwe Peter Hielscher wurde am 1. Dezember 1965 in Jever in Friesland geboren. Nach dem Besuch der Schulen, übte er zunächst den Beruf des Einzelhandelskaufmanns aus. Während seiner Bundeswehrzeit reifte in ihm der Entschluss, Theologie zu studieren. Seine theologischen Studien absolvierte er in den Jahren von 1991 bis 2000 in Bethel und Münster.

Wir verabschieden uns von Pfarrer Mag. Uwe Hielscher in einem Trauergottesdienst am Freitag, 5. Juni 2009, um 14.00 Uhr, in der Evangelischen Matthäuskirche in Bruck an der Leitha.

(nach oben)

Für eine zukunftsfähige Kirche, die zu den Menschen geht

Fragen des Kirchenbeitrags prägten die NÖ-Superintendentialversammlung
in St. Gabriel

Zukunftsfähige Kirche in einer Welt der Umbrüche und Verunsicherungen ist eine Kirche, die zu den Menschen geht und für sie da ist. Das erklärte der niederösterreichische Superintendent Paul Weiland bei der Superintendentialversammlung am Freitagabend, 24. April, in St. Gabriel bei Mödling. Die beste Ausgangsposition dafür sei die Botschaft "Du gehörst dazu, wer immer du bist und was immer du hast oder nicht hast", betonte der Superintendent vor den Delegierten der 26 niederösterreichischen Pfarrgemeinden.

Weiland plädierte für eine "Wiederentdeckung der Rechtfertigungslehre", deren Grundbotschaft "Du gehörst dazu" laute. Diese Botschaft gelte Menschen, die aus dem Arbeitsprozess ausgegliedert wurden, ebenso wie jenen, die sich nicht voll in die Leistungsgesellschaft eingliedern können, Menschen mit Behinderung, Kranken und Verunsicherten oder jenen, "die sich nichts mehr leisten können". Die Rechtfertigungslehre helfe zu einer Haltung, "die auch mit Begrenztheiten und Einschränkungen fertig werden" könne. Trotz hervorragender Pflegeheime brauche es etwa auch eine ausgewogene Balance zwischen qualifizierter Fachbetreuung und "menschlicher Begleitung und Begegnung".

In Zeiten der Krise sei eine Haltung der Gelassenheit und Zuversicht die beste Voraussetzung, "um den Veränderungsbedarf in der Kirche nüchtern zu erkennen und die nötigen Reformen mutig anzupacken". Weiland: "Ängstlichkeit lähmt, Verlierermentalität macht nervös. In Gelassenheit und Zuversicht liegt die Kraft." Diese Gelassenheit habe ihren Grund nicht nur in den "Erfahrungswerten der Aussagen von Jesus Christus in den vergangenen 2000 Jahren", sondern auch darin, "dass wir - wenn wir vom Zentrum unseres Glaubens ausgehen - gar nicht an den Bedürfnissen der Menschen vorbeiproduzieren können, an denen der Menschen in der heutigen Umbruchszeit schon gar nicht".

Gottesdienst ist zentraler Ort christlicher Gemeinschaft

Der Superintendent sprach sich in seinem Bericht für eine "Konzentration auf Gottesdienste als Zentrum kirchlichen Handelns" aus. Es gehe darum, den Gottesdienst wiederzugewinnen als "zentralen Ort christlicher Gemeinschaft, als Zentrum der Sammlung und Sendung". Nur von dort her werde sich christliche Gemeinde und Gemeinschaft aufbauen, zeigte sich der Superintendent überzeugt.

Die Mitgliederzahlen stagnierten im letzten Jahr. Ende 2008 gehörten 40.491 Menschen der Evangelischen Kirche in Niederösterreich an, im Jahr davor waren es um 108 mehr. Der Großteil des geringfügigen Rückgangs von 0,25 Prozent ist in statistischen Bereinigungen begründet. Gesunken ist die Zahl der Austritte ebenso wie jene der Eintritte, während die Taufen ebenso wie die Beerdigungen zugenommen haben. "Handlungsbedarf" sieht Weiland bei den Trauungen, da hier ein starker Einbruch (- 30 Prozent) zu verzeichnen war.

