Berichte
superNews - Magazin für das evangelische Niederösterreich
Ausgaben von superNewsOrdinationen und Amtseinführungen in Niederösterreich
Alle Pfarrstellen in der Evangelischen Kirche in Niederösterreich sind besetzt
Ordinationen und Amtseinführungen gehören zu den besonderen Festen in einer Diözese. In Niederösterreich konnten im Herbst 2011 zwei Ordinationen und fünf Amtseinführungen
gefeiert werden. Geprägt waren die Feiern von liebevoller Vorbereitung und Durchführung sowie von einer großen Beteiligung der anderen PfarrerInnen und der Öffentlichkeit.Erfreulich ist, dass junge Männer und Frauen bereit sind, den Dienst der öffentlichen Wortverkündigung und Sakramentsverwaltung zu ihrer Berufung zu machen. Erfreulich, dass Pfarrer neue Herausforderungen in neuen Gemeinden und kirchlichen Einrichtungen suchen. Und erfreulich gerade für unsere Diözese: alle Pfarrstellen in den Gemeinden und Einrichtungen in Niederösterreich sind mit 1. September 2011 besetzt.
Ordination und Amtseinführung von Pfarrerin Mag. Angelika Petritsch
Mag. Angelika Petritsch wurde am 4. Dezember 2011 in einem Festgottesdienst in der Evangelischen Auferstehungskirche in Wiener Neustadt zur Pfarrerin der Evangelischen Kirche A. B. in Österreich ordiniert und anschließend in das Amt der nicht mit der Amtsführung verbundenen Pfarrstelle der Evangelischen Pfarrgemeinde A.u.H.B. Wiener Neustadt eingeführt. Ordination und Amtseinführung von Pfarrer Mag. Dietmar Weikl

In der Evangelischen Kirche in Traiskirchen wurde am 20. November 2011 Mag. Dietmar Weikl in einem Festgottesdienst zum Pfarrer der Evangelischen Kirche A. B. in Österreich ordiniert und anschließend in das Amt des Pfarrers der Evangelischen Pfarrgemeinde A.u.H.B. Traiskirchen eingeführt.
Amtseinführung von Gefängnispfarrer Markus Fellinger


Am 7. November 2011 wurde in einem Festgottesdienst in der Kirche zum guten Hirten in der Justizanstalt Stein Pfarrer Markus Fellinger als Gefängnis- und Diasporapfarrer der Evangelischen Diözese A.B. Niederösterreich eingeführt. An der von der Gruppe Kohelet 3 musikalisch mitgestalteten Feier haben neben vielen Gästen von "draußen" auch zahlreiche Insassen der Justizanstalt Stein teilgenommen.
Amtseinführung von Pfarrer Mag. Hans Spiegl
In der Evangelischen Elisabethkirche in Mistelbach wurde am 30. Oktober 2011 in einem Festgottesdienst Pfarrer Mag. Hans Spiegl als Pfarrer der Evangelischen Pfarrgemeinde A.u.H.B. Mistelbach eingeführt. Pfarrer Spiegl ist auch bekannt durch seinen täglichen Podcast. Was ihm jeden Tag so begegnet, hören rund 2200 Menschen in seinem Tagebuch: http://pfarrer.herzblut.fm.Amtseinführung von Pfarrer Mag. Michael Lattinger
Mag. Michael Lattinger wurde am 2. Oktober 2011 in einem Festgottesdienst in der Evangelischen Kirche in Neunkirchen als Pfarrer der Evangelischen Pfarrgemeinde A.u.H.B. Neunkirchen eingeführt. An dem musikalisch ausgestalteten Festgottesdienst haben neben evangelischen und römisch-katholischen Pfarrerinnen und Pfarrern auch zwei Imame moslemischer Gemeinden in Neunkirchen teilgenommen.Kunst und Kirche - Evangelische tagen im Nitsch Museum
Superintendentialversammlung Niederösterreich tagte erstmals in Mistelbach - Manfred Wagner: Kirchen sind zentrale Träger der Kunst

Als die höchste Entwicklung des schöpferischen Potentials des Menschen bezeichnete Univ. Prof. Dr. Manfred Wagner die Kunst. Sie gehe in Richtung Optimum, das habe Kunst mit der Religion gemeinsam. Künstler seien meist religiös, aber nicht "kirchenreligiös", sagte der Kunstsachverständige von der Universität für angewandte Kunst in Wien vor den Delegierten der niederösterreichischen Diözesansynode. Sie tagte am 22. Oktober 2011 an einem besonderen Ort, im Hermann Nitsch Museum in Mistelbach.
Kirchen seien zentrale Träger der Kunst, sagte Wagner und forderte die Vertreter der evangelischen Gemeinden auf, diesem Anspruch nachzukommen. Kitsch und mittelmäßige Hobbykunst hätten in einer Kirche nichts verloren. "Die Spiritualität der Kirche muss durch die Spiritualität der Kunst widergespiegelt werden." Als gelungenes Beispiel moderner Kirchenarchitektur nannte Wagner die Martin-Luther-Kirche in Hainburg an der Donau.
Auf die große Bandbreite der diözesanen Arbeitsbereiche, den "schlanken" Apparat und die gute Einbindung in die Gemeinden, wies Bischof Dr. Michael Bünker in einem ersten Zwischenbericht von der im Oktober durchgeführten Visitation der Diözese Niederösterreich hin. Die mit 1. Jänner 2011 nach Niederösterreich gewechselte Pfarrgemeinde Mistelbach stellte sich den Delegierten vor.
Land und Evangelische Kirche: Danke-Fest für Ehrenamtliche
Aus Anlass des Jahres des Ehrenamts in der Evangelischen Kirche wurden ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Evangelischen Gemeinden von Niederösterreich in das Festspielhaus in St. Pölten eingeladen. Mit dabei Bischof Dr. Michael Bünker, Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll und der Schauspieler Karl Markovics.

Danke sagen den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Evangelischen Kirche in Niederösterreich, das war der Anlass für das Fest am Sonntag, 18. September 2011, im Festspielhaus St. Pölten, zu dem Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll und Superintendent Paul Weiland eingeladen haben. Etwa 700 sind gekommen und haben die Lesung von Schauspieler Karl Markovics, das Kabarettprogramm von Jörg Martin Willnauer und die Darbietungen des Ghana Minstrel Choirs genossen.

Gemeinsam mit Superintendentialkuratorin Erna Moder präsentierte der Superintendent das Ergebnis einer Umfrage, die in den vergangenen Monaten in den Pfarrgemeinden Niederösterreichs zum Thema Ehrenamt durchgeführt wurde. Den freiwilligen Helferinnen und Helfern ginge es in erster Linie um ein positives Gemeinschaftserlebnis, rund 24.600 Stunden pro Monat würden unentgeltlich für die Kirche geleistet, die Unterstützung ihrer Arbeit erlebten sie größtenteils als sehr zufriedenstellend, so das Fazit der Befragung. Dies sei "ein guter Grund, dankbar zu sein und danke zu sagen", bekräftigte Weiland.
Auch Landeshauptmann Erwin Pröll bedankte sich für die geleistete Freiwilligenarbeit. Ehrenamtliche würden gegen den Trend der Zeit schwimmen, gerade im religiösen Bereich würden sie wichtige und zentrale Werte weitergeben. Denn "nicht ein Wandel der Werte, sondern ein Wandel mit Werten" sei gefragt, so Pröll. Von der Pfarrgemeinde Bruck an der Leitha-Hainburg an der Donau erhielt der Landeshauptmann ein Bild der neuen Martin Luther-Kirche.
Bischof Michael Bünker ging in seiner Ansprache auf die Geschichte des Ehrenamts ein. Schon sehr früh hätten Evangelische begonnen, freiwillig tätig zu sein. Dies liege im Gedanken des "Priestertums aller Gläubigen" begründet. Evangelische seien davon überzeugt, dass es "niemanden gibt, der nicht eine besondere Gabe beziehungsweise ein besonderes Talent von Gott mitbekommen hat", sagte Bünker.Mehr als zwanzigtausend Menschen sind freiwillig, über ihren Beruf und die Familie hinaus, in der Evangelischen Kirche in Österreich tätig, in Niederösterreich sind es knapp 2000. Viele Menschen sind aus religiösen Gründen freiwillig aktiv, Kirche und Ehrenamt gehören zusammen.
Ehrenamtliche in der Evangelischen Kirche betreuen Kinder und Jugendliche, sie besuchen Alte und Einsame, Kranke in den Krankenhäusern, Gefangene in den Justizanstalten, sie leiten Chöre und organisieren Bildungsveranstaltungen, sie kümmern sich um Menschen, die in Not geraten sind, um Migranten und Migrantinnen, vor allem um Asylsuchende, sie gestalten Gottesdienste und predigen, sie helfen mit im täglichen Leben der Gemeinden und bei besonderen Anlässen und vieles mehr.Ein wichtiger Bereich des Ehrenamtes ist die aktive Mitgestaltung des Lebens in der Kirche. Im Oktober 2011 wird in der Evangelischen Kirche gewählt. In den Pfarrgemeinden, den Superintendenzen und der Gesamtkirche werden sich Ehrenamtliche bereit finden, für die kommenden sechs Jahre verantwortungsvolle Leitungsaufgaben zu übernehmen.
Im Himmel angekommen - Einweihung der Martin Luther-Kirche in Hainburg an der Donau
Wolf Prix: Kirche ist zu meinem wichtigsten Projekt geworden