Fragen des Kirchenbeitrags prägten die Sitzung am Samstag. Der frühere Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien, Peter Püspök, sprach über "Die Kirche und das liebe Geld" und informierte dabei auch über die Arbeit von Oikokredit. Als Vorstandsvorsitzender des Österreich-Ablegers leitet Püspök die Arbeit der Organisation, die Mikrokredite vergibt und so weltweit Armut bekämpft. Neue Ideen zum Thema Kirchenbeitrag stellte Kirchenrat Walter Gösele vor. Über die notwendige Öffentlichkeitsarbeit für den Religionsunterricht sprach die Religionspädagogin Elisabeth Kristan.

(nach oben)

Star-Architekt Wolfgang Prix entwarf neue evangelische Kirche in Hainburg

Kirche im Zentrum der Stadt Hainburg wird 2011 eröffnet

Modell der Martin Luther Kirche in Hainburg
Der renommierte Architekt Wolfgang Prix von Coop Himmelb(l)au hat die neue evangelische Kirche in Hainburg entworfen. Am Mittwoch, 4. Februar 2009, wurde das Modell im Rathaus in Hainburg erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Hainburg erlebe hier einen besonderen Akzent, weil mit Prix einer der weltweit renommiertesten Architekten bereit sei, sich den "architektonischen und künstlerischen Herausforderungen des Kirchenbaus zu stellen", sagte Superintendent Paul Weiland bei der Präsentation. Der Bau des aus Hainburg stammenden Architekten rücke die "sichtbaren Glaubensbesonderheiten einer evangelischen Kirche wie Kreuz, Altar mit Bibel und Taufbecken" in den Mittelpunkt.

Evangelische Kirche in Hainburg Den Entwurf hat Prix kostenlos der Stadt und der Evangelischen Kirche zur Verfügung gestellt. Er sieht einen Kirchenraum mit drei großen Lichtöffnungen als Dachkonstruktion, einen Gemeindesaal, einen Gebäudekomplex mit Sakristei, Sanitäreinrichtungen und Büroräumen sowie einen großen skulpurartigen Glockenturm vor. Bei der Präsentation erntete das Modell von den zahlreichen BesucherInnen großen Beifall. Die Dachkonstruktion garantiere, so Weiland, nicht nur eine besondere Lichtführung. Jeder Lichteinlass stehe für eine Person Gottes, zusammen seien sie "Zeichen der Trinität".

Die neue "Martin-Luther-Kirche" soll 2011, im Jahr der Landesausstellung, eröffnet werden. Gebaut wird sie im Zentrum der Stadt Hainburg auf dem Grundstück der ehemaligen Martinskirche, deren Karner heute noch sichtbar ist. In der Reformationszeit wurden in der Martinskirche evangelische Gottesdienste gefeiert.
(nach oben)

Religionsunterricht als Freiraum zur Werte- und Gewissensbildung

Neue Fachinspektorin Barbara Saile-Leeb in ihr Amt eingeführt

Landesschulinspektor Hofrat Wilhelm König gratuliert der neuen Schulamtsleiterin

Die neue Schulamtsleiterin und Fachinspektorin für den evangelischen Religionsunterricht an AHS und BHS. der Evangelischen Kirche in Niederösterreich Prof. Mag. Barbara Saile-Leeb wurde in einem feierlichen Gottesdienst am Samstag, 11. Oktober, in der Kapelle des niederösterreichischen Landhauses von Superintendent Mag. Paul Weiland in ihr Amt eingeführt.

Die "Botschaft von der unbegrenzten Zuwendung Gottes zu uns Menschen findet ihren Platz im Religionsunterricht", sagte der Superintendent bei der Amtseinführung. Der Religionsunterricht nehme die religiöse Dimension unabhängig von der Kirchlichkeit einzelner auf. Weil es "um das Woher und das Wohin" gehe, könne der Religionsunterricht "gar nicht genug unterstützt" werden.

Für die neue Fachinspektorin fördert der Religionsunterricht "Mündigkeit und Kritikfähigkeit an unserer Welt", zugleich biete er "Freiräume zu Werte- und Gewissensbildung". Trotz oft deutlicher Kritik an der Kirche seien junge Menschen "unterwegs im Glauben". Ein gelingender Religionsunterricht verurteile nicht andere, die andere Wege gehen wollen. Durch die "Art und Weise, wie unterrichtet wird", sei es im Religionsunterricht möglich, "implizit das Evangelium zu vermitteln", sagte Saile-Leeb im Gottesdienst, dessen Liturgie der Neunkirchner Pfarrer Univ.-Prof. Dr. Ernst Hofhansl gestaltete. Bei allem Leistungsdenken müsse "der Mensch vorgehen".

Tagung der Superintendentialversammlung

Geschenke der Gemeinden zum Amtsjubiläum

Bereits am Vormittag hat im Forum der Niederösterreichischen Versicherung in St. Pölten die Superintendentialversammlung der Diözese getagt. Dabei berichtete Superintendentialkuratorin Erna Moder über die erfolgreiche Aufbauarbeit der ARGE Diakonie Niederösterreich, die heuer mit einem Sonderpreis der Diakonie ausgezeichnet worden ist. Sektenreferent Pfarrer Siegfried Kolck-Thudt und Polizeiseelsorger Pfarrer Julian Sartorius informierten über die neuesten Entwicklungen in ihren Bereichen. Die Delegierten der Gemeinden gratulierten Superintendent Paul Weiland zu seinem 10jährigen Amtsjubiläum mit originellen Geschenken.

(nach oben)

Diakoniepreis 2008: Integration, Theater, Kunst und Diakonie NÖ

Diakonie-Vorsitzende Erna Moder erhält den Preis von Dr. Hans Schilcher und Synodenpräsident Krömer

Der Diakoniepreis 2008 erging heuer an das Integrationsprojekt "ELONGÓ", das Theater "A la Carte" und an das Projekt "Kunst und Kultur für Menschen mit Behinderungen". Einen Sonderpreis erhielt die ARGE Diakonie Niederösterreich.

Verliehen wurde der Diakoniepreis im Rahmen des Empfangs zum Reformationsfest am Donnerstag, 30. Oktober, in der Wiener Akademie der Wissenschaften. Die Auszeichnungen wurden von Synodalpräsident RA Dr. Peter Krömer und dem stellvertretenden Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich, Dr. Hans Schilcher, überreicht, dessen Bank den Preis seit mehreren Jahren sponsert.

Ein Sonderpreis von 1.000 Euro ging an die ARGE Diakonie Niederösterreich, die die evangelischen Gemeinden der Superintendenz, den Superintendentialausschuss und die Superintendentialversammlung bei der Erfüllung ihrer diakonischen Aufgaben unterstützt. Dies geschehe vor allem durch Vernetzung, Begleitung und Schulung ehrenamtlicher MitarbeiterInnen, heißt es in der Begründung der Jury. Die ARGE Diakonie NÖ initiiert, begleitet und fördert diakonische Aktivitäten der Gemeinden, vernetzt diakonische Aktivitäten mit anderen Einrichtungen und bietet Aus- und Weiterbildung an.

In einem Bericht an die Generalsynode am 15. November 2009 in Villach hat der Ausschuss für Diakonie und soziale Fragen festgestellt: "Bei der Förderung und Begleitung ehrenamtlicher Arbeit in der Gemeindediakonie sieht der Diakonische Ausschuss das Anliegen der Generalsynode 1997 vorbildlich durch die ARGE Diakonie NÖ umgesetzt und empfiehlt dieses Modell anderen Diözesen ebenfalls zur Umsetzung."

(nach oben)

Die Gottesbegegnung verändert Menschen

NÖ Gustav Adolf-Fest in Naßwald

Lebendige Feiern, interessante Erfahrungen, Gespräche mit Freunden und ein gutes Miteinander kennzeichnete das niederösterreichische Gustav Adolf-Fest am 22. Mai 2008 in Naßwald. 500 Menschen aus allen Teilen des Landes und Gäste aus dem Ausland nahmen daran teil.

Pfarrerin Ulrike Wolf-Nindler, der Pantomime Jean-Jacques Pascal und Superintendent Paul Weiland

Das Thema "Gott kommt in einem leisen Wehen" wurde im Familienfestgottesdienst mit Pfarrerin Ulrike Wolf-Nindler, dem Pantomimen Jean-Jacques Pascal und Dipl. Päd. Eva Tiefenbacher verbal, pantomimisch und durch das Zusammenstellen von Klangkörpern durch die 500 Teilnehmer vertieft. "Die Begegnung mit Gott verändert Menschen, weil Gottes Wesen seelsorgerlich ist.", betonte Superintendent Paul Weiland. Auch in Unsicherheit, bei Fragen oder Schuldverstrickung lasse Gott die Menschen nicht in Verzweiflung zurück, sondern stärke und motiviere sie, die Herausforderungen wieder aufzunehmen.