Mit einem feierlichen Gottesdienst ist am 30. April 2011 die neue Martin-Luther-Kirche in Hainburg an der Donau eingeweiht worden. Nach nur neunmonatiger Bauzeit konnte das von Architekt Wolf D. Prix (COOP HIMMELB(L)AU) geplante Gebäude seiner Bestimmung übergeben werden.
Die "jüngste Kirche Europas" ist ein ganz besonderer Bau, betonte Superintendent Mag. Paul Weiland. In einer Zeit, in der Kirche, Christsein und Glaube nicht mehr selbstverständlich sind, helfen Kirchen wie diese mit, Menschen auf das Angebot der Lebensbegleitung hinzuweisen. Alle, die mitgeholfen haben, haben "Gottesdienst im Alltag geleistet und einen Raum geschaffen, der Himmel und Erde verbindet."Die Kirche, so der Superintendent, sei mit ihren drei "trinitarischen Lichtöffnungen" ein einladender Ort der Stille, der zugleich "künstlerisch und architektonisch eindrucksvoll" sei. Ebenso verstehe er das Bauprojekt als "Wunder aus dem Glauben, dem alles möglich ist". Gemeinsam mit Bischof Dr. Michael Bünker, der im Festgottesdienst predigte, dankte Weiland allen, die mit ihrem hohen, oft ehrenamtlichen Engagement, zum Gelingen des Kirchenbaus beigetragen haben.
"An dieser Kirche wird anschaulich, dass persönlicher Glaube an die Öffentlichkeit drängt",sagte Bischof Bünker in seiner Predigt. Die drei Öffnungen am Dach der Kirche symbolisierten, dass sich "der Glaube in der Welt als Kraft Gottes erweist". Bünker erinnerte an mehrere innovative Projekte des evangelischen Kirchenbaus, zuletzt die Warlamis-Kirche im niederösterreichischen Waidhofen an der Thaya. Evangelische Kirchen, so Bünker wörtlich, "sollen schön sein, weil Gottes Ja zu dir dich schön macht".Auch wenn es unter den derzeitigen Projekten zwischen Dänemark und China mit 300 Quadratmetern sein kleinstes ist, ist es ihm zum "wichtigsten" geworden, sagte der aus Hainburg stammende Architekt Wolf D. Prix bei der Einweihung. "Besondere Motivation" sah er in der Herausforderung, "einen Ort der Ruhe und Konzentration für eine Gemeinschaft" zu bauen. Dass architektonische Elemente wie die drei Lichtöffnungen oder der Kirchenraum in Form eines Tisches theologisch interpretiert würden, versteht Prix als "bewusste Zufälle".
Als ein "Symbol für die Ökumene und das lebendige Christentum" beschrieb Landeshauptmann Erwin Pröll die neue Kirche. Die "wunderschöne und moderne Architektur" auf historischem Boden zeige, "dass wir in Niederösterreich in unserer Geschichte verwurzelt sind und dennoch weltoffen nach vorne gehen". In der "lauten Zeit" brauche es Orte der Stille und der Entschleunigung, an denen "Menschen sich selbst wieder spüren und Orientierung finden". Für Synodenpräsident Dr. Peter Krömer ist die neue Kirche ein "architektonisches Musterstück". Denn Kirche, so der Präsident, soll "eine Stätte sein, wo Menschen von Gott angerührt werden, hinausgehen und zum Segen für andere werden".
"Die Kirche setzt Maßstäbe für den Kirchenbau der Zukunft", ist Adolf Reichel vom Verein "Freunde der evangelischen Kirche in Hainburg" überzeugt. Gemeinsam mit seiner Frau hatte Reichel das Projekt initiiert und federführend begleitet. Reichel dankte den vielen Unterstützern, darunter das Land Niederösterreich, mehrere Banken, der Gustav-Adolf-Verein, der Martin-Luther-Bund, und zahlreiche private Sponsoren. Insgesamt betrugen die Baukosten 1,4 Millionen Euro. Grußworte sprachen auch der evangelisch-lutherische Nachbarbischof Dr. Miloš Klátik aus der Slowakei, Johannes Grassmayr von der gleichnamigen Glockengießerei, der Obmann des Martin-Luther-Bundes Pfarrer Mag. Pál Fónyad und Pfarrer Mag. Ernst Hofhansl für den Gustav-Adolf-Verein.Hainburg: Dachgleiche der neuen evangelischen Kirche
Eine Dachgleiche der besonderen Art feierte die neue evangelische Kirche in Hainburg an der Donau wenige Tage vor Weihnachten.
Das knapp 30 Tonnen schwere Dach der neuen Martin-Luther-Kirche wurde am Mittwochvormittag, 15. Dezember 2010, mit einem Kran auf das Kirchengebäude gehoben. Das Stahldach ist neben dem Turm das Kennzeichen der von Architekt Wolf D. Prix von COOP HIMMELB(L)AU entworfenen Kirche. Mit drei überdimensionalen Lichteinlassöffnungen symbolisiert es die Trinität Gottes. Die neue Kirche, deren Rohbau in der Rekordzeit von nur sechs Monaten errichtet werden konnte, wird im April 2011 eingeweiht.
Der Kirchenbau besteht aus einem Zentralraum mit den drei großen Lichteinlassöffnungen, einem daran angeschlossenen Gemeindesaal und diversen Nebenräumen. Die einzelnen Gebäudeteile können miteinander verbunden werden. Die Gesamtkosten werden rund 1,4 Millionen Euro betragen.
Neben der NÖ-Landesausstellung in Carnuntum und Hainburg sei das Jahr 2011 auch für die Geschichte Europas von besonderer Bedeutung, betont der niederösterreichische Superintendent Paul Weiland im Gespräch mit epdÖ. Vor genau 1700 Jahren, am 30. April 311, wurde das erste Mal im Edikt von Nikomedia die Duldung der Christen im damaligen römischen Reich ausgesprochen. "Nicht unwesentliche Vorgespräche dafür dürfte es auch auf der so genannten Kaiserkonferenz in Carnuntum im Jahr 308 gegeben haben", vermutet Weiland.
Mit ihrem Namen "Martin-Luther-Kirche" erinnere die neue Kirche nicht nur an den Reformator, sondern auch an den bisher verwendeten evangelischen Kirchenraum in Hainburg. Der Vorname nimmt zugleich die Tradition der Martinskirche auf, die vom 13. bis zum 17. Jahrhundert auf dem Grundstück im Zentrum der Stadt Hainburg an der Donau gestanden ist. Die Kirche werde ein Wahrzeichen und ein Wahrheitszeichen sein, sagt Weiland, sie "symbolisiert Vergangenheit und Zukunft und bereichert so die Gegenwart".
Superintendent Paul Weiland in sein Amt eingeführt
Mit einem feierlichen Gottesdienst in der Evangelischen Kirche in Wiener Neustadt ist am Samstag, 16. Oktober 2010, der niederösterreichische Superintendent Paul Weiland durch Bischof Michael Bünker in sein Amt eingeführt worden. Bereits im April hatten die Delegierten der niederösterreichischen evangelischen Pfarrgemeinden den Superintendenten nach Ablauf der ersten, zwölfjährigen Amtsperiode mit überwältigender Mehrheit in seinem Leitungsamt bestätigt. Weiland ist seit 1.9.1998 Superintendent der evangelischen Diözese Niederösterreich. Die Arbeit und der Einsatz für den Menschen "kommt nie zu Ende, und trotzdem ist Pfarrer der Traumberuf für mich", sagte der Superintendent rückblickend auf seine Amtszeit. Es sei "schön für jemanden zu arbeiten, der befreit und einen wieder aufrecht gehen lässt, der Zukunft eröffnet und dabei die Niedergeschlagenen nicht übersieht".
Superintendentialkuratorin Erna Moder konnte zu der Amtseinführung, die am Ende der Tagung der Superintendentialversammlung stand, auch zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter des politischen Lebens und der Ökumene begrüßen.Den Liturgie des Gottesdienstes gestalteten Wolfgang Salzer und Angelika Petritsch, als AssistentInnen wirkten Erna Moder, Birgit Schiller, Veronika Komuczky, Otto Kramer und Karl-Jürgen Romanowski. Für den musikalischen Rahmen sorgten Sybille von Both an der Orgel sowie der Gospelchor Ternitz und der Chor Neunkirchen.
Freude an der Begegnung und gute Gespräche
Empfang zum Beginn des Arbeitsjahres in der Superintendentur in St. Pölten

Schon beim Eintreffen war bei den rund 200 Teilnehmern aus allen niederösterreichischen Gemeinden beim Empfang in der Superintendentur am 10. September 2010 Freude an der Begegnung und ein gutes Gesprächsklima zu spüren.
Das Wildfleisch-Grill-Team verwöhnte kulinarisch (Foto unten li), das Schulamt sorgte für die Getränke (Foto unten re). Fotos: Antonia Pointner

Aufmerksame Zuhörer (Foto unten) ber der Verabschiedung von FI RegR. Evelyn Martin (Foto oben li) und dem Willkommen von FI Dipl. Päd. Paul Niederwimmer (Foto oben mi) sowie beim Auftritt des Pfarrers auf Abwegen auf der Suche nach neuen Wundern (Pfarrer Mag. Manfred Witt, Foto oben re).
Fröhlicher Spatenstich
Mit der Spatenstichfeier am 18. Juni 2010 begannen die Arbeiten für den Bau der neuen Evangelischen Kirche in Hainburg an der Donau.

Beim Spatenstich von links nach rechts: Kurator Ernst Jung, Mag. Wolfgang Riedl, DI Wilhelm Spirk, Bundesrätin a. D. Michaela Gansterer, Superintendent Paul Weiland, Dr. Miroslava Grubmüller von der Sparkasse Hainburg Privatstiftung, LH Dr. Erwin Pröll, LH-Stellvertreter von Bratislava Martin Berta, Generalbischof Milos Klatik, Architekt Prof. Wolf D. Prix, Adolf Reichel, Vizebürgermeister Josef Zeitelhofer.
Der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll bezeichnete die Kirche als "ein unglaubliches Geschenk für unser Heimatland Niederösterreich. Nicht nur architektonisch, sondern auch vom spirituellen, vom geistigen und geistlichen her." Für Superintendent Paul Weiland ist diese Kirche "ein Zeichen der Versöhnung, ein Zeichen des Miteinanders der Menschen, die sich für ein gerechtes und friedliches Leben aller einsetzen." Generalbischof Milos Klatik sieht in der neuen Martin Luther-Kirche "ein Bindeglied zwischen den evangelischen Gemeinden verschiedener Länder".
Mit dem Kirchenneubau in der Alten Poststraße 28 im Zentrum von Hainburg erlebt die historische Stadt einen besonderen Akzent aktueller Kirchenarchitektur. Gewonnen werden konnte dafür mit Architekt Wolf D. Prix, einer der weltweit renommiertesten Architekten der Gegenwart. Das Modell des Kirchenbaus ist schon jetzt unter die 50 bedeutendsten Bauten der Welt aufgenommen und als solches, obwohl noch gar nicht gebaut, derzeit in Tokyo ausgestellt.Der Kirchenbau besteht aus einem Zentralraum mit drei überdimensional großen Lichteinlassöffnungen, einem daran angeschlossenen Gemeindesaal und diversen Nebenräumen. Die einzelnen Gebäudeteile können miteinander verbunden werden. Die Gesamtkosten werden rund 1,4 Millionen € betragen.
Der Kirchenbau auf dem Boden der ehemaligen Hainburger Martinskirche, einer Kirche aus dem 13. Jahrhundert, die im 17. Jahrhundert zerstört worden ist, ersetzt den bisherigen in einer Villa befindlichen Kirchenraum der evangelischen Kirche. Hainburg ist Teil der Evangelischen Pfarrgemeinde "Bruck an der Leitha - Hainburg an der Donau". Für die Durchführung des Kirchenbaus wurde der Verein der Freunde der Evangelischen Kirche in Hainburg an der Donau gegründet. (Fotos: Susanne Müller)
Kirchentag 2010 - Tolles Programm, viele Besucher, gute Stimmung - und Sonnenschein
Kirchentagsatmosphäre erlebten die rund 800 Teilnehmer des niederösterreichischen Gustav Adolf-Festes am 3. Juni in Mödling. Als Gustav Adolf-Meile präsentierte sich die Mödlinger Innenstadt von der römisch-katholischen Stadtpfarrkirche St. Othmar bis zur Evangelischen Kirche und Lichthaus in der Scheffergasse
Brücken bauen war das Thema des Tages und auch des Familiengottesdienstes, mit dem der evangelische Kirchentag in der römisch-katholischen Stadtpfarrkirche St. Othmar eröffnet worden ist.Gefühle und Erfahrungen wie Hass, Zorn, Mobbing und Vorurteile errichten Mauer, wurde im Gottesdienst lebendig dargestellt. Mit Gottes Hilfe und eigenem Einsatz können Mauern zwischen Menschen überwunden und Brücken zueinander gebaut werden.
Ein weiterer Höhepunkt war die Ausstellung "Auferstehung" im Karner gegenüber der Stadtpfarrkirche mit Werken von Hermann Nitsch. Bei der Eröffnung bezeichnete der evangelische Unternehmer und Kunstsammler Karlheinz Essl Künstler als "Seismografen der Gesellschaft". Zeitgenössische Künstler hielten durch ihre oft provozierenden Werke der
Gesellschaft den Spiegel vor. Dadurch, so Essl, gelinge es, Themen menschlicher Existenz zur Sprache zu bringen. Wenn Betrachterinnen und Betrachter ihre Vorurteile überwinden, helfen die Arbeiten von Hermann Nitsch "zu erkennen, was Christus gemeint hat". Essl appellierte an die Besucherinnen und Besucher des evangelischen Kirchentages, sich auf die Werke einzulassen: "Oft ist es der zweite und der dritte Blick, der den Horizont erweitert." Gemeinsam mit dem evangelisch-lutherischen Bischof Michael Bünker und dem niederösterreichischen Superintendenten Paul Weiland sprach sich Essl für einen intensivien Dialog zwischen Kirche und Kunst aus. Beide Bereiche dürften "nicht auseinanderdividiert" werden, sondern müssten "sich aufeinander ein- und einander zulassen", so der Kunstsammler.

Bischof Bünker, der mit Karlheinz Essl bei der Eröffnung der Ausstellung ein Gespräch über "Kunst und Kirche" führte, äußerte Verständnis, dass die Bilder von Hermann Nitsch oft "verstören" oder "Ekel auslösen". Dieses "befremdliche" Gefühl sei jedoch notwendig, um einen "Prozess der Reinigung" zu ermöglichen.