Die Chöre aus St. Pölten und Wiener Neustadt

In der Bibelarbeit betonte Bischof Dr. Michael Bünker, dass sich die Gottesbegegnung aus der Stille heraus ereigne, jenseits der eigenen Gottesvorstellungen und -bilder. Zentral sei das Hören auf das Wort Gottes. "Der Mensch ist der Angesprochene des ansprechenden Gottes", sagte der Bischof.

Josef und Stefan Hajzan erhalten von Dr. Peter Krömer die Auszeichnung Miteinander und Freude beim Zusammenstellen der Klangkörper

Das umfangreiche Sortiment des Paukisten

Neben Begegnung, aktuellen Herausforderungen des Glaubens, einem offenen Singen und einem eigenen Kinder- und Jugendprogramm bildete auch der Blick in die Tradition einen Schwerpunkt des Naßwalder Festes. So führte die Laienschauspielgruppe Naßwald das Stück "Aus dem Leben des Raxkönigs" auf. Ein weiterer Höhepunkt waren Führungen zu den Hochquellen des Wiener Wasser. Die Teilnehmer wurden zu Beginn des Festes deshalb auch mit einem Glas Wasser und einem Speckbrot begrüßt. Synodenpräsident Dr. Peter Krömer überreichte in einem Festakt das Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Evangelische Kirche an Josef und Stefan Hajzan, die Pächter des "Wirtshauses zum Raxkönig". Am niederösterreichischen Gustav Adolf-Fest nahmen auch Gäste aus Deutschland, Tschechien und Ungarn teil.

500 Teilnehmer feierten im Festzelt

(nach oben)

Eine selbstbewusste, wachsende Kirche

Superintendentialversammlung tagte in Schloss Haindorf - Gute Entwicklung im Jahr 2007: zahlenmäßige und inhaltliche Steigerung

Auf das zahlenmäßige und inhaltliche Wachstum der Evangelischen Kirche in Niederösterreich hat Superintendent Paul Weiland auf der Superintendentialversammlung der Diözese Niederösterreich hingewiesen. Evangelische Kirche müsse nach innen und nach außen sichtbar, hörbar und verstehbar sein, betonte der Superintendent vor den Delegierten der niederösterreichischen Gemeinden, die am 25. und 26. April 2008 in Schloss Haindorf in Langenlois tagten. Als Teil der "allumfassenden, weltweiten Kirche Jesu Christi, die in der Heiligen Schrift und in den Bekenntnissen der frühen Christen ihre wesentliche Grundlage hat", könne die Kirche selbstbewusst Verkündigung, Gemeinschaft und Diakonie leben.

Bischof Dr. Michael Bünker ging in seinem Grußwort auf das Schwerpunktjahr der Evangelischen Kirche im Jahr 2008 ein. Aus Anlass der 70. Wiederkehr des Anschlusses Österreichs und des Novemberpogroms werde sich die Kirche unter dem Thema "Auf dem Weg der Umkehr" in diesem Jahr besonders mit der Standortbestimmung zum evangelisch-jüdischen Verhältnis beschäftigen. Bünker rief die Gemeinden dazu auf, in Gebeten, Gottesdiensten und Veranstaltungen dieses Anliegen zu unterstützen

In seinem Bericht wies Weiland konkret darauf hin, dass sowohl die Zahl der in der Diözese Niederösterreich lebenden evangelischen Christen im Jahr 2007 gegenüber dem Jahr 2006 zugenommen habe (+3 Prozent) als auch die Einnahmen des Kirchenbeitrages (+5,8 Prozent). Gewachsen seien aber auch die diakonischen Aktivitäten, die Bedeutung der Liturgie und der Gottesdienstformen, die Berücksichtigung der Kinder durch eigene Gottesdienste und die Einrichtung von "Kinderecken", die kirchenmusikalische Arbeit und die Angebote der Bildungsarbeit

Als Höhepunkte des Jahres 2007 nannte der Superintendent das gemeinsame Gustav Adolf-Fest von vier Diözesen im Juni 2007 in Oberwart und das Jubiläumsfest "60 Jahre selbständige Diözese und 450 Jahre Protestantismus in Niederösterreich" im September 2007 auf der Schallaburg.