Zum reichhaltigen Programm des Kirchentags gehörten ein Trommelworkshop, Offenen Singen, der Workshop "Essen schafft Klima", die Uraufführung eines Musicals der
"Ohrwürmer" und Stadtführungen durch das historische und das evangelische Mödling. Sehr informativ war der "Interreligiöse Dialog zum Thema "Wenn dein Kind dich morgen fragt". Unter der Moderation von OKR Karl Schiefermair diskutierten VertreterInnen der jüdischen und islamischen Glaubensgemeinschaften sowie der christlichen Kirchen über religiöse Kindererziehung.Zum Gustav Adolf-Fest und niederösterreichischen Kirchentag 2011 lädt die Pfarrgemeinde St. Aegyd am Neuwalde - Traisen am 23. Juni 2011 nach Traisen ein.

Der Gustav-Adolf-Verein arbeitet als ältester landesweiter Hilfsverein der Evangelischen Kirche in Österreich seit dem Jahr 1861. Das Protestantenpatent aus diesem Jahr ermöglichte den Evangelischen in Österreich erstmals, Vereine zu gründen.
Der Verein unterstützt jährlich kirchliche Projekte in Österreich in der Höhe von rund 300.000.- € und knüpft partnerschaftliche Beziehungen in Europa und alle Welt. Hauptziel des Vereins ist die Unterstützung evangelischer Christen, die in der Minderheit leben, vor allem beim Bau und der Sanierung von Kirchen und kirchlichen Gebäuden.
Der Name "Gustav Adolf-Verein" geht auf den Schwedenkönig Gustav II. Adolf zurück, der im 30jährigen Krieg den Evangelischen geholfen hat. Bedeutend war sein Sieg in der Schlacht bei Lützen/Leipzig (16.11.1632). Damit hat er Menschenrechte und Glaubensfreiheit für die damals unterdrückten Evangelischen in Teilen Europas erhalten. Er selbst wurde im Kampf getötet. (Fotos: Antonia Pointner)
Superintendent Paul Weiland wiedergewählt
Superintendent Paul Weiland ist in seinem Leitungsamt bestätigt worden. Nach Ablauf der ersten Amtsperiode hatte sich der Superintendent am Samstag, 24. April 2010, in St. Pölten der Wahl durch die Superintendentialversammlung gestellt. Weiland erhielt 55 von 60 abgegebenen Stimmen, drei Stimmen waren ungültig.Der Superintendent dankte für das Vertrauen, weiterhin gemeinsam für eine "glaubwürdige Kirche" unterwegs sein zu können. Dass das Amt des Superintendenten bzw. der Superintendentin nicht nur in Österreich wichtiger werde, unterstrich Bischof Michael Bünker vor den Delegierten in St. Pölten. Dem Superintendenten und den Delegierten gratulierte er zu der Wahl, die Bünker als "Bestätigung und Ermutigung für die gesamte Diözese" sieht.
Mag. Paul Weiland ist seit 1.9.1998 Superintendent der evangelischen Diözese Niederösterreich. Heute leben in Niederösterreich rund 45.000 Evangelische in 28 Pfarrgemeinden. In der Evangelischen Kirche ist die Amtszeit für alle Ämter, darunter auch das des Superintendenten/der Superintendentin und des Bischofs/der Bischöfin, mit 12 Jahren begrenzt. Nach Ablauf der Amtszeit können sich die AmtsinhaberInnen erneut einer Wahl stellen. Für die gültige Wahl ist eine Zweidrittelmehrheit erforderlich. Geleitet wurde die Wahl von Superintendentialkuratorin Erna Moder.
"Evangelisches Kaffeehaus" bei der Gloria Messe

In ein "evangelisches Kaffeehaus" lud die Evangelische Kirche in Niederösterreich die Besucher der vom 8. bis 10. Oktober erstmals in St. Pölten abgehaltenen Kirchenmesse "Gloria". Am Tisch von links nach rechts: Der St. Pöltner Bürgermeister Mag. Matthias Stadler, Bischof Erkolano aus dem Südsudan, SI Paul Weiland,
Bischof DDr. Klaus Küng, Dkfm. Klaus Ulmer, Präsident der Messe Dornbirn. Neben Kaffee und Kuchen, die
regen Zuspruch fanden, waren auch evangelische Bücher und Zeitschriften ausgestellt. Im Bild links der südsudanesische Bischof Erkolano, der sich über die SAAT und superNews informiert. Bild rechts: Stärkung mit Kaffee nach einem Messerundgang. Zur Betreuung und für Gespräche mit den Besuchern während der drei Tage waren 12 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einsatz.
Niederösterreichischer Maturantentag 2009
Über 30 MaturantInnen aus ganz Niederösterreich und ihre LehrerInnen nahmen am Mittwoch, 30. September 2009, am "Maturantentag" teil.
"Evangelische Identität" war das Thema des im Evangelischen Zentrum in Wien von FI Mag. Barbara Saile Leeb und Prof. Mag. Christine Gissinger durchgeführten Treffens.
Gute Stimmung und engagierte Gruppenarbeiten bewiesen das Interesse der TeilnehmerInnen. Der Maturantentag endete mit einem köstlichen biblischen Buffet.

Ein guter und schöner Beginn des Arbeitsjahres
Empfang im Garten der Superintendentur in St. Pölten

Beschirmt von Zelten - gewärmt von Gasöfen - verwöhnt mit köstlichen gegrillten Wildspzialitäten - begleitet von guter und nachdenklicher Musik von "Kohelet 3" - so verbrachten rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Evangelischen Kirche in Niederösterreich den Abend des 11. September 2009 im Garten der Superintendentur in St. Pölten. "Ein schöner und motivierender Beginn des Arbeitsjahres", war die übereinstimmende Meinung der Teilnehmer. (Fotos: A. Pointner)

Der revolutionäre Traditionalist: Paul Weiland zum 60er
Paul Weiland: "ein verborgenes Wesen" - für alle sichtbar jedoch Superintendent mit vollem Einsatz. Der einzige Fehler, der ihm wirklich nachgesagt werden kann, ist sein Perfektionsanspruch an sich selbst, verbunden mit Vertrauen in die Kompetenz und das Engagement der anderen: von sich selbst fordert Paul jene Perfektion, die er anderen zutraut - er will nicht überfordern, aber er tut es, weil er davon ausgeht, dass die anderen so perfekt sind, wie er selbst sein möchte. Damit muss man lernen umzugehen, will man mit ihm umgehen.
Paul Weiland geht ganz in seiner Arbeit auf, der Beruf ist sein Hobby, er ist Superintendent durch und durch, so wie früher für die SAAT im Presseverband: Damals war Paul Weiland auch Gesprächspartner für die evangelische Kirche mit den Medien und hat überzeugt durch seine Offenheit, Gelassenheit und gleichzeitig unbeirrbar evangelische Haltung. Zu haben war er in Interviews oder Radiosendungen, die mit ihm gemeinsam gestaltet wurden, für alles. Aber alles hat er eisern protestantisch gemacht.
Paul Weiland hat die Fähigkeit zu säen und wachsen zu lassen: Als Superintendent in Niederösterreich hat er superNews aus der Taufe gehoben - ganz in seinem Stil: ein paar Leute übernehmen die Arbeit und er die Verantwortung. Das heißt: wem er die Arbeit übergibt, dem traut er zu, dass er's macht, dass er's gut macht. Er selbst steht zu dieser Arbeit, spielt weder den Aufpasser noch den Besserwisser und den Chef hängt er schon gar nicht heraus. Sein Chefsein konzentriert Paul Weiland auf Motivation, Rückendeckung, Ermutigung und Erreichbarkeit: Paul Weiland schottet sich nicht hinter Sekretariats-Schutzmauern ab - was seinen direkten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das Leben vielleicht manchmal schwer macht. Kommt auf dem Handy die Mailbox, dann ruft er mit Sicherheit zurück. Er zählt zu jenen Menschen, mit denen Konflikte hart ausgetragen, aber fair geführt werden können - in der Überzeugung, dass beide Seiten das Gute wollen und nur gemeinsam das Beste erreicht wird. Wenn's brennt, ist er da. Verlöscht die Begeisterung, bläst er in die Glut. Solange es köchelt, lässt er die Köche rühren ohne drein zu pfuschen. Das macht es so leicht, sich von ihm verführen zu lassen.Paul Weiland ist kein Revoluzzer, sondern ein in der Tradition verwurzelter Christ, der aber weiß, dass Tradition nur in die Zukunft führt, wenn sie mit der Herausforderung der Gegenwart wächst. Ein Glücksfall: die evangelische Tradition lebt in Niederösterreich mit Paul Weiland in Selbstverantwortung der Gemeinden und ihrer Glieder. (Hubert Arnim-Ellissen)
Grenzen überwinden ist ein Auftrag Gottes
Niederösterreichisches Gustav Adolf-Fest in Horn
Für die Überwindung von Abgrenzungen und Trennungen als Auftrag Gottes hat sich Seniorin Mag. Birgit Schiller in ihrer Predigt beim niederösterreichischen Gustav Adolf-Fest in Horn ausgesprochen. Über 400 Menschen aus ganz Niederösterreich waren am 11. Juni in der Waldviertler Bezirkshauptstadt zusammengekommen, um Spuren
der Trennungen und Wege zueinander nachzugehen. Gott selbst, so Schiller, habe mit seinem Sohn Jesus Christus die Grenzen überwunden, damit niemand ohne Hoffnung in der Welt stehen müsse. Symbolisch wurde beim Familiengottesdienst der Gottesdienstraum mit einem Grenzzaun versehen, an dem Teilnehmer
Gründe für Trennungen aufschreiben konnten. Im Gloriateil wurde der Zaun abgebrochen und verbrannt.Sehr interessierte Zuhörer führte der Historiker Dr. Gustav Reingrabner in die Zeit von vor 400 Jahren, in der konfessionelle Gräben die evangelischen Adeligen motivierte, zur Durchsetzung ihrer Forderungen den "Horner Bund" zu gründen. Eine Ausstelllung in den Horner Stadtmuseen dokumentiert diese bewegende Geschichte. Grenzüberwindungen der anderen Art zeigt die Niederösterreichische Landesausstellung "Geteilt - Getrennt - Vereint", die an diesem Tag ein Teil des Gustav Adolf-Festes war.
Kulturelle Grenzen überwand an der Orgel virtuos Gabriele Kramer-Webinger in einem Konzert, in dem sie Werke von G. Czernohosky, J. S. Bach, J. Haydn, F. Mendelssohn und F. Schmidt aufführte. Ein Kindermusical für die jüngsten Besucher, die Sommernacht bereits am Vorabend und in der Nacht für die Jugend, Stadtführungen, Offenes

Singen und ein Raum der Stille vervollständigten das Angebot des Festes. (Fotos: D. Schewig)
Die Lange Nacht der Kirchen in den Evangelische Gemeinden
Vielfältiges Angebot - zahlreiche Besucher - gute Stimmung
Bürgerspitalkirche Waidhofen an der Ybbs: Abseilen vom Turm
"Ich häng an meiner Kirche" - war das übertragene und wörtliche Motto in der Bürgerspitalkirche in Waidhofen an der Ybbs. Unter kundiger Anleitung von Vikar und Erlebnispädagogen Mag. Stefan Grauwald konnten sich Kinder und Jugendliche an einem Seil vom Turm der Bürgerspitalkirche abseilen.Fotos: cross-press


Kabarett in der Kirche der frohen Botschaft in Waidhofen an der Thaya

Volle Kirche und gute Stimmung beim Kirchenkabarett "Gott schuf die Ökumene - die Kirchen die Probleme" mit Altabt Dr. Joachim Angerer, Landessuperintendent i. R. Peter Karner, Superintendent Paul Weiland und Franz Wieczorek (Akkordeon). Fotos: Peter J. Hamberger
Pfarrgemeinde Tulln: Beten im 2 Stundentakt
Beten für die Menschen in der Gemeinde, für Arbeitsplätze, für die Schulen, für Menschen am Rand war das Motto der Langen Nacht in den evangelischen Kichen in Tulln und in St. Andrä-Wördern. Begonnen hat es mit einer ökumenischen Andacht in der Christuskirche in Tulln.

Für den SOMA Tulln beteten Frau Aschauer und Herr Burkert (linkes Foto mit Vikar Dietmar Weikl), für die Menschen in und um Tulln Frau Vizebürgermeisterin Zausinger und Herr Gober (Foto rechts)

Für die Wirtschaftstreibenden und Handwerker und für die Arbeit betete Stadtrat und Bundesinnungsmeister Harald Schinnerl (Foto links mit Kurator Helmuth Rieger). Für die Menschen in aller Welt, für die Bevölkerung der Marktgemeinde und für die Schülerinnen und Schüler beteten in Sankt Andrä Wördern: Ali Reza Göktas, HS-Dir. Johann Aulenbach, Pfarrerin Mag. Ulrike Wolf-Nindler, Bürgermeister Alfred Stachelberger (Foto rechts).

Monumentalbild in der Kirche in St. Pölten
Unter der künstlerischen Begleitung von Nicolina Graeser fertigten die Besucher der Langen Nacht in der Evangelischen Kirche in St. Pölten ein Monumentalbild zum Thema der Langen Nacht "Hingestellt hast du Sonne und Mond" an. Das Bild hängt jetzt im Altarraum der Kirche.
Auf Bibelstationen durch die Nacht in Bad Vöslau

Information, Verkündigung und Begegnung in Korneuburg

Pfarrerin Mag Anneliese Peterson und Kurator Ing. Franz Errath führten die Besucher räumlich (Unterkirche, Kirchenraum, Empore) und inhaltlich in der Evangelischen Kirche durch die Nacht.

Kunst von Häftlingen und Information über die Gefängnisseelsorge in Stein

Für Besucher öffnete die alte Kirche in der Justizanstalt Stein ihre Tore in der "Langen Nacht der Kirchen". Zu sehen waren Kunstwerke von Haftinsassen sowie Informationen über die Arbeit und Einrichtungen der Gefängnisseelsorge. Der Direktor der Justizanstalt Stein und die Gefängnisseelsorger standen für Gespräche zur Verfügung.