Diskussion des Naßwalder Modells

Inhaltlicher Schwerpunkt der niederösterreichischen Superintendentialversammlung war die ausführliche Beschäftigung mit dem Vorschlag einer neuen Kirchenstruktur, dem sogenannten Naßwalder Modell. Nach einer Pro und Kontra Diskussion mit Dr. Harald Höger von der ARGE Bekennender Christen in Österreich, dem steirischen Superintendenten Mag. Hermann Miklas, Oberkirchenrätin Dr. Hannelore Reiner und Ing. Gerald Wakolbinger vom Werk für Evangelisation und Gemeindeaufbau, besprachen die niederösterreichischen Delegierten in neun Arbeitsgruppen die Vor- und Nachteile der neuen Kirchenstruktur. In den einzelnen Gemeinden werden derzeit Stellungnahmen erarbeitet. Über eine gesamtniederösterreichische Stellungnahme entscheidet die Herbstatgung der Superintendentialversammlung.

(nach oben)

Superintendent Paul Weiland Vorsitzender des Ökumenischen Arbeitskreises NÖ-West

Der Superintendent der Evangelischen Kirche in Niederösterreich, Paul Weiland, wurde zum ersten Vorsitzenden des Ökumenischen Arbeitskreises Niederösterreich-West gewählt. Der Arbeitskreis, dem die Altkatholische Kirche, die Evangelische Kirche, die Methodistenkirche, die Römisch-katholische Kirche und die Serbisch-orthodoxe Kirche angehören, will den ökumenischen Auftrag nach außen vertreten und nach innen im Gemeindeleben vertiefen. Dazu werden regelmäßig ökumenische Gottesdienste, theologische Gespräche und Studientage angeboten und zwischenkirchliche Beziehungen auf allen Ebenen gefördert.

Der Ökumenische Arbeitskreis Niederösterreich -West ist aus der gemeinsamen Arbeit der in Niederösterreich-West ansässigen Kirchen für den Christentag im Jahr 1999 hervorgegangen. Der bisher als Arbeitsgemeinschaft bestehende Arbeitskreis hat sich nun Richtlinien für die Zusammenarbeit gegeben, die auch einen Vorsitzenden als Leiter und Sprecher der ökumenischen Einrichtung vorsehen. Diese Funktion wird Weiland mit 1. Jänner 2008 übernehmen.

(nach oben)

Karl Schiefermair wird neuer Oberkirchenrat

OKR Mag. Karl Schiefermair

Die evangelisch-lutherische Synode hat den niederösterreichischen Fachinspektor Prof. Mag. Karl Schiefermair (50) zum neuen geistlichen Oberkirchenrat gewählt. Er folgt in diesem Amt auf Michael Bünker, den die Synode bereits im Juni zum neuen Bischof gewählt hatte. Die Agenden des Schulamtsleiters wird Karl Schiefermair im Schuljahr 2007/08 weiterführen.



(nach oben)

Evangelische Kirche Niederösterreich feierte Jubiläen auf der Schallaburg

60 Jahre selbständige Diözese und 450 Jahre Protestantismus in Niederösterreich - Weiland: Auf gutem Weg des Miteinanders weitergehen - Pröll: Mahnende Geschichte