Evangelische Kirche trauert um Pfarrer Uwe Hielscher
Pfarrer von Bruck an der Leitha nach schwerer Erkrankung
im 44. Lebensjahr verstorben
Die Pfarrgemeinde Bruck an der Leitha und die Evangelische Kirche in Niederösterreich trauern um Pfarrer Mag. Uwe Hielscher. Am Mittwochnachmittag, 20. Mai 2009, hat er den Kampf gegen seine schwere Krankheit verloren. Sein Tod löst Trauer und Betroffenheit aus. Aber auch Dankbarkeit für die Jahre, die der Pfarrgemeinde und der Diözese mit ihm geschenkt waren.Uwe Hielscher hat am 1. November 2004 als Pfarrer die Leitung der Evangelischen Pfarrgemeinde Bruck an der Leitha übernommen. Pfarrer zu werden hat sich im Lauf seines Lebens als sein Traumberuf entwickelt. Mit großem Engagement und viel Liebe ist er an die Verwirklichung seines Lebenszieles herangegangen, in der Gestaltung der Gottesdienste, im Religionsunterricht, in der Organisation des pfarrgemeindlichen Lebens und vor allem in der Seelsorge. Die Begleitung von Menschen in schwierigen Lebenssituationen gehörte zu den großen Begabungen von Pfarrer Hielscher.
Sein besonderes Interesse galt von Anfang an den Plänen für den Neubau der Kirche in Hainburg. Als Pfarrer und als Obmann des Vereins der "Freunde der Errichtung der Evangelischen Kirche in Hainburg" hat er sich unermüdlich für dieses Ziel eingesetzt. Seine Liebe für dieses Projekt zeigt sich auch darin, dass er mit seinen Eltern besprochen hat, im Fall seines Todes auf Kränze und Blumen zu verzichten, aber dafür um Spenden für den Bau der evangelischen Kirche in Hainburg zu bitten.
Auch in der Diözese und gesamtkirchlich hat sich Pfarrer Hielscher sehr gut eingebracht. So arbeitete er als Leiter am Aufbau der Polizeiseelsorge in Niederösterreich mit, war als Notfallseelsorger aktiv und betreute geistlich die Johanniter Unfallstation in Orth an der Donau. Auch als Referent war er wegen seiner theologischen und methodischen Kompetenzen weit über den Bereich seiner Gemeinde hinaus geschätzt.Zu den besonderen Talenten von Uwe Hielscher gehörte die Musik. Er spielte nicht nur, sondern komponierte und textete auch. Gemeinsam mit dem katholischen Kaplan Mag. Vladek Marczynski hat der evangelische Pfarrer die ökumenische Band "Anjoly" ("Engel") in kurzer Zeit zu beachtlichen Erfolgen geführt. Eines seiner letzten Lieder "I love to live" wurde zu Beginn des Jahres in einem Tonstudio professionell aufgenommen.
Uwe Peter Hielscher wurde am 1. Dezember 1965 in Jever in Friesland geboren. Nach dem Besuch der Schulen, übte er zunächst den Beruf des Einzelhandelskaufmanns aus. Während seiner Bundeswehrzeit reifte in ihm der Entschluss, Theologie zu studieren. Seine theologischen Studien absolvierte er in den Jahren von 1991 bis 2000 in Bethel und Münster.
Wir verabschieden uns von Pfarrer Mag. Uwe Hielscher in einem Trauergottesdienst am Freitag, 5. Juni 2009, um 14.00 Uhr, in der Evangelischen Matthäuskirche in Bruck an der Leitha.
Für eine zukunftsfähige Kirche, die zu den Menschen geht
Fragen des Kirchenbeitrags prägten die NÖ-Superintendentialversammlung
in St. Gabriel
Zukunftsfähige Kirche in einer Welt der Umbrüche und Verunsicherungen ist eine Kirche, die zu den Menschen geht und für sie da ist. Das erklärte der niederösterreichische Superintendent Paul Weiland bei der Superintendentialversammlung am Freitagabend, 24. April, in St. Gabriel bei Mödling. Die beste Ausgangsposition dafür sei die Botschaft "Du gehörst dazu, wer immer du bist und was immer du hast oder nicht hast", betonte der Superintendent vor den Delegierten der 26 niederösterreichischen Pfarrgemeinden.Weiland plädierte für eine "Wiederentdeckung der Rechtfertigungslehre", deren Grundbotschaft "Du gehörst dazu" laute. Diese Botschaft gelte Menschen, die aus dem Arbeitsprozess ausgegliedert wurden, ebenso wie jenen, die sich nicht voll in die Leistungsgesellschaft eingliedern können, Menschen mit Behinderung, Kranken und Verunsicherten oder jenen, "die sich nichts mehr leisten können". Die Rechtfertigungslehre helfe zu einer Haltung, "die auch mit Begrenztheiten und Einschränkungen fertig werden" könne. Trotz hervorragender Pflegeheime brauche es etwa auch eine ausgewogene Balance zwischen qualifizierter Fachbetreuung und "menschlicher Begleitung und Begegnung".
In Zeiten der Krise sei eine Haltung der Gelassenheit und Zuversicht die beste Voraussetzung, "um den Veränderungsbedarf in der Kirche nüchtern zu erkennen und die nötigen Reformen mutig anzupacken". Weiland: "Ängstlichkeit lähmt, Verlierermentalität macht nervös. In Gelassenheit und Zuversicht liegt die Kraft." Diese Gelassenheit habe ihren Grund nicht nur in den "Erfahrungswerten der Aussagen von Jesus Christus in den vergangenen 2000 Jahren", sondern auch darin, "dass wir - wenn wir vom Zentrum unseres Glaubens ausgehen - gar nicht an den Bedürfnissen der Menschen vorbeiproduzieren können, an denen der Menschen in der heutigen Umbruchszeit schon gar nicht".
Gottesdienst ist zentraler Ort christlicher Gemeinschaft
Der Superintendent sprach sich in seinem Bericht für eine "Konzentration auf Gottesdienste als Zentrum kirchlichen Handelns" aus. Es gehe darum, den Gottesdienst wiederzugewinnen als "zentralen Ort christlicher Gemeinschaft, als Zentrum der Sammlung und Sendung". Nur von dort her werde sich christliche Gemeinde und Gemeinschaft aufbauen, zeigte sich der Superintendent überzeugt.Die Mitgliederzahlen stagnierten im letzten Jahr. Ende 2008 gehörten 40.491 Menschen der Evangelischen Kirche in Niederösterreich an, im Jahr davor waren es um 108 mehr. Der Großteil des geringfügigen Rückgangs von 0,25 Prozent ist in statistischen Bereinigungen begründet. Gesunken ist die Zahl der Austritte ebenso wie jene der Eintritte, während die Taufen ebenso wie die Beerdigungen zugenommen haben. "Handlungsbedarf" sieht Weiland bei den Trauungen, da hier ein starker Einbruch (- 30 Prozent) zu verzeichnen war.
Fragen des Kirchenbeitrags prägten die Sitzung am Samstag. Der frühere Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien, Peter Püspök, sprach über "Die Kirche und das liebe Geld" und informierte dabei auch über die Arbeit von Oikokredit. Als Vorstandsvorsitzender des Österreich-Ablegers leitet Püspök die Arbeit der Organisation, die Mikrokredite vergibt und so weltweit Armut bekämpft. Neue Ideen zum Thema Kirchenbeitrag stellte Kirchenrat Walter Gösele vor. Über die notwendige Öffentlichkeitsarbeit für den Religionsunterricht sprach die Religionspädagogin Elisabeth Kristan.
Star-Architekt Wolfgang Prix entwarf neue evangelische Kirche in Hainburg
Kirche im Zentrum der Stadt Hainburg wird 2011 eröffnet