Über 1000 Menschen haben am Sonntag, 23. September, auf der Schallaburg das zweifache Jubiläum der Evangelischen Kirche in Niederösterreich mitgefeiert. Seit 60 Jahren besteht die selbständige Diözese Niederösterreich, die Wurzeln des Protestantismus in Niederösterreich reichen 450 Jahre zurück.
Beim Festtag, zu dem der niederösterreichische Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll gemeinsam mit dem lutherischen Superintendenten Mag. Paul Weiland eingeladen hatte, wurde mehrfach das "gute Miteinander" zwischen Kirche und Land betont. "Auf diesem Weg wollen wir weitergehen, auch abseits von Jubiläen und Festen", sagte Superintendent Weiland.
In seiner Festansprache erinnerte der niederösterreichische Landeshauptmann an die leidvolle Geschichte des Protestantismus. Tausende Protestanten wurden im 17. Jahrhundert wegen ihres Glaubens verfolgt und viele von ihnen aus Niederösterreich vertrieben. "Geschichte kann auch Mahnung sein", sagte Pröll, "ein derartiges Unrecht darf es in dieser Heimat nie geben". Eine klare Absage erteilte der Landeshauptmann jeglicher Form von Fanatismus und Intoleranz. Kirchen und Politik seien gemeinsam gefordert. Pröll appellierte an die Festgäste, gemeinsam gegen Hoffnungslosigkeit und Rücksichtslosigkeit aufzutreten. Die Basis dafür sieht der Landeshauptmann in den christlichen Werten: "Niederösterreich ist ein christliches Land und soll auch ein christliches Land bleiben", sagte Pröll. Dankbar zeigte sich der Landeshauptmann für den "Geist des Miteinanders" zwischen Land und Kirchen. Besonders dankte Pröll auch für das umfangreiche ehrenamtliche Engagement in den Kirchen. Im Rahmen des Festaktes verlieh der Landeshauptmann 30 hohe Auszeichnungen des Landes Niederösterreich an verdienstvolle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter evangelischer Gemeinden.

Sturm: Dialogfähig zu anderen Menschen und Kulturen

"Wir sind dankbar, dass wir nach einer Geschichte des Leidens und der Vertreibung als gleichberechtigte Bürger des Landes und als Kirche im Reigen der Ökumene wahrgenommen werden", sagte der lutherische Bischof Mag. Herwig Sturm in der Predigt des Festgottesdienstes. In der Geschichte des Landes sei die Bedrohung durch die Türken oft neben dem Schicksal der Protestanten gestanden. In der heutigen Gesellschaft biete sich hingegen eine "unglaubliche Chance". "Wir können uns nicht mehr abschotten", so der Bischof. Wer im eigenen Glauben verwurzelt sei, könne auch andere Menschen in ihrem Kern annehmen und so zum Frieden beitragen. Sturm: "Fest im Glauben, aber gleichzeitig dialogfähig zu anderen Menschen und Kulturen".
Für das "heute selbstverständliche" gute ökumenische Klima dankte Probst Maximilian Fürnsinn vom Stift Herzogenburg. In der Geschichte sei im Namen Christi oft Unrecht geschehen, zu dem auch die Stifte "einiges beigetragen" hätten. Als Zeichen der Verbundenheit hatte Fürnsinn protestantische Bücher des 17. Jahrhunderts aus seiner Stiftsbibliothek mitgebracht, die er im Festakt Weiland überreichte.
Am Nachmittag erzählten Augenzeugen in einer Interviewrunde aus den sechs Jahrzehnten der Diözese. Im Jahr 1947 wurde Niederösterreich eine selbständige Diözese. Davor bildeten die Bundesländer Wien, Niederösterreich, Steiermark und Kärnten eine Diözese, die 1782 gegründet wurde. Vor 450 Jahren gab es sehr erfolgreiche Versuche, die Evangelische Kirche in Niederösterreich zu strukturieren und zu organisieren. So wurde in Niederösterreich die erste evangelische Kirchenagende verfasst, Schulen wurden gegründet wie das evangelische Gymnasium in Loosdorf und Kirchen gebaut wie in Horn und Loosdorf, die heute die katholischen Stadtkirchen sind.
Eingebettet war der Festtag auf der Schallaburg, die im 16. Jahrhundert ein evangelisches Zentrum war, in ein vielfältiges Programm. Ein Familiengottesdienst eröffnete den Tag, Ergebnisse einer Umfrage zur Bibel und deren künstlerische Umsetzung wurden vorgestellt, originelle Glückwünsche von Kindern an die Diözese prämiert, in einer Aktion der Bibelgesellschaft konnte ein Buch der Bibel abgeschrieben werden. Während des ganzen Tages war im Festsaal die Ausstellung zu den Themen "Kinder und Kirche", "Gemeindediakonie", "Jugend" und "Frauenarbeit" zu besichtigen. Audio- und Videobeispiele von Gottesdiensten und Filme aus dem kirchlichen Bereich ergänzten das Angebot.

(nach oben)