Der renommierte Architekt Wolfgang Prix von Coop Himmelb(l)au hat die neue evangelische Kirche in Hainburg entworfen. Am Mittwoch, 4. Februar 2009, wurde das Modell im Rathaus in Hainburg erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.
Hainburg erlebe hier einen besonderen Akzent, weil mit Prix einer der weltweit renommiertesten Architekten bereit sei, sich den "architektonischen und künstlerischen Herausforderungen des Kirchenbaus zu stellen", sagte Superintendent Paul Weiland bei der Präsentation. Der Bau des aus Hainburg stammenden Architekten rücke die "sichtbaren Glaubensbesonderheiten einer evangelischen Kirche wie Kreuz, Altar mit Bibel und Taufbecken" in den Mittelpunkt.
Den Entwurf hat Prix kostenlos der Stadt und der Evangelischen Kirche zur Verfügung gestellt. Er sieht einen Kirchenraum mit drei großen Lichtöffnungen als Dachkonstruktion, einen Gemeindesaal, einen Gebäudekomplex mit Sakristei, Sanitäreinrichtungen und Büroräumen sowie einen großen skulpurartigen Glockenturm vor. Bei der Präsentation erntete das Modell von den zahlreichen BesucherInnen großen Beifall. Die Dachkonstruktion garantiere, so Weiland, nicht nur eine besondere Lichtführung. Jeder Lichteinlass stehe für eine Person Gottes, zusammen seien sie "Zeichen der Trinität". Die neue "Martin-Luther-Kirche" soll 2011, im Jahr der Landesausstellung, eröffnet werden. Gebaut wird sie im Zentrum der Stadt Hainburg auf dem Grundstück der ehemaligen Martinskirche, deren Karner heute noch sichtbar ist. In der Reformationszeit wurden in der Martinskirche evangelische Gottesdienste gefeiert.
Religionsunterricht als Freiraum zur Werte- und Gewissensbildung
Neue Fachinspektorin Barbara Saile-Leeb in ihr Amt eingeführt
Die neue Schulamtsleiterin und Fachinspektorin für den evangelischen Religionsunterricht an AHS und BHS. der Evangelischen Kirche in Niederösterreich Prof. Mag. Barbara Saile-Leeb wurde in einem feierlichen Gottesdienst am Samstag, 11. Oktober, in der Kapelle des niederösterreichischen Landhauses von Superintendent Mag. Paul Weiland in ihr Amt eingeführt.
Die "Botschaft von der unbegrenzten Zuwendung Gottes zu uns Menschen findet ihren Platz im Religionsunterricht", sagte der Superintendent bei der Amtseinführung. Der Religionsunterricht nehme die religiöse Dimension unabhängig von der Kirchlichkeit einzelner auf. Weil es "um das Woher und das Wohin" gehe, könne der Religionsunterricht "gar nicht genug unterstützt" werden.
Für die neue Fachinspektorin fördert der Religionsunterricht "Mündigkeit und Kritikfähigkeit an unserer Welt", zugleich biete er "Freiräume zu Werte- und Gewissensbildung". Trotz oft deutlicher Kritik an der Kirche seien junge Menschen "unterwegs im Glauben". Ein gelingender Religionsunterricht verurteile nicht andere, die andere Wege gehen wollen. Durch die "Art und Weise, wie unterrichtet wird", sei es im Religionsunterricht möglich, "implizit das Evangelium zu vermitteln", sagte Saile-Leeb im Gottesdienst, dessen Liturgie der Neunkirchner Pfarrer Univ.-Prof. Dr. Ernst Hofhansl gestaltete. Bei allem Leistungsdenken müsse "der Mensch vorgehen".
Tagung der Superintendentialversammlung
Bereits am Vormittag hat im Forum der Niederösterreichischen Versicherung in St. Pölten die Superintendentialversammlung der Diözese getagt. Dabei berichtete Superintendentialkuratorin Erna Moder über die erfolgreiche Aufbauarbeit der ARGE Diakonie Niederösterreich, die heuer mit einem Sonderpreis der Diakonie ausgezeichnet worden ist. Sektenreferent Pfarrer Siegfried Kolck-Thudt und Polizeiseelsorger Pfarrer Julian Sartorius informierten über die neuesten Entwicklungen in ihren Bereichen. Die Delegierten der Gemeinden gratulierten Superintendent Paul Weiland zu seinem 10jährigen Amtsjubiläum mit originellen Geschenken.
Diakoniepreis 2008: Integration, Theater, Kunst und Diakonie NÖ
Der Diakoniepreis 2008 erging heuer an das Integrationsprojekt "ELONGÓ", das Theater "A la Carte" und an das Projekt "Kunst und Kultur für Menschen mit Behinderungen". Einen Sonderpreis erhielt die ARGE Diakonie Niederösterreich.
Verliehen wurde der Diakoniepreis im Rahmen des Empfangs zum Reformationsfest am Donnerstag, 30. Oktober, in der Wiener Akademie der Wissenschaften. Die Auszeichnungen wurden von Synodalpräsident RA Dr. Peter Krömer und dem stellvertretenden Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich, Dr. Hans Schilcher, überreicht, dessen Bank den Preis seit mehreren Jahren sponsert.
Ein Sonderpreis von 1.000 Euro ging an die ARGE Diakonie Niederösterreich, die die evangelischen Gemeinden der Superintendenz, den Superintendentialausschuss und die Superintendentialversammlung bei der Erfüllung ihrer diakonischen Aufgaben unterstützt. Dies geschehe vor allem durch Vernetzung, Begleitung und Schulung ehrenamtlicher MitarbeiterInnen, heißt es in der Begründung der Jury. Die ARGE Diakonie NÖ initiiert, begleitet und fördert diakonische Aktivitäten der Gemeinden, vernetzt diakonische Aktivitäten mit anderen Einrichtungen und bietet Aus- und Weiterbildung an.
In einem Bericht an die Generalsynode am 15. November 2009 in Villach hat der Ausschuss für Diakonie und soziale Fragen festgestellt: "Bei der Förderung und Begleitung ehrenamtlicher Arbeit in der Gemeindediakonie sieht der Diakonische Ausschuss das Anliegen der Generalsynode 1997 vorbildlich durch die ARGE Diakonie NÖ umgesetzt und empfiehlt dieses Modell anderen Diözesen ebenfalls zur Umsetzung."
Die Gottesbegegnung verändert Menschen
NÖ Gustav Adolf-Fest in Naßwald
Lebendige Feiern, interessante Erfahrungen, Gespräche mit Freunden und ein gutes Miteinander kennzeichnete das niederösterreichische Gustav Adolf-Fest am 22. Mai 2008 in Naßwald. 500 Menschen aus allen Teilen des Landes und Gäste aus dem Ausland nahmen daran teil.
Das Thema "Gott kommt in einem leisen Wehen" wurde im Familienfestgottesdienst mit Pfarrerin Ulrike Wolf-Nindler, dem Pantomimen Jean-Jacques Pascal und Dipl. Päd. Eva Tiefenbacher verbal, pantomimisch und durch das Zusammenstellen von Klangkörpern durch die 500 Teilnehmer vertieft. "Die Begegnung mit Gott verändert Menschen, weil Gottes Wesen seelsorgerlich ist.", betonte Superintendent Paul Weiland. Auch in Unsicherheit, bei Fragen oder Schuldverstrickung lasse Gott die Menschen nicht in Verzweiflung zurück, sondern stärke und motiviere sie, die Herausforderungen wieder aufzunehmen.
In der Bibelarbeit betonte Bischof Dr. Michael Bünker, dass sich die Gottesbegegnung aus der Stille heraus ereigne, jenseits der eigenen Gottesvorstellungen und -bilder. Zentral sei das Hören auf das Wort Gottes. "Der Mensch ist der Angesprochene des ansprechenden Gottes", sagte der Bischof.

Neben Begegnung, aktuellen Herausforderungen des Glaubens, einem offenen Singen und einem eigenen Kinder- und Jugendprogramm bildete auch der Blick in die Tradition einen Schwerpunkt des Naßwalder Festes. So führte die Laienschauspielgruppe Naßwald das Stück "Aus dem Leben des Raxkönigs" auf. Ein weiterer Höhepunkt waren Führungen zu den Hochquellen des Wiener Wasser. Die Teilnehmer wurden zu Beginn des Festes deshalb auch mit einem Glas Wasser und einem Speckbrot begrüßt. Synodenpräsident Dr. Peter Krömer überreichte in einem Festakt das Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Evangelische Kirche an Josef und Stefan Hajzan, die Pächter des "Wirtshauses zum Raxkönig". Am niederösterreichischen Gustav Adolf-Fest nahmen auch Gäste aus Deutschland, Tschechien und Ungarn teil.
Eine selbstbewusste, wachsende Kirche
Superintendentialversammlung tagte in Schloss Haindorf - Gute Entwicklung im Jahr 2007: zahlenmäßige und inhaltliche Steigerung
Auf das zahlenmäßige und inhaltliche Wachstum der Evangelischen Kirche in Niederösterreich hat Superintendent Paul Weiland auf der Superintendentialversammlung der Diözese Niederösterreich hingewiesen. Evangelische Kirche müsse nach innen und nach außen sichtbar, hörbar und verstehbar sein, betonte der Superintendent vor den Delegierten der niederösterreichischen Gemeinden, die am 25. und 26. April 2008 in Schloss Haindorf in Langenlois tagten. Als Teil der "allumfassenden, weltweiten Kirche Jesu Christi, die in der Heiligen Schrift und in den Bekenntnissen der frühen Christen ihre wesentliche Grundlage hat", könne die Kirche selbstbewusst Verkündigung, Gemeinschaft und Diakonie leben.
Bischof Dr. Michael Bünker ging in seinem Grußwort auf das Schwerpunktjahr der Evangelischen Kirche im Jahr 2008 ein. Aus Anlass der 70. Wiederkehr des Anschlusses Österreichs und des Novemberpogroms werde sich die Kirche unter dem Thema "Auf dem Weg der Umkehr" in diesem Jahr besonders mit der Standortbestimmung zum evangelisch-jüdischen Verhältnis beschäftigen. Bünker rief die Gemeinden dazu auf, in Gebeten, Gottesdiensten und Veranstaltungen dieses Anliegen zu unterstützen
In seinem Bericht wies Weiland konkret darauf hin, dass sowohl die Zahl der in der Diözese Niederösterreich lebenden evangelischen Christen im Jahr 2007 gegenüber dem Jahr 2006 zugenommen habe (+3 Prozent) als auch die Einnahmen des Kirchenbeitrages (+5,8 Prozent). Gewachsen seien aber auch die diakonischen Aktivitäten, die Bedeutung der Liturgie und der Gottesdienstformen, die Berücksichtigung der Kinder durch eigene Gottesdienste und die Einrichtung von "Kinderecken", die kirchenmusikalische Arbeit und die Angebote der Bildungsarbeit
Als Höhepunkte des Jahres 2007 nannte der Superintendent das gemeinsame Gustav Adolf-Fest von vier Diözesen im Juni 2007 in Oberwart und das Jubiläumsfest "60 Jahre selbständige Diözese und 450 Jahre Protestantismus in Niederösterreich" im September 2007 auf der Schallaburg.
Diskussion des Naßwalder Modells
Inhaltlicher Schwerpunkt der niederösterreichischen Superintendentialversammlung war die ausführliche Beschäftigung mit dem Vorschlag einer neuen Kirchenstruktur, dem sogenannten Naßwalder Modell. Nach einer Pro und Kontra Diskussion mit Dr. Harald Höger von der ARGE Bekennender Christen in Österreich, dem steirischen Superintendenten Mag. Hermann Miklas, Oberkirchenrätin Dr. Hannelore Reiner und Ing. Gerald Wakolbinger vom Werk für Evangelisation und Gemeindeaufbau, besprachen die niederösterreichischen Delegierten in neun Arbeitsgruppen die Vor- und Nachteile der neuen Kirchenstruktur. In den einzelnen Gemeinden werden derzeit Stellungnahmen erarbeitet. Über eine gesamtniederösterreichische Stellungnahme entscheidet die Herbstatgung der Superintendentialversammlung.
Superintendent Paul Weiland Vorsitzender des Ökumenischen Arbeitskreises NÖ-West
Der Superintendent der Evangelischen Kirche in Niederösterreich, Paul Weiland, wurde zum ersten Vorsitzenden des Ökumenischen Arbeitskreises Niederösterreich-West gewählt. Der Arbeitskreis, dem die Altkatholische Kirche, die Evangelische Kirche, die Methodistenkirche, die Römisch-katholische Kirche und die Serbisch-orthodoxe Kirche angehören, will den ökumenischen Auftrag nach außen vertreten und nach innen im Gemeindeleben vertiefen. Dazu werden regelmäßig ökumenische Gottesdienste, theologische Gespräche und Studientage angeboten und zwischenkirchliche Beziehungen auf allen Ebenen gefördert.
Der Ökumenische Arbeitskreis Niederösterreich -West ist aus der gemeinsamen Arbeit der in Niederösterreich-West ansässigen Kirchen für den Christentag im Jahr 1999 hervorgegangen. Der bisher als Arbeitsgemeinschaft bestehende Arbeitskreis hat sich nun Richtlinien für die Zusammenarbeit gegeben, die auch einen Vorsitzenden als Leiter und Sprecher der ökumenischen Einrichtung vorsehen. Diese Funktion wird Weiland mit 1. Jänner 2008 übernehmen.
Karl Schiefermair wird neuer Oberkirchenrat
Die evangelisch-lutherische Synode hat den niederösterreichischen Fachinspektor Prof. Mag. Karl Schiefermair (50) zum neuen geistlichen Oberkirchenrat gewählt. Er folgt in diesem Amt auf Michael Bünker, den die Synode bereits im Juni zum neuen Bischof gewählt hatte. Die Agenden des Schulamtsleiters wird Karl Schiefermair im Schuljahr 2007/08 weiterführen.
Evangelische Kirche Niederösterreich feierte Jubiläen auf der Schallaburg
60 Jahre selbständige Diözese und 450 Jahre Protestantismus in Niederösterreich - Weiland: Auf gutem Weg des Miteinanders weitergehen - Pröll: Mahnende Geschichte
Über 1000 Menschen haben am Sonntag, 23. September, auf der Schallaburg das zweifache Jubiläum der Evangelischen Kirche in Niederösterreich mitgefeiert. Seit 60 Jahren besteht die selbständige Diözese Niederösterreich, die Wurzeln des Protestantismus in Niederösterreich reichen 450 Jahre zurück.
Beim Festtag, zu dem der niederösterreichische Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll gemeinsam mit dem lutherischen Superintendenten Mag. Paul Weiland eingeladen hatte, wurde mehrfach das "gute Miteinander" zwischen Kirche und Land betont. "Auf diesem Weg wollen wir weitergehen, auch abseits von Jubiläen und Festen", sagte Superintendent Weiland.
In seiner Festansprache erinnerte der niederösterreichische Landeshauptmann an die leidvolle Geschichte des Protestantismus. Tausende Protestanten wurden im 17. Jahrhundert wegen ihres Glaubens verfolgt und viele von ihnen aus Niederösterreich vertrieben.
"Geschichte kann auch Mahnung sein", sagte Pröll, "ein derartiges Unrecht darf es in dieser Heimat nie geben". Eine klare Absage erteilte der Landeshauptmann jeglicher Form von Fanatismus und Intoleranz. Kirchen und Politik seien gemeinsam gefordert. Pröll appellierte an die Festgäste, gemeinsam gegen Hoffnungslosigkeit und Rücksichtslosigkeit aufzutreten. Die Basis dafür sieht der Landeshauptmann in den christlichen Werten: "Niederösterreich ist ein christliches Land und soll auch ein christliches Land bleiben", sagte Pröll. Dankbar zeigte sich der Landeshauptmann für den "Geist des Miteinanders" zwischen Land und Kirchen. Besonders dankte Pröll auch für das umfangreiche ehrenamtliche Engagement in den Kirchen. Im Rahmen des Festaktes verlieh der Landeshauptmann 30 hohe Auszeichnungen des Landes Niederösterreich an verdienstvolle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter evangelischer Gemeinden.
Sturm: Dialogfähig zu anderen Menschen und Kulturen
"Wir sind dankbar, dass wir nach einer Geschichte des Leidens und der Vertreibung als gleichberechtigte Bürger des Landes und als Kirche im Reigen der Ökumene wahrgenommen werden", sagte der lutherische Bischof Mag. Herwig Sturm in der Predigt des Festgottesdienstes. In der Geschichte des Landes sei die Bedrohung durch die Türken oft neben dem Schicksal der Protestanten gestanden. In der heutigen Gesellschaft biete sich hingegen eine "unglaubliche Chance". "Wir können uns nicht mehr abschotten", so der Bischof. Wer im eigenen Glauben verwurzelt sei, könne auch andere Menschen in ihrem Kern annehmen und so zum Frieden beitragen. Sturm: "Fest im Glauben, aber gleichzeitig dialogfähig zu anderen Menschen und Kulturen".
Für das "heute selbstverständliche" gute ökumenische Klima dankte Probst Maximilian Fürnsinn vom Stift Herzogenburg. In der Geschichte sei im Namen Christi oft Unrecht geschehen, zu dem auch die Stifte "einiges beigetragen" hätten. Als Zeichen der Verbundenheit hatte Fürnsinn protestantische Bücher des 17. Jahrhunderts aus seiner Stiftsbibliothek mitgebracht, die er im Festakt Weiland überreichte.
Am Nachmittag erzählten Augenzeugen in einer Interviewrunde aus den sechs Jahrzehnten der Diözese. Im Jahr 1947 wurde Niederösterreich eine selbständige Diözese. Davor bildeten die Bundesländer Wien, Niederösterreich, Steiermark und Kärnten eine Diözese, die 1782 gegründet wurde. Vor 450 Jahren gab es sehr erfolgreiche Versuche, die Evangelische Kirche in Niederösterreich zu strukturieren und zu organisieren. So wurde in Niederösterreich die erste evangelische Kirchenagende verfasst, Schulen wurden gegründet wie das evangelische Gymnasium in Loosdorf und Kirchen gebaut wie in Horn und Loosdorf, die heute die katholischen Stadtkirchen sind.
Eingebettet war der Festtag auf der Schallaburg, die im 16. Jahrhundert ein evangelisches Zentrum war, in ein vielfältiges Programm. Ein Familiengottesdienst eröffnete den Tag, Ergebnisse einer Umfrage zur Bibel und deren künstlerische Umsetzung wurden vorgestellt, originelle Glückwünsche von Kindern an die Diözese prämiert, in einer Aktion der Bibelgesellschaft konnte ein Buch der Bibel abgeschrieben werden. Während des ganzen Tages war im Festsaal die Ausstellung zu den Themen "Kinder und Kirche", "Gemeindediakonie", "Jugend" und "Frauenarbeit" zu besichtigen. Audio- und Videobeispiele von Gottesdiensten und Filme aus dem kirchlichen Bereich ergänzten das Angebot.